Category Archives: Portraits

Fotoreportage: Das Gesicht des Hungers / aus Somalia und Somaliland / Dürre

Photostory “The face of hunger” / from Somalia & Somaliland / drought
ALL PHOTOS by Mustafa Saeed

Clic = Öffnen/schließen – ouvrir/fermer – open/close

DEUTSCH Unsere Schnellübersetzung – LESEN&SEHEN
In Bildern – Das Gesicht des Hungers
22. März 2017 – http://www.bbc.com/news/in_pictures
Der Fotograf Mustafa Saeed reiste acht Tage lang in Somalias selbst erklärter Republik Somaliland mit der Hilfsorganisation Save the Children und traf dort Hirtenfamilien, deren Leben durch die Dürre zerstört wurde.
Tausende von Kindern sind unterernährt, Familien haben ihren Lebensunterhalt verloren, und Väter fehlen, wenn sie reisen, um zu verkaufen was an Vieh ihnen übrig blieb.
Sechzehn Millionen Menschen quer über Somalia (einschließlich Somaliland), Kenia, Äthiopien und Südsudan brauchen laut dem britischen Katastrophen- und Notfall-Ausschuss Nahrung, Wasser und medizinische Behandlung.

“Diese pastoralistischen (Viehzucht auf Naturweiden, oft nomadisch) Familien sind repräsentativ für die so vielen somalischen Familien am Horn von Afrika, die von dieser Dürre betroffen sind”, sagt Saeed.
“Ihr Vieh ist ihr Bankkonto – es ist die Währung, von der ihr Leben abhängt, und sie haben ihre Tiere vor ihren Augen wegsterben gesehen.
“Sie warten immer noch auf Hilfe und erzählen mir von ihren Bedürfnissen nach Nahrung, Wasser und Schutz.
“Es war eine emotional anstrengende Erfahrung, vor allem das Ausmaß der Situation zu sehen und zu wissen, dass es so viele Leute gibt, die unsere Hilfe brauchen.
“Aber was auch immer meine Schwierigkeiten während der Aufnahme dieser Fotos waren, weiß ich, dass es im Vergleich zum emotionalen Zustand dieser Familien, die unter der Dürre leiden, nichts ist.”

Shukri

Nachdem das meiste ihres Viehs gestorben war, kam Shukri mit zweien ihrer drei Kinder nach Burao und siedelte sich in der Gegend um den lokalen Flughafen in der Hoffnung an, dass ihre wenigen überlebenden Schafe hier Weide finden konnten.
“Wir sind hierher gekommen, um unser Vieh zu füttern”, sagt sie, “aber das Gras war alle und unser Vieh starb, jetzt müssen wir hier bleiben, wir haben nichts mehr übrig.”

Fardus

Viele Pastoralisten verlassen ihre nomadisches Hirtenleben und machen sich auf den Weg zu kleinen städtischen Zentren wie Ainabo, in der Hoffnung, von den lokalen Gemeinschaften und internationalen Organisationen zu erhalten Nahrungsmittelhilfe.
Fardus sagt: “Nachdem unser Vieh gestorben war, blieb uns nichts zu essen. Wir haben kein Essen, kein Wasser und kein richtiges Obdach. Wir haben nichts, ich bin hierher gekommen, damit meine Kinder etwas zu essen haben können.”

Saado

Saado zog aus der Dürre-geschlagenen östlichen Region von Somaliland, nachdem hundert ihrer Tiere gestorben waren, und liess sich mit ihren vier Kindern im Westen des Landes nieder, in der Nähe der Stadt Dilla. Noch mehr von ihrem Vieh starb hier, und ihre restlichen 50 Schafe und Ziegen sind zu schwach, um Milch zu produzieren oder auf dem Markt verkauft zu werden.
Saado und ihre Kinder essen eine Mahlzeit Reis pro Tag. Bei ihrer jüngsten Tochter wurde bei einem kürzlichen Gesundheits-Screening Mangelernährung diagnostiziert.
“Unser größtes Bedürfnis ist jetzt Essen”, sagt Saado. “Wir müssen Nahrung bekommen, damit meine Kinder stärker werden können.”

Khadra Mohamed

“Wir waren früher Pastoralisten und dann ist die Dürre passiert und wir haben beinahe unser ganzes Vieh verloren, also sind wir hierher gekommen”, sagt Khadra.
“Jeder hier, der sein Vieh verloren hat, hat viel durchgemacht. Wir haben keine Häuser, nur diese behelfsmäßigen Zelte. Einige der lokalen Geschäfte haben uns Essen geliehen, und vor kurzem haben uns einige Organisationen geholfen.”

Deeqa

Deeqas Familie hat 100 Stück Vieh verloren, und die wenigen überlebenden Viehbestände sind zu schwach, um wertvoll zu sein.
“Die Dürre hat unsere Familie in eine schwierige Situation gebracht, wir haben keinen Zugang zu sauberem Wasser”, sagt sie, “und als Mutter habe ich nicht einmal genug Nahrung, um meine Kinder zu ernähren.”

Indhodeeq

Nachdem sie eine Anzahl ihrer Tiere an die Dürre verloren hatten, verließen Indhodeeq und ihre Familie ihr Leben als ländliche Hirten und suchten Zuflucht in der Stadt Kiridh. Sie bekamen diesen kleinen Schuppen von Menschen in der Stadt.
“Unsere unmittelbaren Lebensbedürfnisse sind Nahrung und Wasser und ein richtiges Obdach für die Kinder”, sagt sie.
Indhodeeq erhielt eine Geldüberweisung von Save the Children, die sie verwendet, um Lebensmittel, Milch und Medizin für die Familie zu kaufen.
Sie ist hier mit einer ihrer Enkelinnen auf ihrem Schoß abgebildet, ihrem Mann, Noor, der blind ist, und ihrer Tochter Hodan, die vor kurzem krank wurde, nachdem sie niederkam.

Werbung by Afrikanews Archiv // Clever Schenken…..

…. für alt:


…. für alle:

…. für jung:

Hodan

Hodan, eine Mutter von fünf Kindern, mit ihrem zweijährigen Sohn Harun in der Stadt KiRidh. Harun wurde als Säugling nach einer Krankheit blind, und er leidet jetzt unter schwerer Unterernährung. Das nächste Krankenhaus ist mehrere Stunden entfernt, und Hodan, die über die Hälfte ihres Viehs verloren hat, kämpft, um ihre Kinder zu füttern und für Harun medizinische Behandlung zu bekommen.

Ubah

Ubah hat eine erste Austeilung an Nahrungsmittelhilfe erhalten, hat aber ohne ein richtiges Obdach und mit Mangel an sauberen Wasser immer noch zu kämpfen. Sie sagt: “Wir haben alle unsere Ziegen verloren und die meisten unserer Kamele, mein Mann hat die überlebenden Kamele auf den Markt gebracht. Als wir unser Vieh verloren haben, wurde unser Leben sehr hart, also sind wir hierher gekommen und hoffen, dass wir bei den Hilfsorganisationen registriert werden. ”

Fadumo

Nachdem sie von ihrem Mann geschieden worden war, reiste Fadumo mit ihren drei Kindern in eine informelle Siedlung außerhalb von Yogoori. Ihr einjähriger Sohn Kulmiye wurde mit Mangelernährung diagnostiziert, und sie wurde vor kurzem für ein Bargeldtransferprogramm von Save the Children registriert. “Ich habe kein Vieh, kein Geld, kein Obdach, ich brauche Hilfe für meine Kinder”, sagt sie.

ENGLISH The Original -READ&SEE
In Pictures – The face of hunger
22 March 2017 – http://www.bbc.com/news/in_pictures
Photographer Mustafa Saeed spent eight days travelling across in Somalia’s self-declared republic of Somaliland with charity Save the Children, meeting pastoralist families whose lives have been ruined by drought.
Thousands of children are malnourished, families have lost their livelihoods, and fathers are absent as they travel to sell what cattle they have left.
Sixteen million people across Somalia (including Somaliland), Kenya, Ethiopia and South Sudan need food, water and medical treatment, according to the UK’s Disasters and Emergency Committee.

“These pastoralist families are representative of the many Somali families across the Horn of Africa who are affected by this drought,” says Saeed.
“Their livestock is their bank account – it is the currency that they depend on to live, and they have been watching their animals die.
“They are still waiting for help, telling me about their needs for food, water, and shelter.
“It was an emotionally exhausting experience, especially seeing the scale of the situation and knowing there are so many people out there who need our help.
“But whatever difficulties I faced when taking these photos, I know it is nothing when compared to the emotional state of these families who are suffering from the drought.”

Shukri

After most of her livestock died, Shukri came, with two of her three children, to Burao and settled in the area surrounding the local airport in the hope that her few surviving sheep could find pasture.
“We came here hoping to feed our livestock,” she says, “But the grass was finished and our livestock died. Now, we have to remain here. We have nothing left.”

Fardus

Many pastoralists are abandoning their nomadic lives as herders and making their way to small urban centres such as Ainabo, hoping to receive food aid from the local communities and international organisations.
Fardus says: “After our livestock died, we were left with nothing to eat, We have no food, no water, and no proper shelter. We have nothing. I came here so that my children might have something to eat.”

Saado

Saado travelled from the drought-stricken eastern region of Somaliland, after a 100 of her livestock died, and settled with her four children in the west of the country, near the town of Dilla. More of her livestock died here, and her remaining 50 sheep and goats are too weak to produce milk or to sell at the market.
Saado and her children are eating one meal of rice per day. Her youngest daughter has been diagnosed with malnutrition at a recent health screening.
“Our biggest need now is food,” says Saado. “We need to get food so that my children can get stronger.”

Khadra Mohamed

“We used to be pastoralists and then the drought happened and we lost all but a few of our livestock, so we came here,” says Khadra.
“Everyone here who has lost their livestock has been through a lot. We have no homes, just these makeshift tents. Some of the local shops have lent us food, and recently some organisations have been helping us.”

Deeqa

Deeqa’s family has lost a 100 head of cattle, and the few surviving livestock are too weak to be of value.
“The drought has put our family in a difficult situation. We don’t have access to clean water,” she says, “and as a mother, I don’t even have enough food to feed my children.”

Indhodeeq

After losing a number of their animals to the drought, Indhodeeq and her family abandoned their life as rural herders and sought refuge in the town of Kiridh. They were given this small shed to live in by people in the town.
“Our immediate needs are food and water and a proper shelter for the children to live in,” she says.
Indhodeeq received a cash transfer from Save the Children, which she used to buy food, milk and medicine for the family.
She is pictured here with one of her granddaughters on her lap, her husband, Noor, who is blind, and her daughter Hodan, who recently fell ill after giving birth.

Hodan

Hodan, a mother of five, holds her two-year-old son, Harun, in the town of Kiridh. Harun went blind following a bout of illness as an infant, and he is now suffering from severe malnutrition. The nearest hospital is several hours away, and Hodan, who has lost over half of her cattle, is struggling to feed her children and get treatment for Harun.

Ubah

Ubah has received an initial distribution of food aid but still struggles without a proper shelter and a lack of clean water.
She says: “We lost all of our goats and most of our camels. My husband has taken the surviving camels to market. When we lost our livestock our life became very harsh, so we came here hoping we will be registered by the aid organisations.”

Fadumo

After she was divorced from her husband, Fadumo travelled with her three children to an informal settlement outside of Yogoori. Her one-year-old son, Kulmiye, has been diagnosed with malnutrition, and she was recently registered for a cash transfer programme by Save the Children.
“I have no livestock, no money, no shelter. I need help for my children,” she says.

=> MORE DE+FR Dürre
OR Fotoreportagen
OR Somalia
OR Hunger in AFRIKANEWS-2

– AFRIKANEWS ARCHIV –
jetzt auch auf
FACEBOOK

Marokko, Pferdesport: weiblicher Jockey kämpft sich hoch / Portrait Zineb el Briouil

Au Maroc, une jeune jockey pionnière sur les hippodromes
ALL PHOTOS afp.com by Abderrahmane MOKHTARI

In Marokko, eine junge Jockey-Pionierin auf den Rennstrecken
2017.06.06 20:00 – Von Stéphanie WENGER – AFP
In einem von den Jungen dominierten Sport träumt eine junge Marokkanerin davon, sich als Jockey durchzusetzen: Zineb el Briouil, 18, hat kürzlich in einem internationalen Preis auf einer brandneuen und gerade eröffneten Rennstrecke in Marrakesch geritten……
AUF DEUTSCH (VON MIR ETWAS VERBESSERTE GOOGLE-ÜBERSETZUNG) WEITERLESEN UNTER DEN FOTOS UNTER DEM FRZ. ORIGINAL

Au Maroc, une jeune jockey pionnière sur les hippodromes
06.06.2017 à 20:00 – Par Stéphanie WENGER – AFP
Dans une discipline dominée par les garçons, une jeune jockey marocaine rêve de s’imposer: Zineb el Briouil, 18 ans, a disputé récemment un prix international sur un hippodrome de Marrakech flambant neuf et tout juste inauguré.

Continue reading Marokko, Pferdesport: weiblicher Jockey kämpft sich hoch / Portrait Zineb el Briouil

50 Jahre Lagos, Megalopolis und Moloch in Nigeria

Nigeria: 50 ans Lagos, mégalopole et moloch
ALL PHOTOS afp.com by MARCO LONGARI: 50 years Lagos

Kapitel per Klick Öffnen/Schließen – Ouvrir/ Fermer en cliquant sur les tîtres
Deutscher Text: Von mir verbesserte Google-Übersetzung

1. Nigeria: Lagos, 20 Millionen Einwohner und 50 Jahre urbanes Chaos LESEN
05.26.2017 um 15:00 Uhr – Von Sophie BOUILLON – AFP
Nur wenn die dicke Schicht von Feuchtigkeit und Verschmutzung sich auflöst, zeigt Lagos seine Unermesslichkeit: aus der Luft gesehen, erstreckt sich die Megalopolis von rund 20 Millionen Einwohnern bis ins Unendliche. Nichts, nicht einmal der Atlantischen Ozean, kann ihr exponentielles Wachstum stoppen.
Am 27. Mai 1967 , gerade mal 50 Jahre her, wurde Nigeria zum Bundesstaat und schaffte den Lagos State. Zu dieser Zeit ist die „Stadt der Seen“, eine ruhige Landes-Hauptstadt am Rande einer großen, grünen Lagune, die Heimat einer kleinen Million Menschen.
Aber bald explodiert das Bevölkerungswachstum in Nigeria, und aus dem ganzen Land kommt man hierher, um in der westafrikanischen wirtschaftlichen Hauptstadt, einer Megalopolis des ‘alles ist möglich’, sein Glück zu versuchen.
Fünfzig Jahre später variieren Schätzungen zwischen 17 und 22 Millionen. Die zehntgrößte Stadt der Welt zählt nicht mal mehr die Kinder mit.
Wie Heim, Nahrung, Transporte, Wasser und Strom anbieten für die im Durchschnitt seit 50 Jahren 900 neuen Einwohnern pro Tag?
„Jedes Jahr ist es das Äquivalent von zweimal der Metropole Toulouse, die nach Lagos kommen“, sagte Guillaume Josse, ein Geograph für die Groupe Huit, einem in der Entwicklung von Städten spezialisierten Marktforschungsunternehmen.
– das Unmögliche anpacken –
„Alle afrikanischen Städte stehen vor den gleichen Problemen. Gewaltige Urbanisierung, Landnutzung, Umweltverschmutzung … Aber Lagos ist eine Karikatur davon. Die Herausforderungen sind so groß, dass sie unüberwindbar erscheinen“, fährt er fort.
Ayo Assaf hat trotzdem beschlossen, das Unmögliche zu bewältigen. Seit fast sieben Jahren durchstreift der nigerianische Planer, der seine Zähne in New York geschärft hat, auf Antrag der lokalen Regierung die Straßen von Lagos Island, wo die Dichte 12.000 Menschen pro km2 ist, in einem Versuch, das historische Herz von Lagos neu zu denken.
In Jeans und weißem T-Shirt, lässig, beginnt er den Weg durch die überfüllten Straßen des alten Geschäftsviertels, das sich in einen riesigen Markt verwandelt hat.
Nicht ein Quadratzentimeter ist leer. Eine Schmuckverkäuferin benutzt die Gitter der Moschee als Aushang für ihre Halsketten, eine ehemalige Bibliothek wurde in einen Brautkleid-Shop umgewandelt, Gehwege wurden von Kopiergeräten erstürmt, von Mechanikern, oder mit mobilen Küchen ausgestattet, von wo man nigerianisches Essen zum Mitnehmen verkauft.
„Es gibt eine solche Energie, einen Handel, der Millionen von Naira zieht, das kann man nicht einfach abrasieren, aber wir müssen hier aus Gründen der Sicherheit und Hygiene viel verbessern“, sagt der Planer.
„Man muss den informellen Handel formalisieren, deren Arbeitsbedingungen verbessern, Wohnungen für die Ober-, die mittlere und die arme Schicht bauen, um die soziale Vielfalt zu fördern.“
„Dort stelle ich mir eine große Straße mit kleinen Läden vor, unsere Champs Elysées!“, spaßt er. „Und hierhin möchte ich eine große Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs machen.“

Werbung by Afrikanews Archiv // Clever Schenken…..

…. für alt:


…. für alle:

…. für jung:

Es gibt keinen Busbahnhof auf Lagos-Insel: Hunderte von Danfos, den berühmten gelben Kleinbusssen, verstopfen stundenlang die Straßen und entladen ihre Passagiere in einem stetigen Strom in der Mitte der Straße.
M. Assaf hat seinen Bericht an den Gouverneur Babatunde Fashola gesandt, der ihn in Auftrag gegeben hatte, aber nach den Kommunalwahlen im Jahr 2015 hat die Verwaltung sich geändert und wenige seiner Ideen wurden umgesetzt.
– Unglaubliche Belastbarkeit –
Die politischen Eifersüchteleien zwischen den aufeinanderfolgenden Regierungen, aber auch zwischen der Bundesregierung – die heute in Abuja sitzt – und der wirtschaftlichen Hauptstadt Lagos selber verlangsamen oder vernichten die Ambitionen.
Aber die Lagosians zeigen Einfallsreichtum, um die Nachteile eines oft abwesenden Staates, darunter zwei Jahrzehnte der Militärdiktatur (1975-1999), zu überwinden.
Kein Bauland mehr? Die reichsten Leute bauen Deiche, trocknen Sümpfe aus oder versanden den Ozean, um das „Dubai von Afrika“ zu bauen. Die Ärmsten bauen sich Parzellen auf der Lagune, mit mit Sand gemischten Tonnen von Müll.
Das Viertel Ilaje-bariga wurde so gebaut, während der letzten fünfzig Jahre. Die Straßen sind zufällig gezogen, im Takt der Neuankömmlinge, und es gibt kein Entwässerungssystem für die Abwässer.
Heute ist der Quadratmeter überall in Lagos Gold wert, und Zehntausende von Ilaje-bariga Einwohnern erhielten ihren Räumungsbefehl: sie haben 8 Tage, um zu gehen, im Auftrag der lokalen Regierung.
Die Polizei ist bereits gekommen, um die Boote der Fischer und der „Sandsammler“, die wichtigste wirtschaftliche Aktivität des Viertels, zu zerstören, und das erschwert die schon sehr hohe Arbeitslosigkeit und Kriminalität. Eine Möglichkeit, natürlich, um sie zum Verschwinden zu bringen.
„Aber wo wollen sie, dass wir hingehen?“, fragt der Einwohner Oladipupo Aiveomiye, während eine Frau schreit und ein alter Mann Stücke Schrott zwischen den Trümmern sucht.
Guillaume Josse, der speziell diese Nachbarschaft untersucht hat, war von den „basic“ Wünschen dieser Lagosians überrascht, die „sich kaum beschweren.“
„Was sie wollten, war einfach, nicht mehr mit den Füßen im Wasser zu stehen,“ erinnert sich der Geograph. „Aber wenn sie eines Tages ihre Fähigkeit zu unglaublicher Elastizität verlieren, wird es eine reale Gefahr von Unruhen geben.“
2017 AFP

2. Sie machen Lagos: wie stellen sie sich die Megalopolis in 50 Jahren vor? 7 Promis träumen – LESEN
18.00 Uhr 26/05/2017 – Von Sophie BOUILLON – AFP
Mit rund 20 Millionen Menschen ist Lagos die größte Stadt in Afrika. Die Metropole, die so viele Faszinationen wie Ängste inspiriert, feiert heute ihren 50. Geburtstag. Wie stellen die Bewohner sie sich in den nächsten 50 Jahren vor?
– Leye Adenle –
Leye Adenle wurde in Nigeria im Jahr 1975 geboren. Sein erster Roman, Lady Lagos, ist ein Thriller, dessen Handlung zwischen den anrüchigen Vororten von Lagos und dem maßlosen Highlife auf den Inseln angesiedelt ist:
„In 2067 nimmt der Planeten wegen der globalen Erwärmung von allen Seiten Wasser. Aber die riesige Küstenstadt Lagos hat eine geniale Lösung entwickelt.
Auf den abgeschnittenen Inseln in der Lagune schwimmen rohrförmig gebaute Boulevards mit einem 360-Grad-Blick auf dem Meer und trotzen Regeln der Schwerkraft. Im Inneren fahren alle Reichen dieser Welt herum: Filmstars, Rapper, Fußballer, Musiker, Blogger …
Während der Hochwasser, wenn die Inseln in den Atlantik gleiten und von den türkisblauen Wellen angesaugt werden, wirbeln die Straßen in ihren glänzenden Glaswänden umher und Touristen aus der ganzen Welt strömen nach Lagos.
Lagos, „die Stadt, um die uns selbst die Götter beneiden“, ist die Welthauptstadt der Innovation, der Banken, der Kunst und des Tourismus. Aber bald wird der reichste Staat des Kontinents sich um ein Referendum über seine Autonomie zerreißen: wird er bei Nigeria bleiben, oder wird er die jüngste und reichste Nation der Welt? Dies wird der LAGXIT sein. ”
– Aliko Dangote –
De laut Spitznamen ‚reichste Mann von Afrika’ ist aus dem Norden, aber lebt in Lagos:
„In 50 Jahren, so stelle ich mir vor, wird Lagos seine Position als Industriezentrum Afrikas konsolidiert haben, dank der Freihandelszone Lekki Free Trade – die Dangote-Gruppe führt ein Raffinerie-Projekt von 9 Mrd Dollar am Stadtrand von Lagos an, das die Stadt und das Land von den ernste Energiekrisen und ihren unaufhörlichen Stromausfälle wie in 2018 entlasten soll.
Verbesserter Zugang zu Energie, eine einzigartige geographische Lage, internationale Häfen, Flughäfen und Respekt für die Umwelt, das alles wird der Stadt in ihrer wirtschaftlichen Dynamik helfen.
Lagos enthüllt sein Wachstumspotenzial. Der Staat hat eine stetige wirtschaftliche Entwicklung bewiesen, auch während der Rezessionen. Investitionen in Energie und Infrastruktur werden die Stadt boomen lassen. ”
– Françoise Aramid Akinosho –
Nach dem Studium von Architektur in Paris und New York ließ die Franco-Nigerianerin sich im Land ihrer Eltern nieder. Sie „erschafft, entwickelt und stellt sich Räume vor“ in einer Stadt, die nicht viele mehr viele davon hat:
Lagos „ist ein bisschen wie New York, aber schlimmer und in tropischer Version.
Wir werden auch weiterhin die alltäglichen Schmerzen erleiden, wie die unaufhörlichen Staus. Aber die Leute werden sich private Inseln bauen, noch schönere, noch teurere. Alles wird kostenpflichtig werden, auch auf einem Gehweg zu Fuß laufen.
Es wird ausgewiesene Bereiche von und für einige reiche Leute geben, die vor der Rückkehr ins Chaos ihre hygienisierte Blase genießen. ”
– Bruce Onobrakpeya –
Mit 84 ist Bruce Onobrakpeya einer der berühmtesten nigerianischen Künstler. In seinem neuesten Werk, ein Triptychon aus behauenem Stein, wird Lagos wie eine Spielerin einer Zauberflöte dargestellt, wo alle Einwohner von Nigeria hinströmen, um in ihrem Schoß zu leben:
„Als ich in Lagos im Jahr 1962 ankam, existierte die Stadt noch nicht. Es waren viele kleine Städte, die im Laufe der Zeit zusammengewachsen sind. Alles war sehr grün und überall war Wasser. Den Paare promenierten entlang der Strände. Jetzt ist davon nichts mehr übrig.

Werbung by Afrikanews Archiv // Clever Schenken…..

…. für alt:


…. für alle:

…. für jung:

Ich denke, in 50 Jahren wird Lagos eine Riesenstadt sein, die Badagry (im Westen) geschluckt hat, Epe (im Osten), und sich bis nach Ibadan (große Stadt von etwa 4 Millionen Einwohnern 130 km entfernt von Lagos) erstreckt. Lagos wird auch in der Höhe wachsen mit Wolkenkratzern. Wir werden immer noch die Probleme in Transport, Wasser und Bevölkerungskontrolle haben.
Ich denke, dass die Kunst in 50 Jahren eine große Rolle in der Stadt spielen wird. ”
– Ono Bello –
Mit seinen 159.700 „followers“ auf Instagram und seinem Online-Magazin onobello.com diktiert dieses Ex-Model und Ex-Journalist in Nigeria die Mode.
„In 50 Jahren wird die Modewoche Lagos der unumstößliche Treffpunkt der afrikanischen Mode sein.
In 2067 wird, glaube ich, die Mode zu den Jahren 1950 bis 1960 , zur Postkolonialzeit zurückkommen, mit traditionellen Stoffen. Das kommt schon viel zurück, aber in 50 Jahren, Gucci, Armani, wird es all das nicht mehr geben. Alles wird nigerianisch, alles afrikanisch sein. ”
– Femi Kuti –
Der Sohn des Königs des Afrobeat Fela Kuti produziert sich jeden Sonntag Abend im Shrine, dem legendären Konzertsaal in Lagos. Zwanzig Jahre nach dem Tod des revolutionärsten Künstlers aus Nigeria prangert Sohn Femi die gleiche Geißelan , die das Land plagt: Korruption.
„Lagos ist alles für mich. Aber ehrlich gesagt, es mir in 50 Jahren vorstellen, das macht mir Sorgen. (…) es gibt zu viel Unsicherheit, die Bevölkerung ist viel zu groß.
Jeden Tag um 15 Uhr sehe ich Wolken von Kindern aus der Schule strömen und ich sage mir: Wie schaffen wir Arbeitsplätze für all diese Kinder? Kriminalität, Armut und Verkehr werden zunehmen.
Wir brauchen eine Politik, die etwas völlig anderes zu tun wagt, sonst werden wir große, große Probleme haben. Diese Stadt ist dabei zu explodieren. Aber ich hoffe wirklich, falsch zu liegen.
– Kemi Adetiba –
Diese ehemalige Radiomoderatorin, eine 37-jährige Lagosienne, ging dann in die Filmregie und drehte lange Zeit über Musikvideos. Im Jahr 2016 kommt die Widmung: ihr erster Film, „The Wedding Party“, bricht alle Rekorde an den Kinokassen von Nigeria. Sie wurde zu einer Ikone von Nollywood, der lokalen Filmindustrie.
Lagos „ ist das New York von Nigeria. Manchmal kann ich nicht umhin, mir vorstellen, wie Lagos in der Zukunft aussehen wird. Was wird es sein, dort zu leben? Wonach wird diese Stadt riechen? Wird sie immer noch die gleichen hartnäckigen Geister und die Bis-Zum-Ende-Geher beherbergen? Wird Lagos noch eine Mischung aus Farben und Kulturen sein, die alle in einer einzigen Stimme aufsteigen?
Egal, was passiert. Egal, was es werden wird. Ich bete, dass Lagos noch ein Land der Hoffnungen und Träume sein wird. Ein Land mit Menschen mit einem unzerbrechlichen Geist. Eine Stadt, in der jeder weiß, dass „wenn man hier überleben kann … dann kann man überall überleben.“
© 2017 AFP
(Anm.: Anspielung auf Sinatra’s Lied „New York, New York“)

3. PHOTOS WATCH
Eko Atlantic City

Volksviertel – quartier populaire

Ein Motorrad-Taxifahrer erhält den Preis für seine Tour
Un chauffeur de moto-taxi reçoit le prix de sa course, le 23 mai 2017

Verkäufer auf dem Markt von Balogun in Lagos
Des vendeurs au marché de Balogun, le 23 mai 2017


Panoramen

Werbung by Afrikanews Archiv // Clever Schenken…..

…. für alt:


…. für alle:

…. für jung:

1. Nigeria: Lagos, 20 millions d’habitants et 50 ans de chaos urbain LIRE
26.05.2017 à 15:00 – Par Sophie BOUILLON – AFP
© Ce n’est que lorsque l’épaisse couche d’humidité et de pollution se dissipe que Lagos dévoile son immensité: depuis les airs, la mégalopole de quelque 20 millions d’habitants s’étale à l’infini. Rien, pas même l’océan Atlantique, ne peut arrêter sa croissance exponentielle.
Le 27 mai 1967, il y a tout juste 50 ans, le Nigeria devient un état fédéral et crée l’Etat de Lagos. A cette époque, la “ville des lacs” est une capitale tranquille, au bord d’une grande lagune verdoyante, où vivent un petit million d’habitants.
Mais rapidement, la croissance démographique du Nigeria explose, et l’on accourt de tout le pays pour venir tenter sa chance dans la capitale économique d’Afrique de l’ouest, mégalopole de tous les possibles.
Cinquante ans plus tard, les estimations diffèrent entre 17 et 22 millions d’habitants. La dixième plus grande ville du monde ne compte même plus ses enfants.
Comment loger, nourrir, transporter, apporter l’eau courante et l’électricité à 900 nouveaux habitants par jour, en moyenne, depuis 50 ans ?
“Chaque année, c’est l’équivalent de deux fois la métropole de Toulouse qui arrive à Lagos”, explique Guillaume Josse, géographe pour le Groupe Huit, cabinet de recherche spécialisé sur les villes en développement.
– S’attaquer à l’impossible –
“Toutes les villes africaines sont confrontées aux mêmes problèmes: urbanisation violente, gestion du foncier, pollution,… Mais Lagos est une caricature. Ses défis sont tellement immenses qu’ils paraissent insurmontables”, poursuit-il.
Ayo Assaf a pourtant décidé de s’attaquer à l’impossible. Pendant près de 7 ans, à la demande du gouvernement local, l’urbaniste nigérian qui a fait ses armes à New York, a arpenté les rues de Lagos Island, où la densité atteint 12.000 habitants au km2, pour tenter de repenser le coeur historique de Lagos.
En jean et chemise blanche, décontracté, il ouvre la marche dans les ruelles bondées de cet ancien quartier d’affaires reconverti en un marché géant.
Pas un seul centimètre carré n’est laissé au vide. Une vendeuse de bijoux utilise les grilles de la mosquée comme présentoir pour ses colliers, une ancienne bibliothèque a été transformée en magasin de robe de mariée, les trottoirs sont pris d’assaut par des photocopieuses, des mécaniciens, ou aménagés en cuisine où l’on vend des plats nigérians à emporter.
“Il y a une telle énergie, un commerce qui draine des millions de nairas, on ne peut pas tout raser, mais il faut l’améliorer pour des raisons de sécurité et d’hygiène”, explique l’urbaniste.
“Il faut formaliser le commerce informel, améliorer leur condition de travail, construire des logements pour la classe supérieure, moyenne et pauvre pour favoriser la mixité sociale.”
“Là, j’imagine une immense rue avec des petits commerces, ce sera nos Champs Elysées!”, s’amuse-t-il. “Et là, je veux faire un grand hub de transports publics”.
Il n’y a aucune gare routière sur Lagos Island: des centaines de danfos, les célèbres minibus jaunes, embouteillent les rues des heures durant et déversent leurs passagers au milieu de la voie dans un flot continu.
M. Assaf a rendu son rapport au gouverneur Babatunde Fashola qui lui avait commandé, mais en 2015, après les élections locales, l’administration a changé et peu de ses idées ont été mises en place.
– Incroyable résilience –
Les jalousies politiques entre les gouvernements successifs, mais aussi entre le pouvoir fédéral – désormais basé à Abuja – et la capitale économique ralentissent ou annihilent les ambitions.
Mais les Lagosiens font preuve d’une ingéniosité à toute épreuve pour palier les défaillances d’un Etat souvent absent, notamment pendant deux décennies de dictatures militaires (1975-1999).
Plus de terrains constructibles ? Les plus riches construisent des digues, assèchent les marécages ou ensablent l’océan pour construire le “Dubaï de l’Afrique”. Les plus pauvres se construisent des parcelles de terre sur la lagune avec des tonnes de déchets mélangés à du sable.
Le quartier d’Ilaje-Bariga a été construit ainsi, pendant les cinquante dernières années. Les rues se sont dessinées au hasard, au fil des nouveaux arrivants, il n’y a aucun système d’évacuation des eaux usées.
Aujourd’hui, partout dans Lagos, le mètre carré vaut de l’or, et les dizaines de milliers d’habitants de d’Ilaje-Bariga ont reçu leur avis d’expulsion: ils ont huit jours pour quitter les lieux, sur ordre du gouvernement local.
La police est déjà venue pour détruire les bateaux des pêcheurs et des “ramasseurs de sable”, l’activité économique principale du quartier, aggravant de fait un chômage et une criminalité déjà très importants. Une manière, sans doute, de les pousser à partir.
“Mais où est-ce qu’ils veulent qu’on aille?”, s’interroge Oladipupo Aiveomiye, un résident, pendant qu’une femme hurle en soulevant les planches de bateaux détruits et qu’un vieillard tente de récupérer des morceaux de ferrailles au milieu des décombres.
Guillaume Josse, qui a étudié spécifiquement ce quartier, s’est étonné des demandes “basiques” des Lagosiens, qui “se plaignent finalement peu.”
“Ce qu’ils voulaient, c’était juste ne plus avoir les pieds dans l’eau”, se souvient le géographe. “Mais le jour où ils perdront leur capacité de résilience incroyable, il y aura un vrai risque d’émeutes.”
© 2017 AFP
2. Ils font Lagos: comment imaginent-ils la mégapole dans 50 ans? LIRE
26.05.2017 à 18:00 – Par Sophie BOUILLON – AFP
Avec ses quelque 20 millions d’habitants, Lagos est la plus grande ville du continent africain. La mégalopole, qui inspire autant de fascinations que de craintes, fête aujourd’hui ses 50 ans. Comment ses habitants l’imaginent dans les 50 prochaines années?
– Leye Adenle –
Leye Adenle est né au Nigeria en 1975. Son premier roman, Lagos Lady, est un polar dont le coeur de l’intrigue se situe entre les faubourgs malfamés de Lagos et la highlife démesurée des îles:
“En 2067, la planète prend l’eau de toutes parts à cause du réchauffement climatique. Mais Lagos, ville côtière géante, a développé une solution ingénieuse.
Sur les îles découpées dans l’entrelacs de la lagune, les boulevards construits en tubes avec une vue à 360 degrés sur l’océan, flottent et défient les règles de la gravité. A l’intérieur, circulent tous les plus riches de ce monde: stars du cinéma, rappeurs, footballeurs, musiciens, blogueurs…
Lors des grandes marées, lorsque les îles glissent sur l’Océan Atlantique et se font aspirer par les vagues bleues turquoises, faisant tournoyer les routes dans leurs murs de verre étincelants, les touristes du monde entier accourent vers Lagos.
Lagos, “la ville que même les dieux nous envient”, est devenue la capitale mondiale de l’innovation, des banques, de l’art et du tourisme. Mais, bientôt, l’Etat le plus riche du continent, se déchirera autour d’un referendum pour décider de son autonomie: devra-t-elle rester avec le Nigeria, ou devenir la plus jeune et la plus riche nation du monde? Ce sera le LAGXIT.”
– Aliko Dangote –
Surnommé ‘L’homme le plus riche d’Afrique’, il est originaire du Nord, mais vit à Lagos:
“Dans 50 ans, j’imagine Lagos ayant consolidé sa position de hub industriel de l’Afrique, grâce à la zone de Libre-Echange de Lekki – le groupe Dangote est à la tête d’un projet de raffinerie de 9 milliards de dollars à la périphérie de Lagos, qui devrait soulager la ville et le pays de sa grave crise énergétique et de ses incessantes coupures d’électricité d’ici 2018-.
Un meilleur accès à l’énergie, une position géographique exceptionnelle, des ports internationaux, des aéroports, et le respect de l’environnement auront aidé la ville dans son dynamisme économique.
Lagos a dévoilé son potentiel de croissance. L’Etat a démontré un développement économique constant, même pendant les récessions. Investir dans l’énergie et les infrastructures va booster la ville.”
– Françoise Aramide Akinosho –
Après avoir étudié l’architecture à Paris et à New York, la Franco-nigériane s’est installée dans le pays de ses parents. Elle “crée, développe et imagine” les espaces dans une ville qui n’en compte plus beaucoup:
Lagos “c’est un peu comme New York mais en pire et en version tropicale.
On va continuer à subir des douleurs au quotidien, comme les embouteillages incessants. Mais les gens vont se construire des îlots privatifs, encore plus beaux, encore plus chers. Tout sera payant, même marcher sur un trottoir.
Il y aura des zones dessinées pour et par quelques êtres humains riches, qui pourront profiter de leur bulle assainie avant de retourner dans le chaos.”
– Bruce Onobrakpeya –
A 84 ans, Bruce Onobrakpeya est l’un des plus célèbres artistes nigérians. Dans sa dernière oeuvre, un tryptique en pierre sculptée, Lagos est représentée comme une joueuse de flûte magique, où tous les habitants du Nigeria accourent pour vivre dans son giron:
“Quand je suis arrivé à Lagos en 1962, la ville n’existait pas encore. C’était plein de petites villes, qui se sont rejointes au fil du temps. Tout était très vert et il y avait de l’eau partout. Les couples se balladaient le long des plages. Maintenant il n’y a plus rien de tout ça.
Je pense que dans 50 ans, Lagos sera une cité géante qui aura avalé Badagry (à l’ouest), Epe (est), et qui s’étendra jusqu’à Ibadan (grande ville d’environ 4 millions d’habitant à 130 km de Lagos). Lagos grossira aussi en hauteur avec des gratte-ciel. Nous aurons toujours des problèmes de transports, d’eau et de contrôle des populations.
Je pense que dans 50 ans, l’art jouera un grand rôle dans la ville.”
– Ono Bello –
Avec ses 159.700 “followers” sur Instagram et son magazine en ligne onobello.com, l’ancienne mannequin et ex-journaliste, dicte la mode au Nigeria:
“Dans 50 ans, la Lagos fashion week sera le rendez-vous incontournable de la mode en Afrique.
En 2067, je pense que la mode reviendra aux années 1950-1960, à l’époque post-coloniale, avec des tissus traditionnels. Ca revient déjà beaucoup, mais dans 50 ans, Gucci, Armani, tout ça, ça n’existera plus. Tout sera nigérian, tout sera africain.”
– Femi Kuti –
Le fils du roi de l’afrobeat Fela Kuti se produit chaque dimanche soir au Shrine, la salle de concert mythique de Lagos. Vingt ans après la mort de l’artiste le plus révolutionnaire du Nigeria, Femi dénonce le même fléau qui gangrène le pays: la corruption
“Lagos, c’est tout pour moi. Mais franchement, l’imaginer dans 50 ans, ça m’inquiète (…). il y a trop d’incertitudes ici, la population est beaucoup trop nombreuse.
Tous les jours, à 15 heures, je vois des nuées d’enfants sortir de l’école et je me dis: comment allons-nous créer des emplois pour tous ces enfants? La criminalité, la pauvreté et la circulation vont augmenter.
Il faut que les politiques fassent quelque chose de drastiquement différent, sinon nous aurons de gros, gros problèmes. Cette ville est sur le point d’exploser. Mais, j’espère vraiment avoir tort.”
– Kemi Adetiba –
Ancienne animatrice radio, cette Lagosienne de 37 ans reconvertie dans la réalisation a longtemps tourné des clips musicaux. En 2016, c’est la consécration: son premier film, “The Wedding Party”, bat tous les records du box office nigérian. Elle devient une icône de Nollywood – l’industrie cinématographique locale.
Lagos est “le New York du Nigeria. Parfois, je ne peux m’empêcher d’imaginer à quoi ressemblera Lagos dans le futur. Qu’est-ce que ça fera d’y vivre? Quelles odeurs aura cette ville? Est-ce qu’elle abritera toujours les mêmes esprits tenaces et jusqu’au-boutistes? Sera-t-elle encore un mélange de couleurs et de cultures, toutes s’élevant d’une seule et même voix?
Peu importe ce qu’il adviendra. Peu importe ce qu’elle deviendra. Je prie pour que Lagos soit toujours une terre d’espoir et de rêves. Une terre avec des gens à l’esprit incassable. Une ville où tout le monde sait que “si tu peux survivre ici… tu peux survivre n’importe où ailleurs.”
© 2017 AFP

=> MORE DE+FR Lagos in Archiv Afrikanews 2009-2014
or HERE in AFRIKANEWS-2

– AFRIKANEWS ARCHIV –
jetzt auch auf
FACEBOOK

Fotoreportage: Wasserversorgung der Flüchtlingslager in Uganda – Rotes Kreuz

Photostory Uganda, Red Cross: water for the refugee camps
ALL PHOTOS BY Tommy Trenchard / IFRC – River of life

Clic = Öffnen/schließen – ouvrir/fermer – open/close
Deutscher Text: Von mir verbesserte Google-Übersetzungen

1. In Bildern – Wasser zu den Flüchtlingslagern in Uganda fahren SCHAU & LIES
3. April 2017 – http://www.bbc.com/news/world/africa – Fotografien und Berichterstattung von Tommy Trenchard. http://www.tommytrenchard.com/

Hunderttausende von südsudanesischen Flüchtlingen sind vor der Gewalt und dem Hunger in ihrem Heimatland in die Sicherheit der Lager im Norden Ugandas geflohen. Mehr als 50.000 von ihnen leben jetzt in der Nähe der Stadt Arua im Rhino-Lager, einem weitläufigen Feld von Hütten und Zelten, die über staubiges Buschland verstreut sind.
Das Leben im Lager ist generell hart, aber jeder scheint zuzustimmen, dass eine der größten Herausforderungen das Wasser ist. Es gibt keine Bohrlöcher, und die wenigen Ströme, die durch das Gebiet fließen, sind oft völlig trocken. Wenn nicht, hat das Wasser ein tiefes Schokoladenbraun.

Als Reaktion auf den Mangel hat sich die Internationale Föderation des Roten Kreuzes ( IFRC) entschlossen, per LkwWasser aus dem Nil zu holen, das getestet, behandelt und erneut getestet werden muss, bevor es in eine Flotte von Tankfahrzeugen geladen wird. Es wird dann durch den Busch in das Lager gefahren, wo es in Hunderten von kleineren Tanks abgelegt wird, die zweimal oder dreimal am Tag nachgefüllt werden müssen.
Mit einem System von Rohren und Pumpen wird Wasser aus dem Fluss in schwimmende Tanks gezogen, wo Aluminium-Sulfat hinzugefügt wird, um das Sediment zu entfernen. Die Anlage, die Anfang des Monats mit der Herstellung von Wasser begann, beschäftigt heute mehr als 40 lokale und internationale Mitarbeiter.

Noor Pwani, ein Mitglied des IFRC-Teams, sagte: “Nur so werden wir Infektionskrankheiten abwenden – ein wichtiges Anliegen, verursacht durch die unhygienischen Bedingungen in den überfüllten Siedlungen und die kommende Regenzeit, wenn vektor- und wasserbasierte Krankheiten gedeihen. ”
Job des Freiwilligen Agaba Derricks ist es, ständig das Flusswasser zu überwachen, das von Stunde zu Stunde variiert. Seine Erkenntnisse diktieren, wie viel Aluminiumsulfat zugesetzt werden muss. Chlor wird auch hinzugefügt, um die restlichen Bakterien abzutöten.

Wenn das Wasser auf der anderen Seite herausfließt, ist es kristallklar. Die Anlage kann täglich eine Million Liter sauberes Wasser liefern. Die empfohlene Wassermenge pro Person und Tag liegt in den Lagern zwischen 15 und 20 Litern, die zum Waschen und Kochen sowie zum Trinken verwendet werden.

Werbung by Afrikanews Archiv // Clever Schenken…..

…. für alt:


…. für alle:

…. für jung:

Eine Flotte von rund 30 Tankern fährt das saubere Wasser zu Verteilungspunkten im Lager, die bis zu dreimal täglich nachgefüllt werden müssen. In einigen Gebieten mussten speziell für dieses Verkehrsaufkommen Straßen gebaut werden.

Monica Achan, die zwei Wochen lang durch den Busch nach Uganda marschierte, nachdem ihr Schwager von Soldaten getötet worden war, nimmt in ihrem neuen Zuhause im Lager einen Schluck Nilwasser.
“Das Leben hier ist hart”, sagte sie. “Aber mit Wasser werden wir überleben. Wasser ist Leben.”

1. In Pictures – Trucking water to Uganda’s refugee camps WATCH & READ
3 April 2017 – http://www.bbc.com/news/world/africa – Photographs and reporting by Tommy Trenchard. http://www.tommytrenchard.com/

Hundreds of thousands of South Sudanese refugees have fled violence and hunger in their home country for the safety of camps in northern Uganda. More than 50,000 of them now live in Rhino camp, a sprawling expanse of huts and tents scattered across dusty scrubland near the town of Arua.
Life in the camp is tough, but everyone seems to agree that one of the main challenges is water. There are no boreholes, and the few streams that flow through the area are often completely dry. When they’re not, the water runs a deep chocolate brown.

In response to the shortage, the International Federation of the Red Cross has resorted to trucking in water from the River Nile, which must be tested, treated, and re-tested before being offloaded into a fleet of tankers. It is then driven through the bush to the camp, where it is deposited in hundreds of smaller tanks, which must be refilled twice or three times a day.
Using a system of pipes and pumps, water is drawn from the river into floatation tanks, where aluminium sulphate is added to remove the sediment. The plant, which started producing water earlier this month, now employs more than 40 local and international staff.

Noor Pwani, a member of IFRC’s staff, said: “This is the only way we’re going to stave off infectious diseases – a major concern given unsanitary conditions at crowded settlements and the coming rainy season when vector and water-borne diseases flourish.”
Volunteer Agaba Derrick’s job is to constantly monitor the river water, which varies in quality hour by hour. His findings dictate how much aluminium sulphate must be added. Chlorine is also added to kill off remaining bacteria.

When the water flows out the other side, it is crystal clear. The plant is scaling up to pump out a million litres of clean water each day. The recommended amount of water per person, per day, in the camps is between 15 and 20 litres, which is used for washing and cooking as well as drinking.
A fleet of around 30 tankers ferries the clean water to distribution points in the camp, which need to be refilled up to three times a day. In some areas roads had to be specially built to handle the volume of traffic.

Monica Achan, who spent two weeks walking through the bush to Uganda after her brother-in-law was killed by soldiers, takes a sip of Nile water in her new home in the camp.
“Life is hard here,” she said. “But with water, we will survive. Water is life.”

=> MORE DE+FR Photostory HERE in AFRIKANEWS-2

– AFRIKANEWS ARCHIV –
jetzt auch auf
FACEBOOK

Biafra gestern und heute: 50 Jahre Unabhängigkeitserklärung und Krieg / IPOB, Nnamdi Kanu

Minidossier deutsch & francais / + Photos
Biafra: 50 ans indépendance et guerre

TOP-PHOTO afp.com: Verhungernde Kinder posieren in einem Flüchtlingslager bei Aba, am 06. August 1968 während des Biafra-Krieges.
Des enfants affamés posent dans un camp de réfugiés près d’Aba, le 6 août 1968 pendant la guerre de Biafra.

Kapitel per Klick Öffnen/Schließen – Ouvrir/ Fermer en cliquant sur les tîtres
Deutsche Texte: Von mir verbesserte Google-Übersetzungen

1. Fünfzigster Jahrestag des Biafra-Krieges zwischen Frustration und Hoffnung LESEN
05.28.2017 um 14:00 Uhr – Von Célia LEBUR – AFP
Nigeria erinnert Dienstag in einem angespannten Klima den Jahrestag der Ausrufung der Unabhängigkeit von Biafra (Süd-Ost), Schauplatz eines schrecklichen Bürgerkriegs von 1967 bis 1970, und wo separatistische Ansprüche fünfzig Jahre später wieder auftauchen.
Die wichtigsten separatistischen Gruppen, die Bewegung für die indigene Bevölkerung von Biafra (Ipob) und die Bewegung für die Verwirklichung des souveränen Staates von Biafra (MASSOB) haben zu einem toten Tag aufgerufen und die Menschen aufgefordert, „zu Hause zu bleiben“, um der Gründung der Republik Biafra am 30. Mai 1967 zu gedenken.
Viele befürchten Gewaltausbrüche und die nigerianischen Sicherheitskräfte sind auf „Alarmstufe Rot“ in den heißen Punkten des ehemaligen Biafra wie Aba (Bundesstaat Abia) und Onitsha (Bundesstaat Anambra), wo Demonstrationen sich im vergangenen Jahr in Blutvergießen verwandelten.
Nach drei Jahren Krieg und mehr als einer Million Toten legten die biafrischen Soldaten, zehnmal weniger an Zahl und Ausrüstung als das Bundesheer, 1970 ihre Waffen nieder und verabschiedeten sich von ihren Träumen der Sezession.
Aber 50 Jahre später bleibt die Geschichte von Biafra ein äußerst sensibles Thema in Nigeria.
„Nigeria hat seit dem Ende des Krieges nichts für uns getan. Wir haben keine Straßen, keine Infrastruktur, keine Arbeit“, sagte John Ahaneku, ein Aktivist von 48 Jahren, gegenüber AFP. „Es ist Zeit, zu beenden was unsere Vorfahren begannen.“
Die Frustrationen Igbo – der ethnischen Mehrheit im Südosten – sind über Jahrzehnte gewachsen. In den langen Jahren der Militärherrschaft, die dem Krieg folgte, fühlten sie sich von der wirtschaftlichen und politischen Macht ausgeschlossen, dominiert von den Hausa-Fulani und den Yoruba, den beiden anderen wichtigsten ethnischen Gruppen des Landes. Erst nach der Rückkehr zur Demokratie im Jahr 1999 sind die separatistischen Bestrebungen nach und nach wieder aufgetaucht.
Die derzeitigen Hauptseparatistengruppen fordern ein Referendum zur Selbstbestimmung.

Werbung by Afrikanews Archiv // Clever Schenken…..

…. für alt:


…. für alle:

…. für jung:

Sie werfen dem ehemaligen General Muhammadu Buhari, ein Muslim aus dem Norden und Nigeria’s Präsident seit 2015, vor, ihre Meinungsfreiheit heftig zu unterdrücken.
Die Verhaftung und Inhaftierung Ende 2015 des Ipob-Führers Nnamdi Kanu wegen Verrat war ein Wendepunkt. Amnesty International hat die nigerianischen Sicherheitskräfte beschuldigt, im vergangenen Jahr „mindestens 150 Mitglieder und Unterstützer“ von Ipob getötet zu haben – was Abuja rundweg dementiert.
Mindestens 60 von ihnen wurden während der Gedenkfeiern des Bürgerkriegs in Biafra am 30. Mai 2016 in Onitsha getötet, laut der NGO.
– Autonomistische Solidarität –
Am Donnerstag warnte Vizepräsident Yemi Osinbajo vor dem Risiko der Explosion in einem Land mit fast 250 ethnischen Gruppen, zwischen einem muslimischen Norden und einem christlichen Süden geteilt.
Der fünfzigste Jahrestag der Ausrufung der Unabhängigkeit von Biafra ist „die Möglichkeit, eine individuelle und kollektive Selbstbetrachtung zu führen“, sagte er.
„Einige deuten heute darauf hin, dass wir zu den ethnischen Nationalitäten, aus denen Nigeria gebildet wird, zurückkehren müssen“, sagte er. „Offensichtlich liegt unsere Stärke aber in unserer Vielfalt, sind wir zusammen besser als auseinander.“
Die Behörden in Abuja stehen heute vor einer Vielzahl von mehr oder weniger heftigen separatistischen Forderungen, die die Einheit des Landes bedrohen.
In der Ölregion des Niger-Deltas – das Teil des unabhängigen Biafra zu Beginn des Krieges war – hat die Sabotage von bewaffneten Rebellengruppen im Jahr 2016 die Produktion des schwarzen Goldes beschnitten und die Wirtschaft des westafrikanischen Riesen stark beeinträchtigt.
Trotz unterschiedlicher Interessen bekundeten pro-Biafra Gruppen und Delta-Rebellen öffentlich ihre gegenseitige Solidarität in ihrem Kampf.
Nach Einschätzung von Experten ist die Repression gegen Unabhängigkeits-Demonstrationen nicht die richtige Antwort und führte zu einer weiteren Radikalisierung der Jugend im Südosten.
Laut einer im Mai von der Londoner Beratungsfirma SBM-Intelligence durchgeführten Feldstudie „gibt es im Süden und Südosten wachsende Unterstützung für ein unabhängiges Biafra.“
Insgesamt 42% der Befragten fordern eine Wiederbelebung von Biafra, während fast die Hälfte (49,3%) ihre Zukunft in einem vereinten Nigeria sehen, sofern „Föderalismus“ herrscht.
„Man kann eine Ideologie nicht mit einer Waffe töten“, sagt Don Okereke, Chef der Beratungsfirma in Sicherheitsfragen Holistic Security Background Checks.
© 2017 AFP

Drei Jahre Unabhängigkeit
Die Republik Biafra: Am 30. Mai 1967 rief der Militär­gouverneur Chukwuemeka Odumegwu Ojukwu von der Volksgruppe der Igbo im erdölreichen Südosten von Nigeria die Republik Biafra aus.
Die Vorgeschichte: In Nigeria war es zu Ausschreitungen zwischen christlichen Igbo und muslimischen Haussa gekommen; es gab Zehntausende Todesopfer.
Der Krieg: Am 6. Juli 1967 ­griffen nigerianischen Truppen Biafra an, bei Luftangriffen setzten sie auch Napalm ein. Es wurde eine Blockade über Biafra verhängt, die den Hungertod vieler Igbo zur Folge hatte. Der Krieg endete im Januar 1970 mit der Kapitulation Biafras. Bis zu 2,5 Mio. Menschen sind umgekommen.
Die Hilfe: 1968 gründete Tilman Zülch in Hamburg gemeinsam mit Klaus Guerke die „Aktion: Biafra Hilfe“, aus der später die „Gesellschaft für bedrohte Völker“ hervorgegangen ist.

2. Der Biafra Krieg: eine schmerzhafte Seite in der Geschichte von Nigeria Chronik – LESEN
05.28.2017 um 14:00 Uhr – von Antoinette CHALABY-Moualla – AFP
Am 30. Mai 1967 spaltet sich das Igbo-Land im Südosten Nigerias ab. Weniger als drei Jahre später und um den Preis einer rücksichtslosen Blockade und mehr als einer Million, meist an Hunger und Krankheit Gestorbenen, ist die „Republik Biafra“ von der Landkarte weg.
– Sezession des reichen Biafra –
Am 30. Mai 1967 verkündete der Militärgouverneur von Ost-Nigeria, Odumegwu Ojukwu, die „Unabhängige Republik Biafra“, zwei Tage nach der Entscheidung des Staatschefs Yakubu Gowon, die Föderation in 12 Staaten zu zerteilen, davon drei für den Südosten Nigerias mit den Ölreserven des Landes.
Biafra, weniger als 10% des nigerianischen Territoriums, hatte damals 14 Millionen Einwohner von den 55 des Verbundes. Die Bevölkerung, vor allem Christen, bestand zu zwei Dritteln aus Igbo (Ethnie).
Seit der Unabhängigkeit im Jahr 1960 hatte das Land es geschafft, seine Einheit innerhalb einer Föderation zu bewahren. Aber die Igbo fühlten sich aus dem sozio-politischen Leben ausgeschlossen, und auch von den beiden anderen wichtigsten ethnischen Gruppen, den Hausa-Fulani (Norden) und den Yoruba (Südwesten), verfolgt.
Im Januar 1966 hatte Nigeriae seinen ersten, von einem Igbo geführten, Putsch erlebt. Dem folgte im Juli ein Gegenputsch aus dem Norden. Massaker an Igbos fanden im Norden statt, und fast zwei Millionen Igbo kehrten als Flüchtlinge in ihre Region zurück.
Seit der Ankündigung der Ausrufung der „Republik Biafra“ finden Jubeldemonstrationen in der abtrünnigen Provinz statt.
Aber die Bundesregierung kann diese Trennung nicht akzeptieren: Der Osten der Region ist reich an landwirtschaftlichen Ressourcen, Bergbau und vor allem an Öl.
– Luftangriffe und Blockade –
Yakubu Gowon verordnet die allgemeine Mobilmachung und qualifiziert die Ausrufung des Staates Biafra als einen „Akt der Rebellion“, der „zerquetscht“ werden müsse. Bundesbehörden und Militär legen eine Blockade gegen Nigerias Südosten auf.
Am 6. Juli 1967 beginnt die Armee eine allgemeine Offensive. Die erste Bombardierung aus der Luft findet statt. Im Oktober nimmt der „Bund“ Enugu, die Hauptstadt von Biafra, ein und dann den Hafen von Calabar. Onitsha und Port Harcourt werden in den ersten Monaten des Jahres 1968 eingenommen.
Der Umfang des Konflikts geht über die Grenzen des Landes hinaus. Großbritannien, die Sowjetunion und die Organisation der Afrikanischen Einheit (OAU, die zukünftige Afrikanische Union) kollaborieren mit der Bundesregierung, während nur wenige afrikanische Länder und Frankreich Biafra unterstützen.
– Humanitäres Drama –
Am 3. Juli 1968 schätzt ein Vertreter des Roten Kreuzes die Zahl der Menschen, die von dem Konflikt betroffen sind, auf zwischen acht und zwölf Millionen. Ihm zufolge sterben in Biafra jeden Tag zweihundert Menschen an Hunger.
Im August erzählt ein Sondergesandter von AFP: „Man meint, eine Parade von Geistern zu sehen, dünn und leise und in ihre grauen Lumpen gewickelt (…) Fast alle sind Frauen und alt. Es gibt nicht mehr viele Kinder in Biafra (…).

Werbung by Afrikanews Archiv // Clever Schenken…..

…. für alt:


…. für alle:

…. für jung:

Die Flüchtlinge, die den Lärm der Bundesgeschütze entfliehen, sind hungrig. Die Schlinge wird immer enger. ”
Ende August spricht er über eine Million neuen Flüchtlingen vor den Bundestruppen in 15 Tagen. „Eine Person stirbt jede Viertelstunde. Die Flüchtlinge sterben an Hunger und Erschöpfung“, schrieb er.
Die Hungersnot wird mediatisiert. Die Bilder von Kindern in Not mit durch Unterernährung und Rachitis aufgeblähten Bäuchen schockieren.
Eine Handvoll entschlossener französischer Ärzte, die für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) arbeiten (dabei der zukünftige französische Minister Bernard Kouchner), entscheidet, nunmehr weder Konventionen noch politische Grenzen zu respektieren und im Namen der Humanität zu intervenieren. Sie werden am Ende des Jahres 1971 die NGO Ärzte ohne Grenzen erschaffen.
– Das Ressentiment –
Im August-September 1968 startet die Armee eine Großoffensive und nimmt mehrere Städte, darunter Aba, ein. Im März-April 1969 fällt die neue biafrische Hauptstadt Umuahia in die Hände der Armee.
Nach Razzien der „Rebellen“ gegen die Ölquellen verstärkt der „Bund“ seine Blockade und verbietet Flüge des Internationalen Roten Kreuzes. Nur die christlichen Kirchen und das Französische Rote Kreuz unternehmen weiterhin ihre humanitären Flüge, unter zunehmend gefährlichen Bedingungen.
Anfang Januar 1970 startet das Bundesheer seinen letzten Angriff.
Am 15. Januar endet der Alptraum: Biafra existiert nicht mehr. Ojukwu floh am 11. Januar in die Elfenbeinküste und sein Stellvertreter Philip Effiong formalisierte am selben Morgen in Lagos die Übergabe von Biafra an General Gowon.
Das „vereinte Nigeria“ nimmt seinen Platz ein. „Kein Sieger, keine Besiegten“, sagt General Gowon, der die nationale Aussöhnung befürwortet. Allerdings schafft der Konflikt eine große Verstimmung zwischen dem Südosten und dem Rest des Landes, und wird ein großes Tabu im kollektiven Gedächtnis bleiben.
Der Osten nimmt seinen Platz in der Föderation wieder ein, aber der Bürgerkrieg gab der Armee beträchtliches Gewicht, deren Putsche das politische Leben bis 199 interpunktieren werden.
© 2017 AFP

3. Nnamdi Kanu, die neue Stimme des pro-Biafra Separatismus Portrait – LESEN
2017.05.29 um 14:00 Uhr – Von Célia LEBUR Patrick Brisibe Warri – AFP
Das Gefängnis hat seinen Kampf in Nigeria nicht berührt. Stattdessen gab es dem lange falsch verstandenen jungen Führer der Biafranischen Unabhängigkeit Nnamdi Kanu einen Namen. Und brachte ihn auf die Vorderseite der politischen Bühne.
Mit langsamen Schritt schreitet er durch den Hof der Familie in seiner Heimatstadt Umuahia (Südosten Nigerias), dieser von einer Schar von Anhängern in den rot-schwarz-grünen Farben der Biafra-Flagge gefeierte „Retter“. Er trägt die Insignien eines traditionellen Chefs.
„Ich bin entschlossener denn je“, verkündet leise der Führer der Unabhängigkeitsbewegung für indigene Völker von Biafra (Ipob), der nach 18 Monaten hinter Gittern Ende April auf Kaution freigelassen wurde.
Noch unter der Anklage des „Verrats“ stehend, scheint er sich nicht um die Bedingungen zu scheren, die ihm vom Gericht bei seinem Ausgang auferlegt wurden: förmliches Verbot, mit der Presse zu sprechen und in Versammlungen von mehr als 10 teilnehmenden Menschen.
Keine Frage für ihn, bei der Annäherung des Stichtags zu schweigen, dem fünfzigsten Jahrestag der Ausrufung der Unabhängigkeit von Biafra.
Sein Ziel? Der „zivile Ungehorsam“ bis zu einem Referendum über die Selbstbestimmung für die Region. Er fordert auf zu „absolutem Boykott“ aller Wahlen.
Nach dem Tod von über einer Million Menschen und einem gescheiterten Aufstand wurde Biafra schließlich in Nigeria reintegriert, diesem regelmäßig von interkommunalen Spannungen erschütterten ethnischen und religiösen Mosaik von fast 200 Millionen Menschen.
Aber im Igbo Gebiet hat sich der Traum von Unabhängigkeit nie wirklich zerstreut, angetrieben durch das Gefühl, von der nigerianischen Regierung liegen gelassen worden zu sein.
Im Gegenzug strömen Veteranen und junge Aktivisten abwechselnd herein, um die Redetalente des Vierzigerjährigen mit runden Gläsern zu hören, der die Frage aufgeworfen hatte. Im Wohnzimmer, wo er empfängt, zeigt ein eine ganze Wand bedeckendes Gemälde den verlorenen Sohn in Kampfhaltung.
Der Führer prangert durcheinander die „Tötungen“ und „Vergewaltigungen“ an, die die Igbo von den Sicherheitskräften erlitten, die „vorsätzliche Politik“ unter der Präsidentschaft des muslimischen Muhammadu Buhari, die sein Volk „verarmen lässt“.
Seine Kindheit verbrachte er in Umuahia, der ehemaligen Hauptstadt des unabhängigen Biafra, nur wenige Meter weg vom ehemaligen Bunker der Biafra-Kräfte. Sie ist wahrscheinlich nicht ohne Bezug zu seinem politischen Engagement.
Er wurde während des Krieges gerade mal geboren – er weigert sich, sein Alter anzugeben – aber der Älteste in einer Familie von fünf Kindern wird sehr jung von Geschichten seines Vater bewegt, der logistisch den Widerstand unterstützt hatte.
– Verlorener Stamm Israels –
Den meisten Nigerianern noch vor zwei Jahren unbekannt, hatte der Unabhängigkeitsaktivist seine virulenten Hetzreden gegen die Zentralregierung lange von London aus gehalten, wo er am Ende seines Studiums ansiedelt und den Piratensender Radio Biafra im Jahr 2009 gründet.

Werbung by Afrikanews Archiv // Clever Schenken…..

…. für alt:


…. für alle:

…. für jung:

Er arbeitet in Immobilien und geht nachts auf Sendung in seinem Radio. Er trat zeitweise einer anderen separatistischen Gruppe bei, der Bewegung für die Verwirklichung des souveränen Staates Biafra (MASSOB), deren Tür er zuschlagen und die Ipob im Jahr 2013 gründen wird.
Kanu überquert die rote Linie, als er offen zu den Waffen ruft, zwei Jahre später auf dem Igbo World Congress in Los Angeles: „Wir brauchen Waffen, und wir brauchen Kugeln (…) Wenn wir (die Schaffung von) Biafra nicht bekommen, wird jeder sterben. ”
Er wurde im Oktober 2015 bei einem Besuch in Nigeria in seinem Hotel festgenommen.
Diese Verhaftung war „unangemessen und nicht gerechtfertigt“, sagte der nigerianische Politologe Fred Anibeze. „Er benutzte die Sache von Biafra verwendet, um einfache Werbung für Radio Biafra zu bekommen, und das stärkte den Halbgott, der er seit seiner Freilassung geworden ist“, sagte er gegenüber AFP.
Seine Haft löste den Zorn der Igbo aus, und mehrere Demonstrationen für seine Freilassung verwandelten sich in ein Blutbad.
Nach Angaben von Amnesty International haben die nigerianischen Sicherheitskräfte „mindestens 150 Mitglieder und Anhänger der pro-Biafra Ipob-Organisation“ im Laufe des Jahres 2016 getötet, was Abuja im Block abstreitet.
Kanu verkörpert „die Bestrebungen einer neuen Generation, militanter und radikaler“ als die Älteren, die den Krieg erlebt haben, versichert Don Okereke, Security Analyst. „Er sagt den Menschen genau das, was sie hören wollen.“
Wenn es auch schwierig ist, ihre Mobilisierungsfähigkeit im Südosten des Landes genau zu kennen, haben seine Anhänger seit seiner Freilassung fast einen Kult um seine Person gemacht. Und man muss sagen, dass Kanu, permanent von einem beeindruckenden Sicherheitsdienst geschützt, der jeden seiner Besucher gründlich durchsucht, die Legende unterhält.
Religion ist allgegenwärtig in den Reden von ihm, jetzt trägt er den Tallit (Tallit) und hält den Sabbat ein. Es begann alles mit einer „Offenbarungs Vision“ während einer Reise nach Jerusalem: Igbo – die überwiegende Mehrheit von ihnen sind Christen – stammen tatsächlich von einem verlorenen Stamm Israels ab.
Biafra ist das „gelobte Land“, das Wiederzuerrichten er sich die Aufgabe gab. Und in Ipob trägt man nun die Kippa.
© 2017 AFP

4. 50 Jahre Unabhängigkeitserklärung – Der Traum von Biafra Reportage aus taz.de —
LESEN
30.05.2017 – Von Katrin Gänsler – http://www.taz.de/Politik/Afrika/!p4621/
Im Südosten Nigerias lebt die Idee von einem eigenen Staat wieder auf. Nnamdi Kanu wird als zukünftiger Präsident eines neuen Staates verehrt.

ENUGU/UMUAHIA taz | Ozor Onyebuchi hat einen seiner besten Anzüge aus dem Schrank geholt. Die frisch gebügelte Hose und die Leinenjacke leuchten schick in einem hellen Blauton. Bis vor wenigen Minuten hat Onyebuchi, der in der südostnigerianischen Stadt Enugu als Manager für ein Tagungszentrum arbeitet, noch kurze Jeans und ein schwarzes T-Shirt getragen. Jetzt hält er Handy, Notizbuch und Kugelschreiber in der Hand und nickt: „Ich bin fertig. Von mir aus können wir fahren.“
Er wirkt ein wenig aufgeregt, da sich vor einer halben Stunde eine unerwartete Möglichkeit geboten hatte. Onyebuchi wird Nnamdi Kanu treffen, den bekanntesten Befürworter eines unabhängigen Staats Biafra, der von Oktober 2015 bis April 2017 im Gefängnis saß. Nur gegen hohe Auflagen kam er vor gut vier Wochen auf freien Fuß. Eine Auflage lautet, dass er Journalisten keine Interviews geben darf. Einem Gespräch stimmt er trotzdem, ohne zu zögern, zu. Onyebuchi, der Politikwissenschaften und Internationale Beziehungen studiert hat, kommt mit.
Die Fahrt von Enugu in die Stadt Umuahia verläuft meist schweigend. Die Straße, die bis in die Ölmetropole Port Harcourt führt, gilt als einigermaßen gut. In Wahrheit ist sie an vielen Stellen eine Schlaglochpiste, die nur selten vierspurig ist. Der Himmel ist wolkenverhangen. Onyebuchi sagt nicht explizit, was er von Nnamdi Kanu und seiner Bewegung „Indigenous People of Biafra“ (IPOB) hält. Doch die Biafra-Idee fasziniert ihn wie viele junge Nigerianer aus der ­ethnischen Gruppe der Igbo, die die Region im Südosten besiedeln. „Anfangs war ich unsicher, aber jetzt redet jeder über Biafra“, sagt er irgendwann knapp. Geht man durch Onyebuchis Heimatstadt Enugu und spricht vor allem mit jungen Menschen, so scheinen Begeisterung und Interesse tatsächlich immer größer zu ­werden.
In Zeiten, in denen in der ganzen Welt wieder stärker über Nationalismus diskutiert wird, wollen auch die Biafra-Anhänger wieder einen eigen Staat: Biafra. Auch Onyebuchi sagt: „Wenn es in ein paar Monaten ein Referendum geben würde, dann würde ich durchaus für die Unabhängigkeit stimmen.“ Genau vor 50 Jahren war es schon einmal so weit. Biafra spaltete sich von Nigeria ab, die Igbo gründeten ihren eigenen Staat. Im anschließenden Sezzessionskrieg starben bis zu 2,5 Millionen Menschen. Vor allem die Bilder von hungernden Kindern entsetzten damals die Welt.
Überall sitzen Biafra-­Unterstützer
Vom Grauen des Kriegs spricht in Umuahia niemand mehr. Es ist die Hauptstadt des Bundesstaates Abia und wurde, nachdem Enugu von der nigeria­nischen Armee eingenommen worden war, auch Biafras letzte Hauptstadt. Ein Zentrum gibt es ebenso wenig wie auffällige Gebäude. Dennoch hat sich die Stadt einen Namen gemacht, da Nnamdi Kanus Elternhaus an einer ruhigen Seitenstraße steht. Seit er vorläufig aus der Haft entlassen wurde, ist es zu seinem Unterschlupf geworden.
Die Mauern, die das Grundstück umgeben, sind hoch, Wachmänner stehen vor der Tür. „Handys ausschalten“, blafft einer. Emmanuel Kanu, Nnamdis jüngerer Bruder, tut sie mit einer Handbewegung ab und führt uns über den Innenhof in das Haupthaus. Überall sitzen Biafra-­Unterstützer. Einige haben Flaggen in den Nationalfarben Rot, Schwarz und Grün mitgebracht, andere tragen ähnliche T-Shirts. Ozor Onyebuchi schaut nach rechts und links, sagt aber nichts. Trotzdem scheint er jede Bewegung zu registrieren.

Werbung by Afrikanews Archiv // Clever Schenken…..

…. für alt:


…. für alle:

…. für jung:

Es dauert ein wenig, bis die vorherigen Besucher aufbrechen und Emmanuel Kanu uns zum Empfangszimmer seines Bruders vorausgeht. Nnamdi Kanu sitzt zurückgelehnt in einem großen Sessel mit breiten Armlehnen. Hinter ihm steht ein Selbstporträt, das ihn in Uniform und als Staatschef eines Landes zeigt, das es nur für seine Anhänger gibt. Nicht zu Unrecht nennen ihn einige seiner Anhänger „Messias“ oder „Prophet“. Nnamdi Kanu macht seinen Sessel zum Thron. Ozor Onyebuchi hat sein Notizbuch aufgeschlagen und wartet darauf, eine Antwort auf seine drängendste Frage zu bekommen: Gibt es einen Plan für die weitere Entwicklung von Biafra?
Der Messias redet ruhig und eloquent
Kanu galt lange als laut und arrogant. Nun präsentiert er sich als ruhiger und eloquenter Redner. Er ist Direktor von Radio Biafra, einem Onlinesender mit Sitz in London. Als er im Oktober 2015 nach Nigeria reiste, wurde er in Lagos vom Geheimdienst verhaftet, der ihm eine kriminelle Verschwörung, Zugehörigkeit zu einer illegalen Organisation und Einschüchterung zur Last legte. Seitdem ist es immer wieder zu Polizeieinsätzen gegen Pro-Biafra-Demonstranten gekommen, was unter anderem die Menschenrechtsorganisation Amnesty Interna­tio­nal angeprangert hat.
Aus seiner Gefängniszeit habe er noch immer ein paar Gesundheitsprobleme. Allerdings hätten die langen Monate eines gezeigt: „Mich hat das Gefängnis nicht davon abgehalten, IPOB zu führen.“ Tatsächlich war die Bewegung lange aus der öffentlichen Diskussion verschwunden und tauchte erst 2015 wieder auf. Dazu beigetragen, so interpretieren es die Biafra-Anhänger, habe ausgerechnet Präsident Muhammadu Buhari, der Muslim aus dem Norden. Sein Ansatz, Unabhängigkeitsforderungen mithilfe von Polizeieinsätzen einzudämmen, hat der Bewegung mehr genutzt als geschadet.
Nach fast versöhnlichen Worten redet sich Kanu in Fahrt. Mit seinen ausladenden Gesten versucht er, dem Gesagten Nachdruck zu verleihen. Es ist die Ungleichheit zwischen Nord und Süd, die Nigeria für ihn und seine Anhänger untragbar macht. „In Nigeria gibt es eine systematische Unterdrückung von Menschen aus Biafra. Das Leben ist nicht mehr lebenswert.“ Weder flucht Kanu noch wird seine Stimme laut. Vielmehr wirkt er wie ein Pastor, von denen es in Nigeria unzählige gibt und die sich riesiger Gefolgschaften erfreuen.
Boko Haram scheint geschwächt
Irgendwann werden Aussagen zu Anschuldigungen, und Kanu fängt an, mit der Angst seiner Anhänger zu spielen. Ein beliebtes Bild ist das des brutalen, unzivilisierten Muslims aus dem Norden, der Andersgläubige tötet. Bis heute heißt es hinter vorgehaltener Hand mitunter, dass die Entführung der einst 276 Schülerinnen von Chibok durch die Terrorgruppe Boko Haram wahrscheinlich nur ein politisches Komplott war, um den damaligen christlichen Präsidenten Goodluck Jonathan zu schwächen. In seiner Amtszeit konnte sich die Miliz ungehindert im Nordosten Nigerias ausbreiten. Heute scheint es, als wäre sie sehr geschwächt. Allerdings hatten die Kämpfe im Nordosten zur Folge, dass die Landwirtschaft in der Region über Jahre brachlag, was zu akuter Nahrungsknappheit geführt hat. Rund 5 Millionen Menschen können sich derzeit nicht ausreichend ernähren.
„Hast du solche Straßen, die wir haben, mal in Deutschland gesehen?“, fragt Nnamdi Kanu ein paar Minuten später. Ein paar Zuhörer nicken, seufzen leicht und denken an die vielen Schlaglöcher. Schlechte Infrastruktur und Marginalisierung sind weitere Reizthemen. Dazu kommt, dass seit der Unabhängigkeit 1960 nie ein Igbo Präsident wurde und wichtige politische Ämter mit „Northerners“ – Menschen aus dem Norden – besetzt würden.
Ozor Onyebuchi macht sich ein paar Notizen und hört sehr aufmerksam zu. Nach 20 Minuten ist das Treffen vorbei, da schon die nächsten Besucher warten. Der junge Mann bittet um ein Foto mit Nnamdi Kanu. Eilig werden zahlreiche Smartphones aus den Taschen gekramt und verwackelte Bilder gemacht. Zum Schluss kann Onye­buchi doch noch seine drängendste Frage loswerden: „Gibt es eigentlich einen Fahrplan, wie es nun politisch und wirtschaftlich weitergehen soll?“ Kanu antwortet bereit­willig, ohne konkret zu werden. Die Antwort ist so höflich wie schwammig.
Sehen, wie er wirklich ist
Es geht an den Wachmännern vorbei zum Auto und nach Enugu. Die Stimmung ist ausgelassen, und Onyebuchi wirkt erleichtert. Der Ausflug hat sich gelohnt. „Ich wollte sehen, wie er wirklich ist. Nnamdi Kanu ist ernsthaft und weiß, was er will“, lobt der junge Mann den IPOB-Anführer. Dennoch bleibt auch Enttäuschung zurück. Er sitzt auf dem Beifahrersitz und dreht sich zum Gespräch nach hinten um. „Nnamdi Kanu hat nur gesagt, dass die weitere Vorgehensweise für Wirtschaft und Politik noch bekannt gegeben wird. Dabei ist das doch der Kern.“ Mit einem Mal ist es ihm zu viel Gerede über Identität und Zugehörigkeit. „Das wissen wir doch alles schon. Aber um einen Staat zu führen, gehört noch viel mehr dazu.“
Bisher gibt es keine verlässlichen Angaben darüber, wie viele Menschen eine Unabhängigkeit überhaupt unterstützen würden. Außerhalb Biafras will kaum jemand etwas davon wissen. Spricht man darüber, wird meist nur eine abfällige Handbewegung gemacht, wie um eine Fliege zu verscheuchen.

5. PHOTOS WATCH
3 PHOTOS -Mitglieder der Bewegung für die indigene Bevölkerung von Biafra (Ipob) feiern Schabbat, 27. Mai 2017 in Umuahia, Nigeria – AFP FOTO / STEFAN HEUNIS
Des membres du Mouvement pour les peuples indigènes du Biafra (Ipob) fêtent Shabbat, le 27 mai 2017 à Umuahia, au Nigeria


Zivilisten fliehen aus Aba nach Umuahia, der neuen Hauptstadt der Republik Biafra, 28. August 1968 — AFP FOTO / Francois Mazure
Des civils fuient Aba pour se rendre à Umuahia, la nouvelle capitale de la République du Biafra, le 28 août 1968

Soldaten der nigerianischen Bundesarmee auf Patrouille in der Nähe des zerstörten Gefängnisses von Calabar, nachdem sie die Stadt den Biafra -Rebellen genommen hatten, 16. November 1967 – AFP FOTO / Colin HAYNES
Des soldats de l’armée fédérale du Nigeria patrouillent près de la prison détruite de Calabar, après avoir pris la ville aux rebelles du Biafra, le 16 novembre 1967

Der Militärgouverneur von Ost-Nigeria, Odumegwu Ojukwu (l), verkündet die „unabhängige Republik Biafra“, 30. Mai 1967 – AFP FOTO /
Le gouverneur militaire du Nigeria oriental, Odumegwu Ojukwu (g), proclame la “République indépendante du Biafra”, le 30 mai 1967

Aus Biafra evakuierte Kinder in einem vom Internationalen Roten Kreuz und der Hilfsorganisation „Terre des Hommes“ gecharterten Flugzeug Richtung Libreville in Gabun, 2. Oktober 1968 — AFP FOTO / Francois Mazure
Des enfants évacués du Biafra assis dans un avion, affrété par la Croix-Rouge internationale et l’organisation humanitaire “Terre des hommes”, qui les emmènent à Libreville, au Gabon, le 2 octobre 1968

Junge Miliz-Frauen der Zivilverteidigung paradieren während ihrer militärischen Ausbildung, am 17. August 1967 in Enugu – AFP FOTO / Colin HAYNES
Des jeunes miliciennes de la défense civile défilent lors d’une formation militaire, le 17 août 1967 à Enugu

=> => plus PHOTOSTORY The Nigerian Civil War In Pictures

1. Cinquantenaire de la guerre du Biafra entre frustration et espoir LIRE
28.05.2017 à 14:00 – Par Célia LEBUR – AFP
Le Nigeria commémore mardi dans un climat tendu l’anniversaire de la proclamation d’indépendance du Biafra (sud-est), théâtre d’une terrible guerre civile de 1967 à 1970 et où les revendications sécessionnistes refont surface cinquante ans plus tard.
Les principaux groupes indépendantistes, le Mouvement pour les peuples indigènes du Biafra (Ipob) et le Mouvement pour la réalisation de l’Etat souverain du Biafra (Massob) ont prévu une journée morte, appelant la population à “rester chez soi” pour commémorer la création de la République du Biafra, le 30 mai 1967.
Beaucoup craignent des éruptions de violences et les forces de l’ordre nigérianes seront en “alerte rouge” dans les points chauds de l’ex-Biafra, comme Aba (Etat d’Abia) et Onitsha (Etat d’Anambra) où des manifestations ont tourné au bain de sang l’an dernier.
Après trois années de guerre et plus d’un million de morts, les soldats biafrais, dix fois moins nombreux et équipés que l’armée fédérale, ont déposé les armes en 1970 et dit adieu à leurs rêves de sécession.
Mais cinquante ans plus tard, l’histoire du Biafra reste un sujet extrêmement sensible au Nigeria.
“Le Nigeria n’a rien fait pour nous depuis la fin de la guerre. Nous n’avons ni routes, ni infrastructures, ni travail”, affirme à l’AFP John Ahaneku, un militant de 48 ans. “Il est temps d’achever ce que nos pères ont commencé”.
Les frustrations des Igbo – majoritaires dans le sud-est – ont grandi au fil des décennies. Durant les longues années de régimes militaires qui ont suivi la guerre, ils se sont sentis exclus du pouvoir économique et politique, dominé par les Haoussa-Foulani et les Yorouba, les deux autres principaux groupes ethniques du pays. Ce n’est qu’après le retour à la démocratie, en 1999, que les aspirations sécessionnistes ont peu à peu refait surface.
Les principaux groupes indépendantistes actuels réclament la tenue d’un référendum d’autodétermination.
Ils accusent l’ancien général Muhammadu Buhari, musulman originaire du nord élu président en 2015, de réprimer violemment leur liberté d’expression.
L’arrestation et l’incarcération fin 2015 du leader de l’Ipob, Nnamdi Kanu pour trahison a constitué un tournant. Amnesty International a accusé les forces de sécurité nigérianes d’avoir tué “au moins 150 membres et partisans” de l’Ipob au cours de l’année dernière – ce qu’Abuja nie en bloc.
Au moins 60 d’entre eux ont été tués lors des commémorations de la guerre civile du Biafra le 30 mai 2016 à Onitsha, selon l’ONG.
– Solidarités autonomistes –
Jeudi, le vice-président Yemi Osinbajo a mis en garde contre les risques d’éclatement, dans un pays composé de près de 250 groupes ethniques, et divisé entre un nord musulman et un sud chrétien.
Le cinquantenaire de la proclamation d’indépendance du Biafra est “l’occasion de mener une instrospection individuelle et collective” a-t-il affirmé.
“Certain suggèrent aujourd’hui que nous devons revenir aux nationalités ethniques à partir desquelles s’est formé le Nigeria”, a-t-il dit. “De toute évidence, notre force se trouve dans notre diversité, nous sommes meilleurs ensemble que séparés”.
Les autorités d’Abuja sont aujourd’hui confrontées à une multitude de revendications autonomistes plus ou moins violentes qui menacent l’unité du pays.
Dans la région pétrolifère du Delta du Niger – qui faisait partie du Biafra indépendant au début de la guerre – les sabotages de groupes rebelles armés ont fait chuter en 2016 la production d’or noir, impactant lourdement l’économie du géant ouest-africain.
Malgré des intérêts divergents, groupes pro-Biafra et rebelles du Delta ont publiquement exprimé leur solidarité réciproque dans la lutte qu’ils mènent.
Vendredi, la police nationale a dénoncé les “manifestations prévues” mardi, “les consignes visant à fermer les marchés et à restreindre illégalement la circulation” par les groupes indépendantistes, appelant les Nigérians à les ignorer.
Les forces de l’ordre “n’hésiteront pas à traiter fermement tout groupe et ses soutiens qui tenteront de perturber la paix”, a prévenu un porte-parole de la police, Jimoh O. Moshood.
Selon des spécialistes, la répression opposée jusque-là aux manifestations indépendantistes n’est pas la bonne réponse et a eu pour conséquence de radicaliser davantage la jeunesse du sud-est.
Une étude de terrain menée en mai par la société de conseil SBM Intelligence, basée à Londres, a montré qu'”il y avait un soutien croissant pour un Biafra (indépendant) dans les régions du sud et du sud-est”.
Au total, 42% des personnes interrogées appellent de leurs voeux la renaissance du Biafra, tandis que près de la moitié (49,3%) voient leur avenir dans un Nigeria uni, mais à condition de pratiquer un “vrai fédéralisme”.
“Vous ne pouvez pas tuer une idéologie avec une arme”, souligne Don Okereke, qui dirige le cabinet de consultance en sécurité Holistic Security Background Checks.
© 2017 AFP
2. La guerre du Biafra: une page douloureuse de l’histoire du Nigeria Chronologie – LIRE
28.05.2017 à 14:00 – Par Antoinette CHALABY-MOUALLA – AFP
Le 30 mai 1967, le pays igbo, dans le sud-est du Nigeria, fait sécession. Moins de trois ans plus tard et au prix d’un impitoyable blocus et plus d’un million de morts, principalement de famine et de maladies, la “République du Biafra” est rayée de la carte.
– Sécession du riche Biafra –
Le 30 mai 1967, le gouverneur militaire du Nigeria oriental, Odumegwu Ojukwu, proclame la “République indépendante du Biafra”, deux jours après la décision du chef de l’Etat Yakubu Gowon de diviser la fédération en 12 Etats dont trois pour le sud-est du Nigeria, réserve pétrolière du pays.
Le Biafra, moins de 10% du territoire nigérian, compte alors 14 millions d’habitants sur les 55 de la fédération. Sa population, en majorité chrétienne, est composée aux deux tiers d’Igbo.
Depuis son indépendance en 1960, le pays était parvenu à préserver son unité au sein d’une fédération. Mais les Igbo se sentent exclus de la vie socio-politique, et même persécutés par les deux autres principales ethnies, les Haoussa-Foulani (nord) et les Yorouba (sud-ouest).
En janvier 1966, le Nigeria avait connu son premier coup d’Etat, mené par un Igbo, suivi, en juillet, par un contrecoup nordiste. Des massacres d’Igbo ont lieu dans le Nord, et près de deux millions de réfugiés regagnent leur région.
Dès l’annonce de la proclamation de la “République du Biafra”, des manifestations de liesse populaire ont lieu dans la province sécessionniste.
Mais le gouvernement fédéral ne peut accepter cette séparation: l’Est est la région la plus riche en ressources agricoles, minières, et avant tout pétrolières.
– Bombardements aériens et blocus –
Yakubu Gowon annonce la mobilisation générale et qualifie la proclamation de l’Etat du Biafra d'”acte de rébellion”, qui sera “écrasé”. Les autorités militaires fédérales mettent en place un blocus contre le Nigeria du sud-est.
Le 6 juillet 1967, l’armée déclenche une offensive générale. Les premiers bombardements de l’aviation commencent. En octobre, les “fédéraux” prennent Enugu, capitale du Biafra, puis le port de Calabar. Onitsha et Port Harcourt seront repris dans les premiers mois de 1968.
La portée du conflit dépasse les frontières du pays. La Grande-Bretagne, l’Union soviétique et l’Organisation de l’unité africaine (OUA, future Union africaine) s’allient au gouvernement fédéral, alors que seuls quelques pays africains et la France soutiennent le Biafra.
– Drame humanitaire –
Le 3 juillet 1968, un représentant de la Croix-Rouge estime entre huit et douze millions le nombre de personnes affectées par le conflit. Selon lui, deux cents personnes meurent de faim chaque jour au Biafra.
En août, un envoyé spécial de l’AFP raconte: “On croirait voir défiler des fantômes, maigres et silencieux drapés dans leurs loques grises (…). Presque tous sont des femmes et des vieillards. Il n’y a plus beaucoup d’enfants au Biafra (…). Les réfugiés vont le ventre creux, fuyant le bruit des canons des fédéraux. L’étau se resserre”.
Fin août, il parle d’un million de nouveaux réfugiés en quinze jours après l’avance des troupes fédérales. “Une personne meurt tous les quarts d’heure. Les réfugiés meurent de faim et d’épuisement”, écrit-il.
La famine va être médiatisée. Les photos d’enfants en détresse, de ventres ballonnés par la malnutrition et le rachitisme, choquent.
Une poignée de médecins français déterminés, travaillant pour le Comité international de la Croix-Rouge (CICR), dont le futur ministre français Bernard Kouchner, décident de ne plus respecter ni conventions ni frontières politiques, pour intervenir au nom de l’humanitaire. Ils crééront fin 1971 Médecins sans frontières.
– Ressentiment –
En août-septembre 1968, l’armée lance une importante offensive et reprend plusieurs villes, dont Aba. En mars-avril 1969, la nouvelle capitale biafraise, Umuahia, tombe aux mains de l’armée.
Après des raids des “rebelles” contre les puits de pétrole, les “fédéraux” renforcent leur blocus puis interdisent les vols de la Croix-Rouge internationale. Seules les églises chrétiennes et la Croix-Rouge française continuent leurs vols humanitaires dans des conditions de plus en plus périlleuses.
Début janvier 1970, l’armée fédérale lance son dernier assaut.
Le 15 janvier, le cauchemar prend fin: le Biafra n’existe plus. Ojukwu a fui le 11 janvier en Côte d’Ivoire, et son second, Philip Effiong, a officialisé le matin même à Lagos la reddition du Biafra auprès du général Gowon, reddition acquise depuis trois jours.
Le “Nigeria uni” reprend sa place. “Pas de vainqueur, ni de vaincu”, déclare le général Gowon, qui prône la réconciliation nationale. Toutefois, le conflit crée un immense ressentiment entre le sud-est et le reste du pays, et restera un grand tabou dans la mémoire collective.
L’Est reprend sa place dans la Fédération, mais la guerre civile a donné un poids considérable à l’armée, dont les coups d’Etat vont ponctuer la vie politique jusqu’en 1999.
© 2017 AFP
3. Nnamdi Kanu, la nouvelle voix de l’indépendantisme pro-Biafra Portrait – LIRE
29.05.2017 à 14:00 – Par Célia LEBUR, Patrick BRISIBE à Warri – AFP
La prison n’a entamé en rien son combat au Nigeria. Elle a plutôt donné un nom au jeune leader indépendantiste biafrais Nnamdi Kanu, longtemps méconnu. Et l’a propulsé sur le devant de la scène politique.
Le pas lent, il s’avance dans la cour familiale de sa ville natale, Umuahia (sud-est du Nigeria), acclamé en “sauveur” par une foule de partisans aux couleurs rouge-noir-vert du drapeau biafrais. Lui a revêtu les oripeaux d’un chef traditionnel.
“Je suis plus déterminé que jamais”, annonce tranquillement à l’AFP le chef de file du mouvement indépendantiste pour les peuples indigènes du Biafra (Ipob), libéré sous caution fin avril après dix-mois derrière les barreaux.
Encore sous le coup d’accusations de “trahison”, il semble n’avoir que faire des conditions qui lui ont été imposées par la justice à sa sortie : interdiction formelle de parler à la presse et de participer à des rassemblements de plus de 10 personnes.
Pas question pour lui de rester silencieux à l’approche de la date clé: le cinquantenaire mardi de la proclamation de l’indépendance du Biafra, région déshéritée du sud-est du Nigeria qui fut le théâtre d’une sanglante guerre civile entre 1967 et 1970.
Son objectif ? La “désobéissance civile” jusqu’à l’organisation d’un référendum d’autodétermination pour la région. Il appelle pour cela au “boycott absolu” de toutes les élections.
Après la mort de plus d’un million de personnes et l’échec d’une rébellion à bout de souffle, le Biafra avait fini par réintégrer le Nigeria, mosaïque ethnique et religieuse de près de 200 millions d’habitants régulièrement secouée par des tensions intercommunautaires.
Mais en territoire igbo, le rêve d’indépendance ne s’est jamais vraiment dissipé, alimenté par le sentiment d’abandon du pouvoir nigérian.
A tour de rôle, vétérans et jeunes militants se pressent pour écouter les talents d’orateur du quadragénaire aux lunettes rondes qui a ressuscité la cause. Dans le salon où il reçoit, une peinture grandeur nature recouvrant tout un mur représente le fils prodigue dans une posture martiale.
Le leader dénonce pêle-mêle les “tueries” et les “viols” dont sont victimes les Igbos de la part des forces de sécurité, la “politique délibérée” menée par le président musulman Muhammadu Buhari “pour appauvrir” son peuple.
Son enfance passée à Umuahia, ancienne capitale du Biafra indépendant, à quelques mètres de l’ancien bunker des forces armées biafraises, n’est sans doute pas étrangère à son engagement politique.
Il était à peine né durant la guerre – il refuse de donner son âge – mais l’aîné d’une fratrie de cinq enfants est bercé très jeune par les récits de son père, qui a soutenu logistiquement la résistance.
– Tribu perdue d’Israël –
Inconnu de la plupart des Nigérians il y a encore deux ans, le militant indépendantiste a longtemps lancé ses diatribes virulentes à l’encontre du pouvoir central depuis Londres, où il s’installe à la fin de ses études, et crée la station pirate Radio Biafra en 2009.
Il travaille dans l’immobilier et milite la nuit sur les ondes de sa radio. Il rejoint pour un temps un autre groupe indépendantiste, le Mouvement pour la réalisation de l’Etat souverain du Biafra (Massob), dont il claquera la porte pour fonder l’Ipob en 2013.
Kanu franchit la ligne rouge lorsqu’il appelle ouvertement à prendre les armes deux ans plus tard, au Congrès mondial Igbo à Los Angeles: “Nous avons besoin d’armes et nous avons besoin de balles (…) Si nous n’obtenons pas (la création du) Biafra, tout le monde devra mourir”.
Il est arrêté à son hôtel en octobre 2015, lors d’une visite au Nigeria.
Cette arrestation était “inappropriée et injustifiée”, estime le politologue et universitaire nigérian Fred Anibeze. “Il utilisait la cause du Biafra pour se faire de la publicité facile via la diffusion de Radio Biafra et ça a renforcé le demi-dieu qu’il est devenu depuis sa sortie”, affirme-t-il à l’AFP.
Son incarcération provoquent la colère des Igbos et plusieurs manifestations organisées pour réclamer sa libération tournent au bain de sang.
Selon Amnesty International, les forces de sécurité nigérianes ont tué “au moins 150 membres et partisans de l’organisation pro-Biafra Ipob” au cours de l’année 2016, ce qu’Abuja nie en bloc.
Kanu incarne “les aspirations d’une nouvelle génération plus militante, plus radicale” que ses aînés qui ont déjà connu la guerre, assure Don Okereke, analyste en sécurité. “Il dit aux gens exactement ce qu’ils ont envie d’entendre”.
S’il est difficile de connaitre avec précision sa capacité de mobilisation dans le sud-est du pays, ses fidèles vouent quasiment un culte à sa personne depuis sa sortie. Il faut dire que Kanu entretient la légende, en permanence protégé par un impressionnant service de sécurité, qui fouille minutieusement chacun de ses visiteurs.
La religion est omniprésente dans les discours de celui qui porte désormais le talit (le châle de prière juif) et observe le shabbat. Tout est parti d’une “vision révélatrice” lors d’un voyage à Jérusalem: les Igbo – dont l’immense majorité sont chrétiens – descendent en fait d’une tribu perdue d’Israël.
Le Biafra est la “terre promise” qu’il s’est donné pour mission de rétablir. Et à l’Ipob, on porte désormais la kippa.
© 2017 AFP

=> MORE DE+FR Biafra in Archiv Afrikanews 2009-2014
or HERE in AFRIKANEWS-2

– AFRIKANEWS ARCHIV –
jetzt auch auf
FACEBOOK

Mitglieder der separatistischen Bewegung für indigene Völker von Biafra (Ipob) mit dem Tallit (jüdischen Gebetsschal) vor dem Haus ihres Führers Nmandi Kanu, in Umuahai, 27. Mai 2017 – AFP FOTO / STEFAN HEUNIS
Des membres du mouvement indépendantiste pour les peuples indigènes du Biafra (Ipob)portant le Talit (châle de prières juif) devant la maison de leur chef Nmandi Kanu, à Umuahai, le 27 mai 2017

Erstmals Afrikaner Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO – Portrait Ghebreyesus

Un Africain pour la première fois à la tête de l’OMS

Erstmals ein Afrikaner an der Spitze der WHO
11.00 Uhr 2017.05.24 – Von Agnès PEDRERO, Marie-Noëlle Blessig – AFP
Der Äthiopier Tedros Adhanom Ghebreyesus wurde am Dienstag zum Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gewählt und wird der erste Afrikaner an der Spitze dieser mächtigen Agentur zu nehmen, die zu reformieren er den Ehrgeiz hat…….
AUF DEUTSCH (VON MIR ETWAS VERBESSERTE GOOGLE-ÜBERSETZUNG) WEITERLESEN UNTER DEM FRZ. ORIGINAL

Un Africain pour la première fois à la tête de l’OMS
24.05.2017 à 11:00 – Par Agnès PEDRERO, Marie-Noëlle BLESSIG – AFP 
L’Ethiopien Tedros Adhanom Ghebreyesus a été élu mardi directeur général de l’Organisation mondiale de la santé (OMS), devenant le premier Africain à prendre la tête de cette puissante agence de l’ONU, qu’il a l’ambition de réformer.

Der Äthiopier Tedros Adhanom Ghebreyesus, 23. Mai 2017 in Genf – PHOTO afp.com by Laurence CHU
Continue reading Erstmals Afrikaner Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO – Portrait Ghebreyesus