Des policiers zambien patrouillent dans la capitale zambienne Lusaka, le 19 avril 2016

Ausländerfeindliche Gewalt in Sambia

Zambie: deux personnes brûlées vives en marge de violences xénophobes

PHOTO: Sambische Polizisten auf Patrouille in Lusaka – Des policiers zambien patrouillent dans la capitale zambienne Lusaka, le 19 avril 2016 – afp.com – SALIM DAWOOD

1. Gewaltausbruch gegen Rwander in Sambia
von Christian Putsch, Kapstadt 21.4.2016, 11:00 Uhr – http://www.nzz.ch/international/afrika/
Es sind brutale Übergriffe, die das sonst so friedliche Sambia in diesen Tagen erlebt. Mindestens zwei Männer wurden laut Polizeiangaben bei den Unruhen am Montag in der Hauptstadt Lusaka lebendigen Leibes verbrannt, die Regierungspartei Patriotic Front sprach sogar von fünf Toten. 60 Läden von Rwandern wurden geplündert, 250 Personen verhaftet. Die Gewalt richtete sich insbesondere gegen Einwanderer aus anderen afrikanischen Ländern. Dutzende von Geschäften von Ausländern wurden geplündert. Am meisten betroffen waren die ökonomisch oft bessergestellten Rwander, von denen viele Zuflucht in der Botschaft ihres Landes oder auf Polizeiwachen suchten.
2. Pogrom in Sambia – Gerüchte führen zu Ausländerhatz
21.04.2016 – http://www.taz.de/Politik/Afrika/!p4621/
BERLIN taz | Sambia gilt als eines der friedlichsten Länder Afrikas. Gerade deswegen……
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Zambie: deux personnes brûlées vives en marge de violences xénophobes
20.04.2016 à 18:00 – AFP
Deux personnes ont été brûlées vives lundi à Lusaka en marge d’émeutes xénophobes visant des commerçants rwandais soupçonnés de crimes rituels, a rapporté la police zambienne mercredi.

Mindestens zwei Männer wurden laut Polizeiangaben bei den Unruhen am Montag in der Hauptstadt Lusaka lebendigen Leibes verbrannt. (Bild: Moses Mwape / AP)

“Le nombre officiel de personnes tuées depuis le début des troubles lundi est de deux morts. Les deux personnes ont été brûlées vives le 18 avril 2016 à Kanyama”, un bidonville de Lusaka, a déclaré la porte-parole de la police, Charity Chanda, dans un communiqué.
Le ministre de l’Intérieur Davies Mwila a précisé au parlement que les deux victimes étaient des Zambiens, tués “dans la confusion” provoquée par les émeutes xénophobes.
Selon des vidéos diffusées sur les réseaux sociaux, les deux hommes ont été tués avec des pneus enflammés.
Après deux jours de violences, lundi et mardi, qui ont entraîné la destruction de 62 échoppes selon la police, la situation était relativement calme mercredi dans la capitale zambienne, a constaté le correspondant de l’AFP.
Les émeutes ont éclaté lundi et se sont propagées le lendemain dans plusieurs quartiers pauvres de Lusaka, après la découverte récente de sept cadavres, amputés de plusieurs organes (oreilles, coeur, pénis, …).
Mardi, des centaines de personnes ont caillassé des maisons et des commerces soupçonnés d’appartenir à des Rwandais.
De nombreux réfugiés rwandais -dont la population est estimée à 6.400 en Zambie par l’ONU- tiennent des épiceries dans des quartiers pauvres de Lusaka et sont accusés par la population d’avoir commis ces crimes rituels dans le but de leur porter chance dans leurs affaires.
Effrayés par ces violences xénophobes, des ressortissants rwandais ont trouvé refuge dans des commissariats.
Lundi soir, le ministre de l’Intérieur avait dénoncé le comportement “de personnes animées d’intentions criminelles” qui “ont tiré profit de la peine et de la douleur que nous avons tous ressenties après ces crimes rituels supposés”.
Jusqu’à présent, la police a procédé à onze arrestations liées aux crimes rituels et à 256 interpellations liées aux émeutes.
Des casseurs ont profité de ces violences pour voler de la nourriture ou du matériel électroménager tels que des réfrigérateurs, dans les magasins visés.
Ces événements interviennent à quatre mois de l’élection présidentielle qui doit se tenir le 11 août dans ce pays d’Afrique australe en pleine crise économique.
Cette vague d’attaques xénophobes rappelle celle qu’a connue l’année dernière l’Afrique du Sud, où sept personnes avaient été tuées dans des violences qui avaient duré plusieurs semaines.
Des habitants des quartiers pauvres de Johannesburg et de Durban (est) s’en étaient pris à des immigrés, qu’ils accusaient de prendre leurs emplois.
© 2016 AFP

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Ausschreitungen in Lusaka am 19. April  Foto: reuters

1. Gewaltausbruch gegen Rwander in Sambia
von Christian Putsch, Kapstadt 21.4.2016, 11:00 Uhr – http://www.nzz.ch/international/afrika/
Es sind brutale Übergriffe, die das sonst so friedliche Sambia in diesen Tagen erlebt. Mindestens zwei Männer wurden laut Polizeiangaben bei den Unruhen am Montag in der Hauptstadt Lusaka lebendigen Leibes verbrannt, die Regierungspartei Patriotic Front sprach sogar von fünf Toten. 60 Läden von Rwandern wurden geplündert, 250 Personen verhaftet. Die Gewalt richtete sich insbesondere gegen Einwanderer aus anderen afrikanischen Ländern. Dutzende von Geschäften von Ausländern wurden geplündert. Am meisten betroffen waren die ökonomisch oft bessergestellten Rwander, von denen viele Zuflucht in der Botschaft ihres Landes oder auf Polizeiwachen suchten.
«Gezielt gestreute Gerüchte»
Auslöser war eine Serie von sieben rituellen Morden seit Mitte März. Einigen Leichen waren Ohren und Genitalien abgeschnitten und das Herz entnommen worden. Die Unruhen begannen, nachdem sich das Gerücht verbreitet hatte, ein ausländischer Mordverdächtiger sei aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Tatsächlich war der betreffende Mann wegen eines vermeintlichen anderen Delikts eingesessen, wie Innenminister Mwila mitteilte. «Kriminelle Elemente» hätten den Schmerz der Bevölkerung ausgenutzt, sagte er. Wegen der Morde würden derzeit elf Verdächtige festgehalten.
Am Mittwoch sicherten tausend zusätzliche Polizisten die Strassen von Lusaka. Die Unruhen gingen zurück, sagte die sambische Polizeisprecherin, «wir können aber nicht behaupten, dass sie beendet sind». Sie betonte auch, dass es nicht den leisesten Hinweis darauf gebe, dass die angegriffenen Ausländer tatsächlich in Ritualmorde involviert gewesen seien. Die Gerüchte seien «gezielt von Kriminellen gestreut» worden, um einen Vorwand für Angriffe und Plünderungen zu haben. Sie forderte die Bevölkerung auf, den kursierenden Unterstellungen keinen Glauben zu schenken.

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Die Sicherheitskräfte wurden derweil von ausländischen Ladenbesitzern scharf kritisiert. «Wir haben die Polizei gerufen, aber sie ist erst nach zwei Stunden gekommen», sagte ein in Lusaka lebender Burundier gegenüber der African News Agency. «Die Plünderer konnten ohne Angst alles ausräumen.» Er sei unschuldig, wie die meisten Opfer.
Arbeitslosigkeit und Teuerung
Die Bilder erinnern an die fremdenfeindlichen Übergriffe in Südafrika in den Jahren 2008 und 2015. Damals waren insgesamt rund 80 Personen ums Leben gekommen. Auch dort wurden zahlreiche Geschäfte geplündert; es dauerte Monate, bis sich die Lage beruhigt hatte.
Sambia gilt mit seinen gerade einmal 13 Millionen Einwohnern als Nation der Einwanderer. 72 ethnische Gruppen lebten bisher im Vergleich zu vielen anderen afrikanischen Ländern friedlich miteinander. Zuletzt aber litt die Wirtschaft unter dem sinkenden Preis für Kupfer, das rund zwei Drittel der Exporteinnahmen Sambias ausmacht. Die Währung verlor im Jahr 2015 rund die Hälfte ihres Wertes gegenüber dem Dollar. Die ohnehin unter der mangelnden Energieversorgung leidenden Bergbaukonzerne in Sambia entliessen Mitarbeiter. Die Inflationsrate verdreifachte sich binnen eines Jahres auf 22 Prozent, besonders Grundnahrungsmittel wie Mais sind deutlich teurer geworden.
Viele Sambier lassen dies jedoch nicht als Entschuldigung für die derzeitigen Plünderungen gelten. «Wir sind schockiert, wie unsere ausländischen Freunde behandelt werden», so zitierte die African News Agency eine 61 Jahre alte Bürgerin. «Wir rufen die Regierung auf, Soldaten in unsere Gemeinden zu schicken und das Leben unschuldiger Menschen zu schützen.»

2. Pogrom in Sambia – Gerüchte führen zu Ausländerhatz
21.04.2016 – http://www.taz.de/Politik/Afrika/!p4621/
BERLIN taz | Sambia gilt als eines der friedlichsten Länder Afrikas. Gerade deswegen sorgen die ausländerfeindlichen Unruhen, die die Hauptstadt Lusaka am Montag und Dienstag erschütterten, für Entsetzen. Zwei ruandische Kleinhändler wurden nach Polizeiangaben am Montag lebendig verbrannt, mindestens 62 Geschäfte geplündert, einige davon niedergebrannt. Die Polizei hat nach Angaben vom Mittwoch 256 Menschen wegen Beteiligung an den Übergriffen festgenommen.
Auslöser der Unruhen war das Gerücht, ein ruandischer Geschäftsmann in Lusaka stecke hinter einer Serie bizarrer Ritualmorde, die die Millionenstadt seit einiger Zeit in Atem hält. Acht verstümmelte Leichen sind auf Lusakas Straßen in den letzten Wochen gefunden worden – allen fehlten einzelne Körperteile wie Genitalien, Ohren, Augen oder das Herz.
In der Öffentlichkeit verbreiteten sich Mutmaßungen, jemand betreibe einen lukrativen Handel mit Körperteilen und Blut zu rituellen Zwecken. Am Sonntag verkündete Sambias Präsident Edgar Lungu höchstpersönlich bei einem Kirchenbesuch, vier Täter seien in Haft, und er werde nicht zulassen, dass in einem christlichen Land Menschen ermordet werden.
In ihrem Bericht über Lungus Auftritt am Montag gab die große sambische Zeitung Daily Mail praktisch eine Anleitung für das, was folgte: „Wir verdächtigen Geschäftsleute, die schnell reich werden wollen und zu Hexendoktoren gehen, für den Schrecken verantwortlich zu sein, der die Menschen beunruhigt. Wir verdächtigen auch Wunderprediger, die magische Kräfte brauchen, hinter dieser mit Opferriten verbundenen Tötungsserie zu stecken. Ausländer aus Ländern, in denen rituelle Tötungen praktiziert werden, könnten auch hinter den Körperverstümmelungen stecken.“
Als dann auch noch der Name eines Händlers aus Ruanda kursierte, verbreitete sich eine gegen Ruander gerichtete Gewaltwelle in Lusakas Armensiedlungen.
In Sambia leben rund 4.000 Ruander, viele davon ehemalige Täter des Völkermords an den Tutsi 1994 und deren Familien. 2013 entzog ihnen das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) den Flüchtlingsstatus, weil Ruanda mittlerweile als sicheres Herkunftsland galt; sie müssen nun entweder nach Hause gehen oder in Sambia eine reguläre Aufenthaltserlaubnis beantragen.
Viele Ruander, die bisher im UNHCR-Flüchtlingslager Meheba im Nordwesten Sambias lebten, sind stattdessen in Lusakas informeller Wirtschaft untergetaucht. Beliebt sind sie nicht, und ihre Vergangenheit macht sie ein leichtes Ziel für bizarre Verdächtigungen.

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