Archäologie, Neue Funde: Homo sapiens stammt aus Marokko

Homo sapiens plus ancien et originaire du Maroc

Fossilienfunde in Marokko: Homo sapiens womöglich schon 300.000 Jahre alt
Von Michael Stang – 08.06.2017 – http://www.deutschlandfunk.de/forschung-aktuell.675.de.html
Vor rund 200.000 Jahren, so die bisherige Lehrmeinung, habe sich im Osten Afrikas binnen kurzer Zeit der Homo sapiens entwickelt. Neuere Untersuchungen an einer alten Ausgrabungsstätte in Marokko könnten aber einen anderen Schluss zulassen – Forscher datierten hier nun eine Fundstelle auf ein Alter von 300.000 Jahre……
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Homo sapiens: une découverte qui bouleverse notre vision de l’évolution
08.06.2017 à 19:00 – Par Mariëtte Le Roux, Laurence COUSTAL – AFP
La découverte des plus anciens représentants connus de notre espèce, vieux de 300.000 ans, met à mal l’idée d’une évolution humaine linéaire issue d’Afrique de l’Est: l’homme d’aujourd’hui serait plutôt le fruit de groupes dispersés dans toute l’Afrique.
Grafik: afp.com by John SAEKI, Adrian LEUNG, Deutsche Texte Afrikanews Archiv
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“Ces découvertes suggèrent que l’origine de notre espèce implique vraisemblablement de nombreuses populations réparties en Afrique avec des échanges de gènes périodiques entre elles”, a expliqué à l’AFP Matthew Skinner de l’Université du Kent au Royaume-Uni.
Le Français Jean-Jacques Hublin, directeur du département d’Evolution humaine à l’Institut Max Planck de Leipzig (Allemagne), et son équipe ont annoncé mercredi avoir mis au jour au Maroc des restes d’Homo sapiens datant de 300.000 ans. “Un coup de vieux de 100.000 ans” pour notre espèce mais pas seulement.
Car selon les chercheurs, les cinq Homo sapiens retrouvés à Jebel Irhoud ne seraient pas les seuls représentants de notre espèce a peupler l’Afrique à cette époque. Bien au contraire, ils devaient être nombreux et répartis sur l’ensemble du continent.
– ‘Au moins deux autres espèces’ –
Tous les hommes actuels ne descendraient donc pas d’une population qui vivait en Afrique de l’est, d’un jardin d’Eden éthiopien. Et d’une façon plus globale, la représentation de l’évolution de l’homme par un singe qui se redresse et qui devient un bipède humain serait trop schématique, trop simpliste.
Pour arriver à l’homme d’aujourd’hui, la nature aurait été beaucoup plus inventive que ce que l’on pensait, aurait utilisé des “ingrédients” plus variés.
L’annonce de la découverte des restes les plus anciens de notre espèce, Homo sapiens, peint une image passionnante et complexe de ce qu’était la Terre il y a 300.000 ans, selon les experts.
“Cette espèce de +zoo humain+ est assez fascinante, on s’éloigne de plus en plus de cette vision linéaire de l’évolution humaine avec une succession d’espèces qui viennent les unes au bout des autres”, a expliqué Jean-Jacques Hublin. “Toute l’Afrique a participé au processus”, a-t-il ajouté.
De plus, cette nouvelle date laisse penser qu’en Afrique, l'”Homo sapiens a pu coexister avec au moins deux autres espèces, l’Homo heidelbergensis et l’Homo naledi”, a expliqué à l’AFP Lawrence Barham de l’Université de Liverpool.
– ‘Coexistence de groupes différents’ –
On savait qu’à l’époque où l’Homo sapiens peuplait l’Afrique, des néandertaliens vivaient en Europe, des dénisoviens en Asie, des Homo floresiensis à Flores… mais il y avait des séparations géographiques importantes entre tous ces groupes.
“Maintenant ce qui est en train d’émerger est beaucoup plus troublant: la coexistence de groupes différents non pas dans des régions du globe différentes mais en Afrique”, a expliqué Jean-Jacques Hublin.
“Cette belle découverte complète notre vision en montrant encore plus combien tout cela a été +buissonnant+”, explique le paléoanthropologue Antoine Balzeau pour qui “si on devait représenter l’évolution, ce serait plutôt un gros buisson, avec de multiples branches, pas quelque chose de tout droit”.
Pour le paléoanthropologue du Musée de l’Homme, même l’utilisation du terme “descendre” ne convient pas du tout à l’évolution humaine. “On ne pourra jamais trouver le vrai premier d’une espèce car il n’existe pas vraiment”, a ajouté Antoine Balzeau.
© 2017 AFP

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Le paléoanthropologue Jean-Jacques Hublin présente un crâne d’Homo Sapiens découvert au Maroc, le 6 juin 2017 à Paris – PHOTO afp.com by PATRICK KOVARIK

Fossilienfunde in Marokko: Homo sapiens womöglich schon 300.000 Jahre alt
Von Michael Stang – 08.06.2017 – http://www.deutschlandfunk.de/forschung-aktuell.675.de.html
Vor rund 200.000 Jahren, so die bisherige Lehrmeinung, habe sich im Osten Afrikas binnen kurzer Zeit der Homo sapiens entwickelt. Neuere Untersuchungen an einer alten Ausgrabungsstätte in Marokko könnten aber einen anderen Schluss zulassen – Forscher datierten hier nun eine Fundstelle auf ein Alter von 300.000 Jahre.
Die Fundstelle Jebel Irhoud im südlichen Marokko ist schon seit den 1960er-Jahren bekannt. In einem Bergwerk wurde dort jahrelang Kalkstein und Baryt abgebaut. Minenarbeiter hatten schon vor mehr als 60 Jahren menschliche Fossilien entdeckt, aber die Funde konnten nicht akkurat datiert werden.
Jean-Jaques Hublin wollte dieses Rätsel lösen. Seit 2003 organisierte der Direktor vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig neue Ausgrabungen bei der marokkanischen Mine und hatte nun doppelt Erfolg. Sein Team konnte die Fundstelle datieren, zudem wurden weitere Knochen und Steinwerkzeuge entdeckt. Der französische Forscher ist begeistert und erleichtert zugleich.
“Es geht nicht nur um das hohe Alter der Fundstelle; auch die Morphologie der Knochen ergab plötzlich einen Sinn. Es handelt sich nicht um einen Neandertaler, das ist auch kein Mischling zwischen Neandertaler und anatomisch modernem Menschen oder irgendein alter Seitenast, der dort lange Zeit überlebt hat, nein. Es handelt sich um die ersten Vertreter unserer eigenen Art.”
Fossilien von fünf Individuen
Die versteinerten Knochen – darunter ein Schädel, ein Unterkiefer, Langknochen und Wirbel – stammen von fünf Individuen. Sie alle gehören zu unserer Menschenart: Homo sapiens. Rekonstruktionen und statistische Berechnungen ergaben, dass diese Menschen anatomisch betrachtet viele Ähnlichkeiten mit heutigen Menschen zeigen. Überraschend ist das hohe Alter der Knochen mit rund 300.000 Jahren. Die ältesten Belege für Vertreter von Homo sapiens stammten bislang aus Äthiopien und sind knapp 200.000 Jahre alt.
“Diese neuen Knochen zeigen uns, wie der Evolutionsprozess hin zum anatomisch modernen Menschen ablief. Es war keine schnelle und plötzliche Entwicklung, sondern eher ein langsamer, gradueller Prozess. Vor allem der Hirnbereich hat sich erst in den vergangenen 300.000 Jahren stark gewandelt. Das ist auch etwas, was mit den paläogenetischen Erkenntnissen übereinstimmt.”

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Das Gesicht dieser Menschen aus Marokko wirkt schon sehr modern, der Hirnschädel dagegen noch sehr archaisch. Das macht auch deutlich, dass ein Teilfund – Gesicht oder Hirnschädel – eine völlig andere Interpretation ergeben haben könnte. Daher sind voreilige und absolute Interpretationen bei Frühmenschenfunden immer riskant, so Jean-Jaques Hublin.
“All die neuen Funde verändern unser altes Bild von der Menschwerdung. Momentan gibt es keinen Beleg dafür, dass sich der Homo sapiens plötzlich vor 200.000 Jahren im Afrika südlich der Sahara entwickelt hat. Es gab keinen lokalen Garten Eden. Wenn es diesen Garten Eden in Afrika gab, dann müssen wir das auf ganz Afrika beziehen, denn diese Evolution ging auf dem ganzen Kontinent vonstatten.”
Menschliche Vergangenheit eher ein Stammbusch
Unsere Vergangenheit lässt sich also eher in einem Stammbusch als in einem Stammbaum aufzeichnen, da sich unterschiedliche Arten lange zeitlich und räumlich überlappt haben. Vor 300.000 Jahren haben Vertreter von Homo sapiens in Afrika gelebt, gleichzeitig Neandertaler in Europa, Denisova-Menschen in Sibirien, die kleinen Hobbits in Indonesien und auch Homo naledi in Südafrika.
Neue Funde dieser Spezies hatte John Hawks von der Universität von Wisconsin in Madison vor einem Monat zusammen mit einem internationalen Forscherteam veröffentlicht. Er ist derzeit wieder im südafrikanischen Rising-Star-Höhlensystem auf einer weiteren Ausgrabung und schätzt die neuen Funde aus Marokko am Mobiltelefon ein.
“Die einzige Sache, die ich etwas anders sehe, ist die Interpretation, dass es sich um einen frühen Homo sapiens handelt. Wenn ich mir die Fossilien aus Marokko anschaue, frage ich mich, ob dieser archaisch wirkende Mensch wirklich ein Vertreter von Homo sapiens ist. Verstehen sie mich nicht falsch, das ist alles sehr interessant. Und die Funde zeigen, wie kompliziert die Evolution des Menschen war. Aber wir wissen leider aktuell noch nicht, wie das alles zusammenpasst.”
Denn auch die Fossilien aus Marokko geben lediglich Einblick in ein kleines Zeitfenster der Entwicklung des anatomisch modernen Menschen. Nur weitere Fossilienfunde, die exakt datiert werden können, werden das große Rätsel um die Evolution des Homo sapiens lösen können.

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