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Briefe aus Afrika: Nigerias Kunst der blumigen Sprache – by Adaobi Tricia Nwaubani

Letters from Africa: Nigeria’s art of flowery language

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DEUTSCH LESEN – Unsere Schnellübersetzung
Briefe aus Afrika: Nigerias Kunst der blumigen Sprache
5. Februar 2017 – von Adaobi Tricia Nwaubani von http://www.bbc.com/news/world/africa
In unserer Reihe mit Briefen von afrikanischen Journalisten betrachtet die Romanautorin und Schriftstellerin Adaobi Tricia Nwaubani die Kunst der nigerianischen Redseligkeit:

Meine Freunde in den internationalen Medien sind verwirrt durch die blumige Sprache, die von nigerianischen Funktionären oft in Pressemitteilungen verwendet wird.
Die anspruchsvolle Diktion, die sterbenden Metaphern und gepolsterten Sätze würden George Orwell in seinem Grab einen Salto machen lassen.
Nehmen wir zum Beispiel diesen Absatz aus einer Pressemitteilung des nigerianischen Parlaments:
“Das Seminar zielt darauf ab, das Versprechen der Nationalversammlung einzulösen, dass wir auf der gleichen Seite mit der von Präsidenten Buhari geführten Verwaltung und im Einklang mit der legislativen Agenda stehen, dass es eine Synergie zwischen der Nationalversammlung und der Präsidentschaft im Kampf gegen Korruption gibt.
“Es ist zu bekräftigen, dass Sie nicht mit einer Hand klatschen können. Es ist unsere Art zu sagen, dass es eine gesetzgebende Kraft geben muss, um die Anti-Korruptions-Haltung der gegenwärtigen Verwaltung zu unterstützen.”
Hier ist ein weiteres Beispiel, diesmal ein Absatz aus einer nigerianischen militärischen Pressemitteilung:
“Die nigerianische Armee, in Synergie mit anderen Sicherheitsbehörden unter ihren verfassungsmäßigen Mandaten, handelte reaktiv, um das in-situ sich verschlechternde Sicherheitsszenario zu deeskalieren.
“Instruktiv haben die militärischen und anderen Sicherheitsbehörden maximale Beschränkungen der Chancen der provokativen und unerklärlichen Gewalten ausgeübt, die gegen sie eingesetzt wurden …
“Es ist für jeden Einzelnen oder jede Gruppe nicht vorstellbar, die breite Öffentlichkeit mit einer Anekdote von unbestätigten Erzählungen zu überschwemmen, um die nigerianische Armee im Zuge ihrer Ausführung ihrer Verfassungspflichten trotz der unerklärlichen vorsätzlichen und unprovozierten Angriffe zu diskreditieren … ”
Solche langwierigen Passagen finden sich auch in der örtlichen Presse, die gewöhnlich Ausdrücke wie “die Reste der Verstorbenen in der Leichenhalle”, “Männer der Unterwelt”, “Ganoven” und “gleichbedeutend mit Insubordination” benutzt.

FOTO AFP: Armee-Pressemitteilungen sind nicht anfällig für “Understatements”
Ausländer fragen sich, warum nigerianische Regierungsbeamte sich nicht für eine einfachere Sprache entscheiden.
Versuchen sie absichtlich, die Öffentlichkeit zu verwirren oder Informationen zu verbergen?
Nun, diese Pressemitteilungen folgen einfach einer uralten nigerianischen Tradition der verbalen Verzierung.
Für uns sind wichtige Informationen immer am besten durch Großartigkeit vermittelt worden.
Einen Liebesbrief schreiben
Damals in meinen Teenager-Jahren, lange vor der Ära des Texting und Sexting, gab es nur einen Weg für einen nigerianischen Jungen, seine aufrichtigen Gefühle für ein Mädchen zu beweisen: Durch das Schreiben eines Liebesbriefes.
Jeder Junge, der es ernst nahm, die Aufmerksamkeit des Mädchens zu fangen, das er sich vorgestellt hatte, wusste es besser zu tun als es in einfachem Englisch. Er musste die richtigen Worte finden.

Adaobi Tricia Nwaubani

“Es ist verlockend, wie üblich die Briten für all dies zu beschuldigen, weil sie uns ihre englische Sprache und ihre Feder und ihr Papier gebracht hatten” – Bild Copyright Adaobi Tricia Nwaubani

Wenn sein Vokabular mangelhaft war, gab es immer jenen Bücherwurm in der Klasse, der für eine Gebühr in bar oder Nettigkeiten die Rolle des Schreibbevollmächtigten übernehmen konnte.
Entweder das oder der Junge konnte wörtlich von einem Liebesbrief kopieren, der bereits von jemand anderem geschrieben wurde.
Und so ging der typische Liebesbrief, den viele von uns nigerianischen Mädchen erhalten haben, in etwa so:
“Meine liebste, süßeste, prächtigste Inkarnation der Schönheit, ich hoffe, dieser Brief findet Sie in einem aktuellen Zustand des Einklangs von Körper und Geist.
“Mein Hauptgrund für das Schreiben dieses Briefes ist, Ihren Verstand zu einem Problem zu lenken, das meine Seele beunruhigt hat.
“Sogar jetzt wo ich den Stift auf Papier setze, steigt mein Adrenalin auf der Richter-Skala, steigt meine Temperatur, hat der Spiegel in meinen Augen nur deine göttliche Reflexion, zeigt die Windfahne meines Verstandes gleichzeitig nach Norden, Süden, Westen und Osten.
“In der Tat bist du, wenn ich schlafe, der einzige Gedanke in meiner Medulla oblongata und ich träume von dir …”
Wenn diese süßen Nichts von einem Jungen waren, an dem du absolut kein Interesse hattest, war das Ding zu tun: seinen Brief zu verbrennen, die Asche in einen Umschlag zu legen und sofort zum Absender zurückzuschicken.

FOTO © ISTOCK – Es ist wichtig, in jungen Jahren zu lernen, mit großen Worten zu beeindrucken
Nigerias berüchtigte „419“* Internet-Betrüger nahmen diese gleiche Tradition der klingenden Worte an.

* §419: https://de.wikipedia.org/wiki/Vorschussbetrug#Nigeria-Scam
LESETIPP dazu: Die Autorin dieses Artikels hat hierüber den wunderbaren, munter-ironischen Roman „Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy“ geschrieben.
Kurz: http://www.stern.de/kultur/buecher/-die-meerblauen-schuhe-meines-onkels-cash-daddy–debuet-aus-dem-land-des-spam-3053626.html
Ausführlich: https://radiergummi.wordpress.com/2011/06/22/adaobi-tricia-nwaubani-die-meerblauen-schuhe-meines-onkels-cash-daddy/
Das Buch über Afrikanews bei amazon bestellen:

Leichtgläubige Ausländer überzeugen, sich von Millionen von Dollar und Pfund zu trennen, ist ernstes Geschäft und definitiv keine Aufgabe für alltägliche Wörter und einfache Sätze.
Ein typischer Auszug aus einem 419 scam-Brief liest so etwas wie folgt:
“Sehr geehrter Herr,
“Nicht der Zufall bringt mich zu Ihnen.
“Auf meiner Suche nach einem vertrauenswürdigen und zuverlässigen ausländischen Geschäftsmann erhielt ich Ihre Kontaktadresse von der nigerianischen Handelskammer und Industrie. Ich hoffe, dass man Ihnen vertrauen kann, um eine Transaktion dieser Größenordnung zu besprechen.
“Sie ist risikofrei, da alle Modalitäten für einen reibungslosen und erfolgreichen Abschluss geschaffen wurden.
“So sehne ich mich nach Ihrer distingierten Einwilligung und Ihrer ehrhaften Zusammenarbeit, um zu garantieren, dass diese gegenseitige Transaktion unter einer legitimen Vereinbarung durchgeführt wird, die Ihnen zugute kommt und meinem bescheidenen Glauben an Ihre Ehrlichkeit und Vertrauenswürdigkeit eine Wahrhaftigkeit verleiht.”
Wie die 419er Betrüger und die Liebesbezeuger wählen viele nigerianische Regierungsbeamte in ihren Pressemitteilungen den Weg der Ausführlichkeit, Aufblähung und Wiederholung.
Natürlich ist es verlockend, wie üblich die Briten für all dies zu beschuldigen, weil sie uns ihre englische Sprache und ihre Feder und ihr Papier gebracht hatten.
Aber da war die Kommunikation nicht weniger kompliziert als in den Tagen, bevor die Nigerianer gelernt haben, Pressemitteilungen auf Englisch zu schreiben.
“Nutzen Sie Ihre Zuhörer ab”
Wie der Veteran der nigerianischen Journalisten und Autoren Peter Enahoro in seinem 1966er Klassiker „Wie man Nigerianer ist“ schrieb, wird die Kraft der nigerianischen Rede an der Stärke der Beine des Redners gemessen – und was für eine bessere Möglichkeit gibt es, um sicherzustellen, dass Ihre Rede niemals endet, als jeden Satz mit einem Sprichwort oder Gleichnis über die Schildkröte oder den Affen zu punktieren.
Laut Enahoro: “Ein Streuen von logischen Schlussfolgerungen ist zulässig, aber nicht lebenswichtig … Wenn es zwei Möglichkeiten gibt, einen Punkt zu machen, eine kurz, die andere lang, wähle den längeren Weg … Die Idee ist, deine Zuhörer abzunutzen, weil die Kraft deiner Rede durch die Stärke deiner Ausdauer bestimmt wird.
“Wenn deine Zuhörer ihre Vernunft retten und dich überleben können, dann hast du eine schlechte Rede gehalten.”

FOTO © GETTYIMAGES Ein kraftvolles Oratorium kann die Ausdauer eines Publikums testen
Trotz moderner Technik haben sich die allgemeinen Regeln der nigerianischen Kommunikation seit Enahoros Beobachtungen offensichtlich nicht verändert.
Viele halten sich noch an den alten Glauben, dass die Komplexität der Botschaft der große Nachweis von Macht, Intellekt und Einfluss ist.
Dieser vermeintliche Beweis ist für den nigerianischen Regierungsbeamten wohl wichtiger als ob Sie verstehen oder nicht, was er zu sagen versucht.

DAZU AUCH
=> Nigerian novelist: How I was banned from speaking Igbo
=> => NIGERIA: PIDGIN VERDRÄNGT ENGLISCH und LOKALE SPRACHEN

ENGLISH READ – Original BBC
Letters from Africa: Nigeria’s art of flowery language
5 February 2017 – by Adaobi Tricia Nwaubani from the section http://www.bbc.com/news/world/africa
In our series of letters from African journalists, novelist and writer Adaobi Tricia Nwaubani considers the art of Nigerian verbosity:

My friends in the international media are perplexed by the flowery language often used in press releases from Nigerian officials.
The pretentious diction, dying metaphors and padded sentences would make George Orwell somersault in his grave.
Take, for example, this paragraph from a press release by the Nigerian parliament:
“The seminar is aimed at making good the promise of the National Assembly that we are on the same page with the President Buhari led administration and in line with the legislative agenda, that there is a synergy between the National Assembly and the Presidency in the fight against corruption.
“It is to reaffirm the point that you cannot clap with one hand. It is our way of saying that there must be a legislative strength to back the anti-corruption stance of the present administration.”
Here is another example, this time a paragraph from a Nigerian military press release:
“The Nigerian Army in synergy with other security agencies under its constitutional mandates… acted responsively in order to de-escalate the deteriorating security scenario in-situ.
“Instructively, the military and other security agencies exercised maximum restraints against the odds of provocative and inexplicable violence that were employed against them…
“It is rather inconceivable for any individual or group to have decided to inundate the general public with an anecdote of unverified narratives in order to discredit the Nigerian Army in the course of carrying out its constitutional duties despite the inexplicable premeditated and unprovoked attacks…”
Such long-winded passages can also be found in the local press, which commonly use expressions such as “the remains of the deceased have been deposited in the mortuary”, “men of the underworld”, “hoodlums” and “tantamount to insubordination”.

PHOTO AFP: Army press releases are not prone to be “understated”
Foreigners wonder why Nigerian government officials do not opt for simpler language.
Are they intentionally trying to confuse the public or to conceal information?
Well, these press releases are simply following an age-old Nigerian tradition of verbal ornamentation.
For us, important information has always been best conveyed with grandiloquence.
Writing a love letter
Back in my teenage years, long before the era of texting and sexting, there was only one way for a Nigerian boy to prove his sincere feelings for a girl: By writing a love letter.
Any boy serious about catching the attention of the girl he fancied knew better than to do it in simple English. He had to find the right big words.

Adaobi Tricia Nwaubani

“It is tempting to, as usual, blame the British for all this, for bringing us their English language and their pen and paper” – Image copyright Adaobi Tricia Nwaubani

If his vocabulary was lacking, there was always that nerdish classmate of his who, for a fee in cash or kind, could take on the role of scribe plenipotentiary.
Either that or the boy could copy verbatim from a love letter already written by someone else.
And so, the typical love letter that many of us Nigerian girls received went something like this:
“My dearest, sweetest, most magnificent, paragon of beauty, I hope this letter finds you in a current state of sound body and mind.
“My principal reason for writing this epistle is to gravitate your mind towards an issue that has been troubling my soul.
“Even as I put pen to paper, my adrenalin is ascending on the Richter scale, my temperature is rising, the mirror in my eyes have only your divine reflection, the wind vane of my mind is pointing north, south and east at the same time.
“Indeed, when I sleep, you are the only thought in my medulla oblongata and I dream about you…”
If these sweet nothings were from a boy in whom you had absolutely no interest, the thing to do was to set his letter ablaze, enclose the ashes in an envelope and promptly return to sender.

PHOTO © ISTOCK – It is important to learn to impress with big words at a young age
Nigeria’s notorious 419 internet scammers adopted this same tradition of using high-sounding words.
Persuading gullible foreigners to part with millions of dollars and pounds is serious business, definitely not a task for everyday words and simple sentences.
A typical excerpt from a 419 scam letter reads something like this: “Dear Sir,
“I do not come to you by chance.
“Upon my quest for a trusted and reliable foreign businessman, I was given your contact by the Nigerian Chamber of Commerce and Industry. I hope that you can be trusted to handle a transaction of this magnitude.
“It is risk-free, as all modalities have been put in place for a smooth and successful conclusion.
“Thus, I crave your distinguished indulgence and honest cooperation to guarantee that this mutual transaction will be executed under a legitimate agreement that will benefit you and lend credence to my humble belief in your honesty and trustworthiness.”
Like the 419 scammers and the love-struck lads, many Nigerian government officials choose the path of verbosity, expansiveness and repetition in their press releases.
Of course, it is tempting to, as usual, blame the British for all this, for bringing us their English language and their pen and paper.
But then, communication was not any less complicated in the days before Nigerians learnt to write press releases in English.
‘Wear out your listeners’
As veteran Nigerian journalist and author Peter Enahoro noted in his 1966 classic, How to be a Nigerian, the power of Nigerian oratory is measured by the strength of the speaker’s legs – and what better way to ensure that your speech never ends than to punctuate every sentence with a proverb or parable about the tortoise or the monkey.
According to Enahoro: “A sprinkling of logical conclusions is permissible but not vital… If there are two ways of making a point, one short, the other long, plug for the longer route… The idea is to wear out your listeners, because the power of your oratory will be determined by the strength of your endurance.
“If your listeners save their sanity and survive you, then you have made a poor speech.”

PHOTO © GETTYIMAGES A powerful oratory can test an audience’s endurance
Despite modern technology, the general rules of Nigerian communication have obviously not changed much since Enahoro’s observations.
Many still hold on to the ancient belief that complexity of message is proof of power, intellect and influence.
That supposed proof is probably more important to the Nigerian government official than whether or not you understand what he is trying to say.

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Warum sind Nigerias Reisimporte so hoch? – Analyse by Ijeoma Ndukwe

Why does Nigeria import so much rice?
ALL PHOTOS by BBC – ON TOP: Reis ist die Basis des beliebten Nationalgerichts Jollof
Rice is the basis of the popular national dish jollof

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DEUTSCH LESEN – Unsere Schnellübersetzung
Warum importiert Nigeria so viel Reis?
2. Februar 2017 – Aus http://www.bbc.com/news/world/africa
Reis ist eine große Sache in Nigeria. Die Leute lieben es, ihn zu essen. So fragt Ijeoma Ndukwe von BBC: Warum bauen sie nicht mehr davon an, statt so viel zu importieren?
In einem Lokal in Lagos, Nigerias kommerzieller Hauptstadt, wartet eine lange Reihe von Kunden entlang einer Glaswand, die sie von einer Reis-Food-Station trennt. An der Reihe, können zwischen weißem Reis, gebratenem Reis und Jollof wählen in diesem beliebten lokalen Restaurant namens “The White House”.
In der Haupthalle wird ein regelmäßiger Kundenstrom bedient, und in zwei rappevollen Nebenräumen genießen die Gäste nigerianische Gerichte.
Reis ist die Basis des beliebten Nationalgerichts Jollof und Grundnahrungsmittel im ganzen Land.
Das Problem ist nicht ein Mangel an Land, oder dass es nicht genug Reisbauern gäbe in Afrikas bevölkerungsreichstem Land.
Während der Getreidemarktkrise vor acht Jahren erlebte Nigeria Reismängel, die das Land seine Ernährungssicherheit und die Fähigkeit zur Versorgung des lokalen Marktes überdenken lassen.
Infolgedessen hat Präsident Muhammadu Buhari die Reis-Landwirtschaft zur Priorität erklärt.
Nigeria’s Appetit auf Reis bedeutet, dass das Land fast 17 Millionen Tonnen davon importierte, die ganzen letzten fünf Jahre über. Die Abgaben für importierten Reis sind derzeit 60% und die Verbraucher haben den Preis für einen Sack Reis sich in den letzten 12 Monaten verdoppeln gesehen.
Viele einheimische Spieler sind auf dem Markt. Olam, ein multi-nationales Agrargeschäft, errichtete im Jahr 2012 eine Reis-Farm als Reaktion auf die Bitten der Regierung an lokale Player, dabei zu helfen, die 170 Millionen Nigerianer zu ernähren.

Nigerias Reis in Zahlen

Im Laufe der letzten fünf Jahre wurden fast 17 Millionen Tonnen importiert
Im Jahr 2016 wurden 2,3 Millionen Tonnen importiert
Die Nachfrage nach 2016 betrug 5,2 Millionen Tonnen
Ausgaben pro Tag für Reis-Schifffahrt: $ 5mio
Auf den Reis entfielen 1,26% des gesamten Budgets für 2017

Es ist eine holprige Reise zu Olams Farm im Dorf Rukubi in der Nähe des Benue River im Bundesstaat Nasarawa State. Die üppigen grünen Felder des Bauernhofes sind eine Oase zwischen Meilen und Abermeilen von staubigen roten Straßen und Büschen.
Große Metallsilos, die 228.000 Tonnen Reis tragen, steigen aus dem Boden auf und glänzen in der sengenden Nachmittagssonne. Manager Anil Nair fährt uns durch die rund 4.500 Hektar von Farm und Mühle.
Die meisten Bauernhände haben die Arbeit für den Tag beendet. Sie arbeiten normalerweise in den Reisfeldern ab 07:00, bevor die Sonne zu heiß wird. Nur wenige Frauen bleiben noch, stehen knöcheltief in den Reisfeldern und pflanzen Setzlinge.
Dies ist eine der größten Reisfarmen in Nigeria und obwohl 50.000 Tonnen jedes Jahr mehr geerntet werden, ist das immer noch nur ein kleiner Bruchteil der Nachfrage des Landes.
Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) importierte das Land im Jahr 2016 2,3 Millionen Tonnen, etwa die Hälfte des geschätzten Bedarfs des Landes.
Der Minister für Landwirtschaft Audu Ogbeh sagt, dass die Importkultur aufhören muss.
“Wir können uns 5 Millionen Dollar pro Tag für Reisverschiffungen in dieses Land nicht leisten.Es ist 40 Jahre lang gegangen.Und ich versichere Ihnen, dass es unsere rücksichtslose Politik der Einfuhr ist, die Nigeria dahin gebracht hat, wo es jetzt ist.
Wer immer von Importen spricht, meint es entweder nicht gut mit Nigeria oder lehnt es einfach ab, die Tatsache anzuerkennen, dass wir uns die Importe nicht leisten können. ”
Jedoch sind die meisten Landwirte in Nigeria klein und müssen kämpfen, um die Finanzierung zu erhalten, die sie benötigen, um ihre Landwirtschaftsmethoden zu verbessern und ihre Ausbeute zu steigern.

Mitglieder der Rice Farming Association von Nigeria sagen, sie können nur auf hochzinsige Darlehen von Geschäftsbanken zugreifen.
Joseph Jatau Kudu hat in der Nähe der Stadt Doma in Nasarawa State seit 1982 Land bewirtschaftet. Er sagt, dass die Banken bis 30% Zinsen verlangen, um Geld zu verleihen.
“Es ist zu hoch, wir verdienen nichts”, sagt er.
Ohne das Kapital für Mechanisierungen müssen die Arbeiter auf der 15 Hektar großen Farm alles von Hand machen.
“Manchmal sind die Traktoren nicht verfügbar.So setze ich jetzt manuelle Arbeit ein. Das ist nicht so effektiv wie die Verwendung eines Traktors und es ist einer der Gründe, warum ich nicht erweitern kann.”
“Wunschtraum”

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Der Landwirtschaftsminister behauptet, dass Nigeria in der Reisproduktion bis zum Ende des Jahres autark sein wird.
Kritiker der Regierungspolitik deuten jedoch nicht nur auf den Mangel an Ausgaben für die Landwirtschaft, sondern auch auf Unter-Investitionen in die gesamte Wertschöpfungskette für Reis, vom Feld bis zum Kochtopf.
Zweiundneunzig Milliarden Naira ($ 302mio) wurde dem Sektor im Budget 2017 zugeordnet – nur 1,26% des gesamten Budgets für das Jahr.
AgroNigerias Geschäftsführer Richard Mbaram sagt, dass die Autarkie in den nächsten Jahren nur ein “Wuschtraum” sei.
“Die Reisproduktion kommt nicht vom Wunsch, sie wird kultiviert und systematisch gesät.
“Es gibt Forschung, gibt es Mechanisierung, es gibt Haltung und Lagerung. Es gibt Marktöffnung und Marktzugang.
“Man kann die Industrialisierung oder Agro-Industrialisierung nicht antreiben, ohne die Farm anzuschließen, wo die Produktion stattfindet. Haben wir das? Wir sind sehr weit zurück, um das zu erreichen.”
In der Zwischenzeit zeigt der Appetit der Nigerianer auf Reis kein Zeichen der Verlangsamung.

DAZU AUCH
link tomato crisis MIT KOCHREZEPTEN http://www.bbc.com/news/world-africa-36424153
link Tomatenkrise http://afrikanews2-2014-2018.com/tomatenkrise-in-nigeria/

ENGLISH READ – Original BBC
Why does Nigeria import so much rice?
2 February 2017 – From the section http://www.bbc.com/news/world/africa
Rice is a big deal in Nigeria. People love eating it. So the BBC’s Ijeoma Ndukwe asks: why don’t they grow more of it instead of importing so much?
A long line of customers queue along a glass divide separating them from a rice food station at an eatery in Lagos, Nigeria’s commercial capital. Diners can choose between white rice, fried rice and jollof at this popular local restaurant known as “The White House”.
A steady flow of customers is served in the main hall, and in two packed adjoining rooms diners are enjoying Nigerian dishes.
Rice is the basis of the popular national dish jollof and a staple across the country.
The problem is not a lack of land, or that there are not enough people to grow it in Africa’s most populous country.
During the grain market crisis eight years ago, Nigeria experienced shortages in rice that made the country rethink its food security and ability to supply the local market.
As a result, President Muhammadu Buhari has made rice farming a priority.
Nigerians’ appetite for rice means that the country imported nearly 17 million tonnes of it over the past five years. Duties for imported rice are currently 60% and consumers have seen the price of a bag of rice double in the past 12 months.
Many domestic players have been entering the market. Olam, a multi-national agribusiness, set up a rice farm in 2012 in response to government calls for local players to help feed the 170 million Nigerians.

Nigeria’s rice in numbers

Imported nearly 17 million tonnes over the past five years
Imported 2.3 million tonnes in 2016
2016 demand was 5.2 million tonnes
Spends $5m (£4m) a day for rice shipments
Rice accounted for 1.26% of the entire budget for 2017

It is a bumpy journey to Olam’s farm in Rukubi village close to the Benue River in Nasarawa State. The lush green fields of the farm are an oasis among miles and miles of dusty red road and bushes.
Large metal silos carrying 228,000 tonnes of rice rise up from the ground, gleaming in the scorching afternoon sun. Manager Anil Nair, drives us around 4,500 hectares of the farm and mill.
Most of the farm hands have finished work for the day. They usually work in the rice paddies from 07:00, before the sun gets too hot. Only a few women remain, standing ankle deep in the paddies, planting rice seedlings.
This is one of the largest rice farms in Nigeria and although it grows 50,000 tonnes each year, that is still just a small fraction of the country’s demand.
According to the United Nations Food and Agriculture Organisation (FAO), the country imported 2.3 million tonnes in 2016, about half of the country’s estimated requirements.
Minister of Agriculture Audu Ogbeh says that the culture of importation has to stop.
“We can’t afford $5m a day for rice shipments in this country. It’s gone on for 40 years. And I assure you that it’s our reckless policy of importation that’s brought Nigeria down to where she is now.
Those who keep talking of imports either don’t mean Nigeria well or simply refuse to recognise the fact that we can’t afford the imports.”
However, most farmers in Nigeria are small scale and struggle to get the financing they need to improve farming methods and boost their yield.

Members of the Rice Farming Association of Nigeria say they can only access high-interest loans from commercial banks.
Joseph Jatau Kudu has been farming near the town of Doma in Nasarawa State since 1982. He says the banks charge as much as 30% to lend money.
“It’s too high. We end up earning nothing,” he says.
Without the capital to mechanise, workers must do everything on his 15-hectare farm by hand.
“Sometimes the tractors are not available. So now I’m using manual labour. It’s not as effective as in the case of using a tractor and it’s one of the reasons I can’t expand.”
‘Pipe dream’
The agriculture minister claims that Nigeria will become self-sufficient in rice production by the end of the year.
However, critics of government policy not only point to a lack of spending on agriculture, but also to an under-investment in the entire value-chain for rice, from field to cooking pot.
Ninety two billion naira ($302m; £240m) was assigned to the sector in the 2017 budget – only 1.26% of the entire budget for the year.
AgroNigeria’s Managing Director Richard Mbaram says that achieving self-sufficiency in the next couple of years is merely a “pipe dream”.
“Rice production isn’t willed into existence. It is cultivated and systematically sown.
“There is research, there is mechanisation, there is warehousing and storage. There is market opening and market access.
“You cannot drive industrialisation or agro-industrialisation without connecting the farm gate where the production is happening. Do we have that? We’re very far back in terms of achieving that.”
In the meantime, Nigerians’ appetite for rice shows no sign of slowing down.

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Frauenfußball: Interview mit FIFA-Vize Fatma Samoura

Football féminin: Entretien avec FIFA No2 Fatma Samoura
TOP PHOTO afp.com BY Anthony Devlin: Fatma Samoura,
secrétaire générale de la Fifa, le 26 septembre 2016 à Manchester

Fatma Samoura, No.2 und erste Frau in der Fifa: “Die gläserne Decke fällt”
18.00 2017.07.03 – Von Eric Bernaudeau – AFP
Die im Mai 2016 ernannte Senegalesin Fatma Samoura, No.2 und erste Frau der FIFA, sagte am Dienstag in einem Interview mit AFP, dass sie als Frau, Muslimin und Afrikanerin in einem sehr männlichen und traditionstreuen kleinen Universum “die gläserne Decke zum Fallen gebracht” habe…..
AUF DEUTSCH (VON MIR ETWAS VERBESSERTE GOOGLE-ÜBERSETZUNG) WEITERLESEN UNTER DEM FRZ. ORIGINAL

Fatma Samoura, première femme N.2 de la Fifa: “Le plafond de verre tombe”
07.03.2017 à 18:00 – Par Eric BERNAUDEAU – AFP
Nommée en mai dernier, la Sénégalaise Fatma Samoura, première femme N.2 de la Fifa, estime mardi dans un entretien à l’AFP qu’en tant que femme, musulmane et africaine, dans un univers très masculin et peu prompt “à bousculer les traditions”, elle a fait tomber “le plafond de verre”.
Continue reading Frauenfußball: Interview mit FIFA-Vize Fatma Samoura

FESPACO 2017 (II): Starke Frauen, starke Frauenfilme

FESPACO 2017 (II): deux femmes fortes

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1. Naky Sy Savane, Schauspielerin, aber vor allem afrikanische Frau LESEN
12.05 2017.03.01 – Von Patrick FORT – AFP
Die ivorische (Elfenbeinküste) Schauspielerin Naky Sy Savane, einer der Stars des 25. Panafrikanischen Festivals für Kino und Fernsehen von Ouagadougou (FESPACO), verteidigt die afrikanische Frau, auf dem Bildschirm, aber auch im Leben.
“Ich werde nicht sprechen, bevor mein Anwalt da ist, lassen Sie sich also nicht durch den Anschein täuschen!” witzelt sie über ihre Rolle im Wettbewerbsfilm “Frontières” (Grenzen), der unter der Regie der Burkinabeerin Apolline Traoré endstand.
Sie spielt dort brillant eine zynische und zänkische Frau, die nach und nach ein sympathischeres Gesicht zeigt.
Dieser Film, der vier Frauen aus von Senegal bis Nigeria porträtiert und alle Arten von Schwierigkeiten (Gangstertum, Unfälle, Diebstahl, Vergewaltigung, Mord, Armut) anfasst, Seite sich also mit genau einem der Schauspielerin teuren Thema befasst, die während einer Karriere, die 1987 begann, mit den größten afrikanischen Regisseuren spielte und zahlreiche Auszeichnungen erhielt.
“Grenzen” drehen war “eine große Freude für mich als Feministin, die täglich für die Rechte der Frauen arbeitet, gegen die Gewalt”, sagt die Schauspielerin.
– ‘Die Frau trägt Afrika’ –
“Die Frauen im Film sind Frauen, die ich jeden Tag treffe, die so eine Reise machen, die auf viele Hindernisse stoßen. Dieser Film ist eine Hymne an die Frauen, an den Kampf der afrikanischen Frauen”, sagt sie.
“In Afrika ist es schwierig, sich zu bewegen. Diese Frauen schaffen es Einsparungen zu machen, die Kulturen zu verbinden. Mit Schwierigkeiten, aber sie schaffen es”, sagt sie.
“Mit der Wirtschaftskrise arbeiten die Männer in den meisten Familien nicht, aber diese Frauen stehen jeden Tag auf. Manche gehen auf den Markt, manche auf die Felder, ins Büro. Und wenn die Herren und Kinder nach Hause kommen, gibt es immer etwas zu essen “, sagt die Schauspielerin.
“Ich beziehe mich auf häufig auf den Film des großen Regisseurs Idriss Diabaté: Die Frau trägt Afrika”, sagt sie.
Er ist der Auffassung, dass man die Lebensbedingungen in Afrika durch die Frauen verbessern könnte.
“Man sollte uns vertrauen. Jene Frauen, die Handel betreiben, sie haben keinen Zugang zu Krediten. Sie machen ihre Ansparungen unter sich, mit ihren tontine (eine Art kollektives Sparen, wo jeder einzahlt und wiederum erhält), um ihr kleines business gründen zu können”, erinnert sie.

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“Es ist eine Schande, dass man den Frauen nicht vertraut. Wir verlieren (…) unsere Wirtschaft. Sie hingegen sind im kleinen Geschäft, im kleinen Unternehmen … Wenn ihnen Kredite gegeben würden, könnten sie große Dinge tun”, sagt sie.
Sie unterstreicht den Mut der Regisseurin, die “Grenzen” gedreht hat: “Wir haben nie ein Projekt wie dieses in Afrika gehabt, das all diese Ländern durchläuft und diese kulturelle Mischung braut (…). Damit die Einheit, die wir predigen, Wirklichkeit werden kann. ”
Die Schauspielerin hat in Marseille das Afriki Djigui Theatri gegründet, ein engagiertes Theater, das für die Promotion Afrikas arbeitet und sich für Benachteiligte engagiert.
Naky Sy Savane bedauert insbesondere, dass die Afrikaner auf den französischen Bildschirmen nicht sehr präsent sind. “Frankreich will unser Gesicht nicht. Ich lebe in Frankreich, aber ich mache keine Castings. Wenn man mich anruft, frage ich immer, ob es für eine Rolle ist. Wenn es um Darstellungen in Frankreich geht, ich mache das nicht. Es sind sie (der französische Film), die keine Lust haben, ihre Filme zu bereichern. Es ist schade für sie. Es gibt überall Talente. Frankreich ist ein Regenbogenland. Man versteht nicht, warum das Land sich verschließt“, endet sie.
© 2017 AFP
ZUM LETZTEREN EIN KOMMENTAR VON AFRIKANEWS ARCHIV:
So empört wie naiv bringt Naky Sy Savane hier die Frage ins Spiel, was das Gesicht Afrikas ist. Oder meint sie nur die Gesichter schwarzafrikanischer Schauspieler/innen auf Kinoleinwänden?
Zudem sie selber, wie die Regisseurin, lange schon in Frankreich lebt, dort gelernt hat und dort aktiv ist?
Bloß schwarze Gesichter gibt es im französischen Kino so viele wie im amerikanischen.
Sie meint also: Gesicht plus Thema. Afrikanisch halt.
Der Film “Frontières” ist sicherlich stark und mir gut, ihn in meinem kleinen Rahmen zu promoten.
Nur: was ist das Gesicht, das die Franzosen nicht wollen und warum nicht? Vor allem nicht in ihrem kleinen Leinwand- oder Bildschirmvergnügen?
Vielleicht sehen diese Franzosen das wirkliche Gesicht Afrikas tagtäglich, und wohl schon zu lange, und zu nah:
– Die Gesichter der Massen junger (und gut gepolsteter, denn die wirklich Armen schaffen es nicht bis nach Europa) illegaler Migranten, die sich nicht einen Deut um Frankreich und ihre Integration dort scheren.
– Ganz aktuell die wirklich afrikanischen Gesichter aus den vier wirklich pur afrikanischen (= gnadenlose etnische Machtkriege) Hungerkrisen plus der acht dürrebedingten Notstände. Auch (von uns) klimaverursachten Dürren hätten afrikanische Bauern und Landwirtschaftsminister mit etwas weniger fatalistischer und traditionstreuer (1) oder profitabler (2) Bewegungslosigkeit längst vorbeugen können.
– Die afrikanischen Gesichter auf der Flucht zu oder in riesigen Notlagern in den einigen Ländern, in denen französische Soldaten schon länger nicht mehr für den Machterhalt von der französischen Wirtschaft angenehmen Despoten kämpfen, sondern sich zum Schutz der Zivilisten und zum Erhalt ihrer elementaren Rechte zwischen die dortigen Fronten stellen, dies mit einem enormen Aufwand an Steuermitteln.
– Die afrikanischen Gesichter von Kindersoldaten, reihenweise hemmungslosen Massakern und Massenvergewaltigungen.
Vielleicht wollen diese Franzosen das Gesicht von Naky Sy Savane nicht sehen, weil sie von Haus aus rassistisch oder herrenmenschlich ignorant gesinnt wären, sondern weil sie das schwarze Gesicht, welches sie ihnen zeigen möchte, schon als nicht real identifiziert haben?
Wer lässt dieses Regenbogenland sich verschließen?
Die normalerweise toleranten und freiheitsliebenden und demokratischen Franzosen oder ihre Erfahrungen (die jüngeren, die die älteren kolonialistischen Vorurteile leider nur bestätigen) mit Afrika und seinen Menschen?
Naky Sy Savane sollte, bevor sie so papageiert, mal innehalten, frei nachdenken, hoffentlich umdenken und ihrer Kritik eine bessere Zielscheibe suchen und ihr tolles Engagement im Land ihrer Eltern einsetzen.

2. Die malische Schauspielerin Diarra, “alt seit ihrer Jugend!” LESEN
AFP – 03.03.2017 17:00 – Von Patrick FORT
Sanft oder Furie, freundlich, böse, unglücklich, glücklich, als Arbeiterin, als Hausfrau … aber immer alt: die malische Schauspielerin Maimouna Hélène Diarra, 62, eine der Künstlerinnen, die auf dem 25. Panafrikanischen Kino-und-Fernseh-Festival von Ouagadougou (FESPACO) für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde, spielte, seit sie sie jung war, die Rollen von betagten Damen!
“Es ist nicht so, dass ich keine Lust gehabt hätte, junge Rollen zu spielen! Aber mir wurden einfach nie solche Rollen angeboten. Ich spiele die Alten, seit ich jung war”, lacht diese große Dame des afrikanischen Kinos, die mit den größten Regisseuren des Kontinents gedreht hat, vom Senegalesen Ousmane Sembène („Mooladé“) bis zum Malier Cheikh Oumar Cissoko („Genesis“) oder dem Mauretanier Abderrahmane Cissako („Bamako“), während sie gleichzeitig eine glänzende Karriere im klassischen Theater und in malischen Fernsehproduktionen durchlief.
„Ich habe eine Gabe für die Alten! Wenn ich früher mit meinen hohen Absätzen und mit Hosen in die Stadt ging, sagten meine Freunde: + Nein, wir verstehen das nicht. Nicht möglich, du bist total verwandelt +.”
Geboren in Ségou, wurde Helene von einem Lehrer, Onkel mütterlicherseits, aufgezogen – ihr Vater war ein hoher Beamter, ihre Mutter früh verstorben. Sie setzte ihre Talente früh ein: “In der Familie haben wir gelacht, wir haben uns gebalgt, und ich hab ihnen was vorgespielt.”
“Ich war eine Null in Mathematik, und so fragte ich eines Tages + Gibt es keine Schule, wo es kein Mathe gibt? Man sagte mir: + Es gibt die INA (die Nationale Kunstakademie) in Bamako.+ Ich begann zu zeichnen. Ich war begabt.”
Eine Theatertournee der Drama-Gruppe Malis, die “Die Leiden des Bruders Jero” (des nigerianischen Nobelpreisträgers Wole Soyinka) spielt, verändert ihr Leben. “Als ich das Stück sah, sagte ich mir, + genau das will ich machen.+ Es war Liebe auf den ersten Blick.“
Sie schreibt sich somit 1975 für die INA ein, Sektion Theater. “Es gab vor allem die Seminare von Armand Dreyfus (französischer Schauspieler). Er brachte mir bei, mit meinem Körper zu arbeiten. Eine alte Frau muss mit schweren Schritten gehen, mit gebrochenem Rücken, eine Haltung haben. Es ist nicht nur die Maske.”
Sie schwelgt in den Erinnerungen an ihre erste große Rolle in dem haitianischen Politstück “Gouverneurs de la rosée” von Jacques Roumain, in dem sie eine … ältere Mutter spielte, die den Tod ihres Sohnes (des Helden) zugunsten des Allgemeinwohls verschweigt.
Hélène beginnt im Kino als n, mit Souleymane Cissé, “aber mit Cheikh Oumar Cissoko fing ich wirklich an. Er hatte mich im Theater gesehen und es gefiel ihm.”
– “Die Böse spielen, das mag ich” –
“Ich spielte dann in all seinen Filmen, Nyamanton (1986), Finzan (1989) bis Guimba (1995, mit dem Goldenen Hengst ausgezeichnet, wo sie die Frau des Helden spielt) und Genesis (1999),” sagt sie.

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“Am Anfang verdienten wir wenig, aber es gefiel uns”, erinnert sich die Schauspielerin, die dann Rollen in Filmen, Fernsehfilmen und Serien anschließt, einschließlich der Rolle der “Xanthippe” in der berühmten Serie “Les Concessions”. => https://youtu.be/lQsnhVjMjeA
Um über die Runden zu kommen, arbeitet sie als Assistentin für Presse und Regie beim malischen Staatssender (ORTM), der ihr frei gab, wenn sie Drehtage hatte. Sie konnte von ihrer Kunst leben”, aber immer die +Mama+, die afrikanische Frau.”
“Die Böse spielen, das mag ich! Vor allem, wenn ich dort mit dem Zeigefinger drohen kann!” scherzt sie, wobei sie im Leben ganz das Gegenteil ist.
Sie bedauert jetzt den Niedergang des afrikanischen Kinos.
“Es gibt keine Mittel mehr. Vorher gaben die europäische Entwicklungshilfe und der Staat Geld. Der Staat findet es nicht mehr wichtig und Europa hat es eingestellt. Die Filme verlieren an Qualität. Das goldene Zeitalter ist vorbei.”
“Heute nimmt man diejenigen (Schauspieler), die mit Krümeln zufrieden sind. Man nimmt viele Amateure. Man nimmt zum Beispiel ein Mädchen, eine Alte für 50.000 Francs CFA (75 Euro), während die Rolle das Zehnfache wert ist”, sagt sie.
“Es ist nicht alles schlecht: es gibt junge talentierte Regisseure, aber es gibt kein Geld”, mildert sie ab.
Mutter und Großmutter “vieler Kinder und Enkelkinder im afrikanischen Sinne (der Großfamilie)”, will sie nicht, dass diese Schauspieler werden.
“Man verdient kein Geld mehr in der Branche. Mein Enkel, 6 Jahre alt, will Fußballer werden!”
© 2017 AFP

3. PHOTOS + video filmtrailer “Frontières WATCH

Foto (c) AFP/ISSOUF SANOGO: L’actrice malienne Maimouna Hélène Diarra, le 27 février 2017 à Ouagadougou – Die malische Schauspielerin Maimouna Hélène Diarra, am 27. Februar 2017 in Ouagadougou


Naki Sy Savane (L) mit Schauspielerinnen des Films “Frontières”, in Ouagadougou – PHOTO
afp.com by ISSOUF SANOGO

1. Naky Sy Savané, actrice mais surtout femme africaine LIRE
01.03.2017 à 12:05 – Par Patrick FORT – AFP
L’actrice ivoirienne Naky Sy Savané, une des vedettes du 25e Festival panafricain du cinéma et de la télévision de Ouagadougou (Fespaco), défend la femme africaine à l’écran mais aussi dans la vie.
“Je ne parlerai pas tant que mon avocat ne sera pas là comme quoi, il ne faut pas se fier aux apparences!” plaisante-elle à propos de son rôle dans “Frontières”, en compétition au Fespaco, réalisée par la Burkinabè Apolline Traoré.
Elle y incarne magistralement une femme désabusée et acariâtre qui montre peu à peu un visage plus sympathique.
Ce long-métrage, qui met en scène quatre femmes traversant l’Afrique du Sénégal au Nigeria et affrontant toutes sortes de difficultés (racket, accidents, vol, viol, assassinat, pauvreté), aborde justement une thématique chère à l’actrice qui a joué avec les plus grands réalisateurs africains et reçu de nombreux prix lors d’une carrière débutée en 1987.
Tourner “Frontières” a été “un grand plaisir pour moi qui suis une féministe et qui travaille au quotidien sur les droits des femmes, les violences”, dit l’actrice.
– ‘La femme porte l’Afrique’ –
“Les femmes du film sont des femmes que je rencontre au quotidien, qui font ce trajet, qui bousculent beaucoup de barrières. Ce film est un hymne à la femme, au combat de la femme africaine”, assure-t-elle.
“En Afrique, c’est difficile de circuler. Ces femmes là elles arrivent à créer des économies, à relier les cultures. Difficilement mais elles y arrivent”, souligne-t-elle.
“Avec la crise dans la plupart des familles, les hommes ne travaillent pas mais tous les jours ces femmes se lèvent. Il y en a qui vont au marché, aux champs, au bureau. Et quand les messieurs et les enfants rentrent, il y a toujours quelque chose a manger”, explique l’actrice.
“Je fais souvent référence à un film du grand réalisateur Idriss Diabaté: +La Femme porte l’Afrique+”, poursuit-elle.
Elle estime qu’on pourrait améliorer les conditions de vie en Afrique à travers la femme.
“Il faudrait nous faire confiance. Ces femmes qui font le commerce, elles n’ont pas accès au crédit. Elles font leur économie entre elles, avec leurs tontines (sorte d’épargne collective tournante où chacun cotise et reçoit à tour de rôle) pour pouvoir se faire des fonds de commerce”, rappelle-t-elle.
“C’est dommage qu’on ne fasse pas confiance aux femmes. On perd (…) notre économie. Elle sont dans le petit commerce, le petit business… Si on leur accordait des prêts, elles pourrait faire de grandes choses”, assure-t-elle.
Elle souligne le courage de la réalisatrice qui a monté “Frontières”: “On n’a jamais eu un projet comme ca en Afrique, qui traverse tous ces pays et réussit ce brassage culturel (…) Pour que l’unité que nous prônons puisse être une réalité”.
L’actrice a fondé à Marseille l’Afriki Djigui Theatri, un théâtre engagé qui travaille à la promotion de l’Afrique et mène des actions en faveur des défavorisés.
Naky Sy Savané regrette notamment que les Africains ne soient pas très présents sur les écrans français. “La France ne veut pas de notre figure. Je vis en France mais je ne fais pas les castings. Quand on m’appelle je demande toujours si c’est pour un rôle. Si c’est pour faire de la figuration en France, je ne fais pas. C’est eux (le cinéma français)qui n’ont pas envie d’enrichir leur cinéma. C’est dommage pour eux. Il y a du talent partout. La France est un arc-en-ciel. On ne comprend pas pourquoi le pays se referme”, conclut-elle.
© 2017 AFP
2. L’actrice malienne Diarra, “vieille depuis sa jeunesse”! LIRE
AFP – 03.03.2017 à 17:00 – Par Patrick FORT
Douce ou mégère, gentille, méchante, malheureuse, heureuse, travailleuse, au foyer… mais toujours vieille: l’actrice malienne Maimouna Hélène Diarra, 62 ans, une des artistes récompensées par un prix pour l’ensemble de sa carrière lors du 25e Festival panafricain du cinéma et de la télévision de Ouagadougou (Fespaco), joue depuis qu’elle est jeune des rôles de dames âgées!
“Ce n’est pas que je n’aurais pas eu envie de jouer des jeunes premières! Mais, simplement, on ne m’a jamais proposé de rôles. Je joue les vieilles depuis que je suis jeune”, dit en riant cette grande dame du cinéma africain qui a tourné avec les plus grands réalisateurs du continent, du Sénégalais Ousmane Sembène (Mooladé) au malien Cheikh Oumar Cissoko (La Genèse) ou au Mauritanien Abderrhamane Cissako (Bamako) tout en menant de front une carrière brillante dans le théâtre classique et des productions télévisées maliennes.
“J’ai un don pour les vieilles!. Jeune, quand je sortais en ville avec mes talons, en pantalon, certains disaient: +Non! On ne comprend pas. C’est pas possible, tu te métamorphoses+”.
Née à Segou, fille de magistrat et orpheline de mère en bas âge, Hélène a été élevée par un oncle maternel instituteur. Elle a exercé ses talents très tôt: “En famille, on riait, on se chamaillait et moi je jouais la comédie!”.
“J’étais nulle en sciences, alors j’ai demandé un jour +Ca existe une école où il n’y pas de maths? On m’a répondu: +Il y a l’INA (Institut national des Arts) de Bamako+. Je me destinais au dessin. J’étais douée”.
Une tournée théâtrale du Groupe dramatique du Mali qui joue “Les tribulations de Frere Jero” (du prix Nobel nigérian Wolé Soyinka) change sa vie. “Quand j’ai vu la pièce, je me suis dit +c’est ça que je veux faire.+ C’était le coup de foudre!”.
Elle intègre donc l’INA vers 1975 dans la section théâtre. “Il y avait notamment des cours (de l’acteur français) Armand Dreyfus. Il m’a appris à travailler mon corps. Une vieille femme doit avoir les pas lourds, le dos cassé, une attitude. Ce n’est pas que du maquillage”.
Elle se souvient avec nostalgie de son premier grand rôle dans la pièce haïtienne politique “Gouverneurs de la Rosée” de Jacques Roumain, où elle incarnait une… mère âgée qui accepte de taire la mort de son fils (le héros) pour le bien général.
Hélène commence dans le cinéma avec de la figuration, avec Souleymane Cissé “mais c’est avec Cheikh Oumar Cissoko que j’ai vraiment débuté. Il m’avait vu au théâtre et cela lui avait plu”.
– ‘La méchante j’aime ça’ –
“J’ai ensuite joué dans tous ses films, Nyamanton (1986), Finzan (1989) jusquà Guimba (1995, Etalon d’or, où elle joue l’épouse du héros) et Génèse (1999)”, dit-elle.
“Au début on gagnait peu, mais ca nous plaisait”, se souvient l’actrice qui enchaîne alors films, téléfilms et séries dont un rôle de “mégère” dans le célèbre “Les Concessions”.
Pour joindre les deux bouts, elle travaille comme assistante de presse et de réalisation à la radio-télévision malienne (ORTM), qui lui donne des congés dès qu’elle a des tournages. Elle a ainsi pu vivre de son art “mais toujours la +maman+, la femme africaine”.
“La méchante, j’aime ça! Surtout quand je menace là!”, plaisante-t-elle, alors qu’elle est tout le contraire dans la vie.
Elle regrette aujourd’hui le déclin du cinéma africain.
“Il n’y a plus de financement. Avant, la coopération européenne et l’Etat donnaient de l’argent. L’Etat ne trouve plus ça important et l’Europe a baissé les bras. Le cinéma perd de sa qualité. L’âge d’or est terminé”.
“Aujourd’hui, ceux (les acteurs) qui acceptent les miettes on les prend. On prend beaucoup d’amateurs. On va prendre une fille, une vieille pour 50.000 F CFA (75 euros) alors que le rôle vaut 500.000 (750 euros)”, assure-t-elle.
“Tout n’est pas médiocre: il y a des jeunes réalisateurs de talent mais il n’y a plus d’argent”, tempère-t-elle.
Mère et grand-mère de “beaucoup d’enfants et petits-enfants au sens africain (famille élargie)”, elle ne souhaite pas qu’ils soient comédiens.
“Il n’y a plus d’argent dans la branche. Mon petit-fils de 6 ans veut être footballeur!”
© 2017 AFP

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Wahlergebnis Somalia – Hintergründe einer Farce

Élections en Somalie, les arrières d’une farce
TITELPHOTO afp.com by MUSTAFA HAJI Abdinur: Somalia: Der neu gewählte Präsident Mohamed Abdullahi Farmajo // Le nouveau président élu Mohamed Abdullahi Farmajo, ancien Premier ministre, fait une déclaration, le 8 février 2017 à Mogadiscio

Ausnahmsweise Vorabkommentar:
AfrikanewsArchiv blickt seit 7 Jahren mit Schmerz und mit Sympathie auf Somalia und seine Menschen. Auf Prominente wie die sich zur Kämpferin gegen weibliche Genitalverstümmelung entwickelt habende Waris Dirie, auf die immense somalische Diaspora (auch in Deutschland) mit ihren Geldzuwendungen für die Daheimgebliebenen, und natürlich auf die Millionen ewig Getretenen und Betrogenen daheim, die zudem noch von klimatisch bedingten Dürren ausgehungert werden.
Auf die enorme machistische und auch religiös getarnte kriminelle Energie, der eigentlichen Herrin des Landes, die gleichermaßen Clan-Warlords, islamistische Terroristen, Piraten, Geschäftsleute aus dem Waffenschmuggelsektor und Politiker antreibt. Eine auf allen Ebenen äußerst diversifizerte herrschende Klasse, die sich auf allen Ebenen beispielhaft zusammenrauft, um die Beute zu teilen.

=> HIER einer meiner schönsten Somalia-Artikel (2012) “SOMALIA: MOGADISCHU DAMALS UND HEUTE- HISTORISCHE FOTO-EXPO – Mogadiscio hier et aujourd’hui – Mogadishu Then and Now, photo-expo by Mohamud Diriye and Rasna Warah”

=> => HIER alle zwischen 2009 und 2015

=> HIER alle seitdem.

ZUM THEMA:
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Deutsche Texte: Von mir verbesserte Google-Übersetzungen

1. Präsidentschaftswahl Somalia: Hunger und die Shebab im Hintergrund LESEN
2017.07.02 11:00 – Von Mustafa HAJI Abdinur – AFP
Somalische Abgeordnete und Senatoren sollen am Mittwoch den Präsidenten dieses Landes auswählen, das von Angriffen durch die Shebab-Islamisten vermint und von Hunger bedroht ist, und dies nach einem von Korruptions- und Betrugsvorwürfen getrübten Wahlprozess.
Dreiundzwanzig Kandidaten insgesamt, einschließlich des amtierenden Präsidenten Hassan Sheikh Mohamud, wetteifern um den Posten des Staatsoberhauptes.
Der Gewinner wird von 275 Parlamentariern und 54 neu gewählten Senatoren erwählt werden, in einer Abstimmung mit mehreren Urnengängen, die aus Sicherheitsgründen in einem Hangar am Flughafen in Mogadischu stattfindet. Verteidigt durch die Mission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM), wird der Flughafender Hauptstadt am besten geschützt. Er beherbergt vor allem die UN-Büros und die Botschaften.
Die im August 2016 erwartete Wahl des Präsidenten wurde immer wieder verschoben. Sie soll ein Zeichen setzen in einem um das Clan-System gebauten Wahlprozess, Clan-System, welches seit dem Sturz des Autokraten Siad Barre 1991 die Regeln für die Politik dieses Landes ohne effektive Zentralregierung bestimmt.
Einige 14.000 delegierte Wähler – auf rund 12 Millionen Somalis – wählten zwischen Oktober und Dezember 2016 neue Deputierte aus Kandidaten, die in der Regel im voraus einvernehmlich ausgesucht wurden und jeden Clan oder Unter-Clan repräsentieren.
In einem Bericht vom letzten Dienstag sagt die somalische Anti-Korruptions-NGO Marqaati, dass dieser von zahlreichen Betrugs- und Dealereivorwürfen beeinträchtigte Prozess “durch Korruption entstellt ist.”
Das allgemeine Wahlrecht war den Somalis ursprünglich versprochen worden. Diese Verpflichtung wurde im Jahr 2015 aufgegeben, wegen Querelen und wegen mit chronischer Unsicherheit kombinierten politischen Verschleppungen. Die Unsicherheit beruhte vor allem auf den mit al-Qaida assoziierten Shebab-Islamisten, die große ländliche Gebiete kontrollieren und regelmäßig Mogadischu treffen.
Dennoch ist es ein demokratischer Fortschritt gegenüber den Wahlen von 2012, in denen nur 135 “Älteste” (Honoratioren) alle Parlamentsmitglieder ernannten. Die Einführung des allgemeinen Wahlrechts ist nun für die nächsten Wahlen im Jahr 2020 geplant.
– ‘Dramatische Komödie’ –
In Mogadischu sind viele vom Wahlprozess desillusioniert. “Wer auch immer Präsident wird, es ist mir egal”, betont Qoje Siad, ein Arbeiter aus der Hauptstadt. “Alles, was wir brauchen, ist in der Lage zu sein, unser Geschäft weiterzuführen.”
“Es dauert zu lange, die Menschen werden erleichtert sein, wenn dieses Drama enden wird”, sagte ihrerseits Salmiya Abdulkadir, eine Hausfrau.
Das Ergebnis der Abstimmung am Mittwoch bleibt ungewiss, da es wahrscheinlich ist, dass die verschiedenen Clans ihre Strategien im Laufe der Wahlrunden festlegen. Die 23 Kandidaten sind allesamt Männer, und jeder bezahlte eine Anmeldegebühr von 30.000 Dollar (28.000 €).

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Einige Kandidaten fallen immerhin aus diesem Rahmen, einschließlich des aktuellen Präsidenten Hassan Sheikh Mohamud, 61, ein ehemaliger Akademiker und Aktivist der Zivilgesellschaft mit Herkunft aus dem Hawiye-Clan.
Sharif Sheikh Ahmed, 52, sein Vorgänger als Präsident, ist auch ein Kandidat. Auch vom Hawiye-Clan, ist er ein ehemaliger Leiter der „Union Islamischer Gerichte Somalias“, aus der die Shebab hervorgingen.
Die wichtigsten Kandidaten des Darod-Clans sind der aktuelle Premierminister Omar Abdirashid Ali Shamarke, 56, und der ehemalige Premierminister Mohamed Abdullahi Mohamed ‘Farmajo’ 55. Beide Männer haben eine doppelte Staatsbürgerschaft, nachdem sie jahrelang jeweils in Kanada und den Vereinigten Staaten gelebt hatten.
Somalia ist seit fast drei Jahrzehnten in dem Chaos und der Gewalt von Clanmilizen, kriminellen Banden und islamistischen Gruppen versunken. Die letzte wirklich demokratische Wahl geht zurück auf das Jahr 1969.
Letzte Woche warnte das Amt der Vereinten Nationen für humanitäre Angelegenheiten (OCHA) auch vor einer durch eine besonders schwere Dürre verursachten “möglichen Hungersnot”, die rund 3 Millionen Somalier bedroht.
Nach zwei Saisons mit schwachem Regen fürchten Helfer die Rückkehr einer Dürre, die so verheerend wird wie die von 2010-2011, die 250.000 Todesopfer hatte.
Die OCHA hat geschätzt, dass, auch wenn Krankheiten und Konflikte zu den wiederkehrenden Ursachen der “humanitären Leiden” von Somalia gehören, “die Auswirkungen dieser Dürre eine Bedrohung von einer anderen Skala und einer anderen Größenordnung werden.”
© 2017 AFP

2. Wahl in Somalia wird zur Farce Von: derstandard.at – LESEN
Johannes Dieterich, 8. Februar 2017, 06:00 , http://derstandard.at/r652/Afrika
Gekaufte Stimmen, Clan-Gremium statt freier Abstimmung im kriegszerstörten Land Mogadischu/Johannesburg – Sie sollten ein “Meilenstein” in der Geschichte des tragischsten Staates der Welt werden: die ersten demokratischen Wahlen in Somalia nach fast einem halben Jahrhundert. Doch was heute, Mittwoch, in der zerstörten Hauptstadt Mogadischu stattfindet, ist eher eine Farce als ein Meilenstein: eine der merkwürdigsten und umstrittensten Abstimmungen, die die Welt je gesehen hat. Ohne ein großes Geheimnis daraus zu machen, haben die 23 Kandidaten für die Präsidentschaft Millionen an US-Dollar für den Kauf von Stimmen investiert, während die weit überwiegende Mehrheit der über 18-jährigen Somalier die Stimmabgabe lediglich als Zuschauer verfolgen kann. “Wir werden nicht behaupten können, dass das fantastisch war”, sagt Michael Keating, UN-Sonderbeauftragter für Somalia. “Aber eine bessere Möglichkeit gab es nicht.” Kompliziertes Wahlsystem Den ursprünglichen Plan, alle erwachsenen Somalier zu den Urnen kommen zu lassen, hatte die Regierung bereits vor zwei Jahren wieder fallengelassen. Die Sicherheitslage in dem seit zehn Jahren von der islamistischen Al-Schabab-Miliz destabilisierten Land lasse dies nicht zu, hieß es. Daraufhin ließen sich UN und Regierung ein beispiellos kompliziertes Wahlsystem einfallen: 135 traditionelle Clan- und Unterclanchefs, die vor fünf Jahren den Präsidenten noch unter sich ausgesucht hatten, sollten 275 Gremien mit jeweils 51 Wahlmännern und -frauen besetzen, die dann die Mitglieder der beiden Kammern des Parlaments – das Oberhaus mit 54 und das Unterhaus mit 275 Abgeordneten – zu wählen hatten. Nun stimmen die Parlamentarier über einen neuen Präsidenten ab: Der bisherige Staatschef Hassan Scheich Mohamud gilt als der aussichtsreichste Kandidat. Schon bei der Wahl der Parlamentarier war es zu mehreren Verzögerungen und Unregelmäßigkeiten gekommen: Eigentlich sollte die Präsidentenwahl bereits im August des vergangenen Jahres stattfinden. Betrug, Manipulation Selbst Somalias oberster Rechnungsprüfer, Nur Farah Jimale, räumt ein, dass bei der Wahl der Parlamentarier “Korruption, Einschüchterungen und der Missbrauch von Steuergeldern” gang und gäbe gewesen sei. Für einen Sitz in einer der beiden Kammern sollen bis zu 1,3 Millionen US-Dollar bezahlt worden sein. Westliche Diplomaten sprechen noch heute von einem “Meilenstein”: allerdings für Betrug und Manipulation, die dem wieder einmal von einer Hungersnot bedrohten Land gewiss nicht den notwendigen Wandel bringen würden. (Johannes Dieterich, 8.2.2017)

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3. ERGEBNIS: die Wahl von “Farmajo” erweckt Freude und Hoffnung in Mogadischu LESEN
2017.09.02 20:00 – Von Mustafa HAJI Abdinur – AFP
Tausende von Einwohnern Mogadischus, von denen manche auf Fahrzeugen der Sicherheitskräfte hockten, feierten am Donnerstag froh die vortägige Wahl ihres neuen Präsidenten, Mohamed Abdullahi Mohamed “Farmajo”, der von einigen als der einzige angesehen wird, der in der Lage ist, zu einigen.
Mit Porträts des Siegers und Slogans zu seinem Ruhm, trafen die Bewohner mit ihrem jubelnden Lächeln die Soldaten und Polizisten, welche von Zeit zu Zeit Schüsse in die Luft abgaben, wie sie nach der Ankündigung der Ergebnisse am Mittwoch gemacht hatten.
“Dieser Mann wird uns nicht nur gute Regierungsführung bringen, er wird die Somalis auch vereinen. Er ist der Präsident des Volkes und wir unterstützen ihn”, sagte AFP gegenüber einer dieser Unterstützer, Idris Sharif.
Der, acht Monate lang zwischen 2010 und 2011, ehemalige Premierminister Mohamed Abdullahi ‘Farmajo’ (der Spitzname “Farmajo” kommt vom italienischen “formaggio”, Käse), genießt eine wirkliche Popularität bei vielen Somalis einschließlich der Diaspora, und seine Wahl durch ein Gremium von 329 Abgeordneten markiert einen friedlichen Übergang.
Der scheidende Präsident, Hassan Sheikh Mohamud, von einem der wichtigsten Clans des Landes, den Hawiye, kommend, anerkannte seine Niederlage nach dem zweiten Wahlgang gegen Herrn Mohamed, 56, der zum Clan der Darodgehört.
“Die meisten Leute mögen ihn sehr. Wenn Sie zurückblicken, was er in der kurzen Zeit tat, als er Premierminister war, glaube ich, es ist die richtige Wahl gewesen”, glaubt Abdulahi Duale, ein Händler im Süden der Stadt.
Herr Mohamed hatte damals schließlich monatliche Solde für Soldaten eingeführt, regelmäßig Flüchtlingslager besucht und den Mitgliedern der Regierung nichtwesentliche Reisen ins Ausland verboten.
In seiner Rede zum Eid am Mittwochabend versprach er “eine Regierung für das Volk”, deren Tätigkeit “auf die Bedürfnisse und Wünsche der Menschen zielt”, dies in einem Land, wo Politiker oft wegen Ineffizienz und grassierender Korruption kritisiert werden.
“Die Menschen hoffen, dass der neue Präsident zumindest dafür sorgen wird, dass die Sicherheitskräfte ihr Gehalt erhalten. Wenn es ihm gelingt, wird dies im Kampf gegen die (islamistischen Radikalen) Shebab helfen”,schätzt Said Ali, ein anderer Händler in der somalischen Hauptstadt.
– “Voller Begeisterung” –
Aber jeder teilt nicht die Begeisterung rundum, wie Jawahir Ali, eine Studentin in der Krankenpflegeschule.
“Ich habe ihn während der Kampagne nicht unterstützt. Ich wollte wirklich den ehemaligen Präsidenten (Hassan Sheikh Mohamud) zurück, aber es geschah nicht so, und es ist der Wille Gottes. Viele Leute denken, dass er Änderungen bringen wird, warten wir ab”, um zu sehen, so die junge Frau.
“Die Somalis sind Menschen voller Inbrunst und dies führt sie (heute) dazu, blind Farmajo zu unterstützen, aber ich bin sicher, es wird die Zeit kommen, wo sie ihn zu verfluchen beginnen”, fügte sie hinzu.

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Andere betonten die kommenden Gefahren für den Präsidenten, insbesondere die heikle Bildung der Regierung.
“Wir müssen sehen, wen er als Premierminister auswählt. Die Hawiye haben gerade die Präsidentschaft verloren und sie sind in Mogadischu dominant. Sie können zu einem Hindernis werden, wenn sie sich an den Rand gedrängt fühlen”, analysiert Mohamed Adan, ein Grundschullehrer .
Nach der Euphorie des Sieges wird der neue Präsident bald mit der harten Realität seiner Arbeit konfrontiert werden: Der Bund kontrolliert nur einen kleinen Teil von Somalia, und das nur dank der lebenswichtigen Unterstützung der 22.000 Soldaten der Friedenskraft der afrikanischen Union (AMISOM).
Die Shebab haben in den letzten zwölf Monaten ihre tödlichen Angriffe in der Hauptstadt und koordinierte Angriffe auf Basen der AMISOM multipliziert.
Das Land ist auch von der schlimmsten Dürre in den Jahren 2010-2011 betroffen, die rund drei Millionen Einwohner bedroht.
Wie Rashid Abdi, Direktor des Horn von Afrika-Programms der International Crisis Group, zusammenfasst: “Beliebt sein ist eine Sache, eine andere ist es, wirksam zu sein. Er hat enormes Potenzial, Gutes zu tun hat, aber jetzt geht es darum, dieses Potenzial in die Tat umzusetzen. ”
© 2017 AFP

1. Présidentielle en Somalie: la faim et les shebab en toile de fond LIRE
07.02.2017 à 11:00 – Par Mustafa HAJI ABDINUR – AFP
Députés et sénateurs somaliens doivent choisir mercredi le président de ce pays miné par les attaques des islamistes shebab et menacé par la famine, au terme d’un processus électoral entaché de nombreuses accusations de corruption et de trucage.
Vingt-trois candidats au total, dont le président sortant Hassan Sheikh Mohamud, briguent le poste de chef de l’Etat.
Le vainqueur sera désigné par 275 députés et 54 sénateurs nouvellement élus, lors d’un scrutin à plusieurs tours organisé, sécurité oblige, dans un hangar de l’aéroport de Mogadiscio. Défendu par la mission de l’Union africaine en Somalie (Amisom), cet aéroport est considéré comme le lieu le mieux protégé de la capitale. Il abrite notamment des bureaux des Nations unies et des ambassades.
Prévue en août, l’élection du président a été plusieurs fois repoussée. Elle doit ponctuer un processus électoral construit autour du système clanique régissant la politique de ce pays privé de véritable état central depuis la chute de l’autocrate Siad Barre en 1991.
Quelque 14.000 électeurs délégués – sur les 12 millions de Somaliens – ont voté entre octobre et décembre 2016 pour élire les nouveaux députés, parmi des candidats généralement choisis à l’avance par consensus et représentant chaque clan ou sous-clan.
Dans un rapport publié mardi, l’ONG anti-corruption somalienne Marqaati affirme que ce processus, entaché de nombreuses accusations de trucage et de marchandage, est “défiguré par la corruption”.
Le suffrage universel avait été initialement promis aux Somaliens. Mais cet engagement a été abandonné en 2015 en raison de luttes intestines et de tergiversations politiques combinées à une insécurité chronique due principalement aux islamistes shebab, affiliés à Al-Qaïda, qui contrôlent de larges zones rurales et frappent régulièrement Mogadiscio.
Il s’agit cependant d’une avancée démocratique par rapport aux élections de 2012, où seulement 135 “elders” (notables) avaient désigné l’ensemble des députés. L’instauration du suffrage universel est désormais planifiée pour la prochaine élection en 2020.
– ‘Comédie dramatique’ –
A Mogadiscio, beaucoup sont désabusés par ce processus électoral. “Peu importe qui devient président, je m’en fous”, soutient Qoje Siyad, un ouvrier de la capitale. “Tout ce dont nous avons besoin, c’est de pouvoir continuer notre business”.
“Ça prend trop de temps, les gens seront soulagés quand cette comédie dramatique se terminera”, a pour sa part déclaré Samiya Abdulkadir, une femme au foyer.
L’issue du scrutin de mercredi reste incertaine tant il est probable que les différents clans ajustent leurs stratégies au fil des tours de vote. Les 23 candidats sont tous des hommes, et ont chacun payé des frais d’inscription de 30.000 dollars (28.000 euros).
Quelques candidats se détachent toutefois, dont l’actuel président Hassan Sheikh Mohamud, 61 ans, ancien universitaire et activiste de la société civile, issu du clan Hawiye.
Son prédécesseur à la présidence, Sharif Sheikh Ahmed, 52 ans, est lui aussi candidat. Egalement du clan Hawiye, il est un ancien chef de l’Union des tribunaux islamiques de Somalie dont les shebab sont issus.
Les principaux candidats du clan Darod sont l’actuel Premier ministre Omar Abdirashid Ali Shamarke, 56 ans, et l’ancien Premier ministre Mohamed Abdullahi Mohamed ‘Farmajo’, 55 ans. Les deux hommes ont une double nationalité, ayant vécu pendant des années respectivement au Canada et aux Etats-Unis.
La Somalie est plongée depuis près de trois décennies dans le chaos et la violence entretenus par des milices claniques, des gangs criminels et des groupes islamistes. La dernière élection véritablement démocratique remonte à presque 50 ans, en 1969.
La semaine dernière, le Bureau des affaires humanitaires de l’ONU (Ocha) a par ailleurs mis en garde contre une “possible famine”, provoquée par une sécheresse particulièrement sévère, et qui menace quelque 3 millions de Somaliens.
Après deux saisons des pluies pauvres en précipitations, les travailleurs humanitaires redoutent le retour d’une sécheresse aussi dévastatrice que celle de 2010-2011, qui avait fait 250.000 morts.
L’Ocha a estimé que si les maladies et le conflit figurent parmi les causes récurrentes des “souffrances humanitaires” de la Somalie, “l’impact de cette sécheresse représente une menace d’une échelle et d’une magnitude différentes”.
© 2017 AFP
3. RÉSULTAT: l’élection de “Farmajo” suscite joie et espoir à Mogadiscio LIRE
09.02.2017 à 20:00 – Par Mustafa HAJI ABDINUR – AFP
Des milliers d’habitants de Mogadiscio, pour certains juchés sur les véhicules des forces de sécurité, célébraient jeudi dans l’allégresse l’élection la veille de leur nouveau président, Mohamed Abdullahi Mohamed “Farmajo”, perçu par certains comme le seul en mesure de rassembler.
Brandissant des portraits du vainqueur et entonnant des slogans à sa gloire, les habitants côtoyaient tout sourire soldats et policiers dans leur liesse, ces derniers tirant de temps en temps des coups de feu en l’air comme ils l’avaient fait à l’annonce des résultats mercredi soir.
“Cet homme ne va pas seulement nous amener la bonne gouvernance, il va aussi unifier les Somaliens. Il est le président du peuple et nous le soutenons”, déclarait à l’AFP l’un de ces soutiens, Idris Sharif.
Ancien Premier ministre pendant 8 mois, entre 2010 et 2011, Mohamed Abdullahi ‘Farmajo’, dit”Farmajo” (de l’italien “formaggio”, fromage), jouit d’une vraie popularité auprès de nombreux Somaliens, y compris de la diaspora, et son élection par un collège de 329 parlementaires marque une transition pacifique.
Le président sortant, Hassan Sheikh Mohamud, issu de l’un des principaux clans du pays, les Hawiye, a reconnu sa défaite au terme du deuxième tour de scrutin, permettant l’élection sans contestation de M. Mohamed, 56 ans, qui appartient au clan des Darod.
“La plupart des gens l’aiment bien. Si vous regardez en arrière, ce qu’il a fait pendant la courte période où il était Premier ministre, je pense que ça pourrait être le bon choix”, estimait Abdulahi Duale, un commerçant du sud de la ville.
M. Mohamed avait alors notamment introduit des soldes mensuelles pour les soldats, visité régulièrement des camps de déplacés et interdit tout voyage non essentiel à l’étranger pour les membres du gouvernement.
Dans son discours de prestation de serment mercredi soir, il a notamment promis “un gouvernement pour le peuple” dont l’activité sera “fondée sur les besoins et les aspirations de la population”, dans un pays où le personnel politique est souvent décrié pour son inefficacité et une corruption galopante.
“Les gens espèrent que le nouveau président fera en sorte, au moins, que les forces de sécurité touchent leur salaire; s’il y parvient, cela aidera à la lutte contre les (islamistes radicaux) shebab”, estimait ainsi Saïd Ali, un autre commerçant de la capitale somalienne.
– ‘Pleins d’ardeur’ –
Mais tout le monde ne partage pas l’enthousiasme ambiant, à l’image de Jawahir Ali, étudiante dans une école d’infirmière.
“Je ne l’ai pas soutenu pendant la campagne. Je voulais vraiment que l’ancien président (Hassan Sheikh Mohamud) revienne mais ça ne s’est pas passé comme ça et c’est la volonté de Dieu. Beaucoup de gens pensent qu’il apportera des changements mais attendons de voir”, estimait la jeune femme.
“Les Somaliens sont des gens pleins d’ardeur et cela les conduit (aujourd’hui) à soutenir aveuglément Farmajo mais je suis sûre que le moment viendra où ils commenceront à le maudire”, a-t-elle ajouté.
D’autres soulignaient les écueils à venir pour le président, et notamment la délicate formation du gouvernement.
“Il faut voir qui il choisit comme Premier ministre. Les Hawiye viennent de perdre la présidence et ils sont dominants à Mogadiscio. Ils peuvent devenir un obstacle s’ils se sentent mis sur la touche”, analysait Mohamed Adan, un enseignant dans le primaire.
Passée l’euphorie de la victoire, le nouveau président sera rapidement confronté à la très difficile réalité de son poste: le gouvernement fédéral ne contrôle qu’une petite partie de la Somalie, et ce grâce au soutien vital des 22.000 hommes de la force de l’Union africaine (Amisom).
Les shebab ont multiplié ces douze derniers mois des attentats meurtriers dans la capitale et des attaques coordonnées sur des bases de l’Amisom.
Le pays est par ailleurs touché par la pire sécheresse depuis 2010-2011, qui menace quelque trois millions d’habitants.
Comme le résume Rashid Abdi, directeur du programme de la Corne de l’Afrique pour l’International Crisis Group, “être populaire c’est une chose, être efficace en est une autre. Il a un énorme potentiel pour réaliser de bonnes choses mais à présent, il s’agit de transformer ce potentiel en actes”.
© 2017 AFP

Afrika: Ist Korruption Diebstahl? – Essay

Afrique: La corruption est-elle du vol?
Letter from Africa: Is corruption just stealing? Click HERE to BBC

Ist Korruption Diebstahl oder nicht?
2016.05.27 – http://www.bbc.com/afrique/region
Die ghanaische Schriftstellerin und politische Oppositionelle Elizabeth Ohene analysiert, was wir meinen, wenn wir von “Korruption” sprechen:
AUF DEUTSCH (VON MIR ETWAS VERBESSERTE GOOGLE-ÜBERSETZUNG) WEITERLESEN UNTER DEM FRZ. ORIGINAL

La corruption est-elle du vol ou non ?
27.05.2016 – http://www.bbc.com/afrique/region
L’écrivaine ghanéenne et opposante politique Elizabeth Ohene analyse ce que nous voulons dire lorsque nous parlons de “corruption”:
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