Tag Archives: Germany

Verteilung Weltreichtum 2015 – Karte und Studie

Répartition de la richesse au monde 2015

75 Mal reicher als Afrika
2016.01.21 – http://www.bbc.com/afrique/region
Die Bank Credit Suisse hat festgestellt, dass der durchschnittliche Reichtum eines Erwachsenen in Nordamerika etwa das 75-fache des durchschnittlichen Reichtums in Afrika und Indien zusammen beträgt. Die Führer der Welt treffen sich am Mittwoch in Davos, um die Weltwirtschaft zu diskutieren.
Die ungleiche Verteilung des Reichtums ist eine der Fragen im Mittelpunkt dieses Gipfels. Es scheint daher wichtig, heute zu beurteilen, ob die Verteilung des Reichtums sich global verändert hat. Viele Akteure glauben, dass Fragen im Zusammenhang mit der Verteilung des Reichtums ein Problem sind, dessen Umfang zunimmt.

AUF DEUTSCH (VON MIR ETWAS VERBESSERTEN GOOGLE-ÜBERSETZUNG) WEITERLESEN UNTER DEM FRZ. ORIGINAL

=> The Global Wealth Report 2015
=> Accompanying databook to the Global Wealth Report 2015.

75 fois plus riche que l’Afrique
21.01.2016 – http://www.bbc.com/afrique/region
Le Crédit Suisse a conclu que la richesse moyenne d’un adulte en Amérique du Nord est à peu près 75 fois supérieure à la richesse moyenne en Afrique et en Inde réunies. Les dirigeants de la planète se réunissent mercredi à Davos pour discuter de l’économie mondiale.
La répartition inégale des richesses est l’une des questions au cœur de ce sommet. Il paraît donc essentiel aujourd’hui d’évaluer si la distribution des richesses a évolué au niveau mondial.

Karte über die Verteilung des globalen Reichtums im Jahr 2015, nach dem Credit Suisse. – Mittleres Jahreseinkommen pro Erwachsenem
Voici une carte montrant la répartition de la richesse mondiale en 2015, selon le Crédit Suisse.

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Namibie: ce génocide que l’Allemagne refuse toujours de reconnaître

les surviving_hereroDes survivants du massacre des Hereros, en 1907. Ullstein Bilderdienst via Wikimedia Commons.

=> Lire mon Mini-Dossier allemand au sujet/ Die aktuellen 4 deutschen Artikel

Remarque de l’auteur du blog: Depuis l’article suivant, le gouvernement allemand, sous pression mèdiatique, a verbalement reconnu le génocide, et les ONGs continuent leur combât

Namibie: ce génocide que l’Allemagne refuse toujours de reconnaître
Repéré par Annabelle Georgen , 10.07.2015, http://www.slate.fr/histoire
On oublie souvent que l’Allemagne est une ancienne puissance coloniale, d’une part parce qu’elle n’a commencé à occuper des territoires situés hors du continent européen qu’après son unification en 1871, soit plus de trois siècles après la France et l’Angleterre, d’autre part parce son empire colonial, concentré sur le continent africain, était bien moins vaste que ceux de ses rivaux.
La colonisation allemande a été particulièrement sanglante en Namibie, occupée entre 1884 et 1915, où une révolte des peuples héréros et namas a été matée entre 1904 et 1907 par l’armée allemande, faisant plus de 100.000 victimes chez les deux ethnies. Continue reading Namibie: ce génocide que l’Allemagne refuse toujours de reconnaître

Fortschritte im Kampf um Anerkennung des Völkermordes in Namibia

2 Artikel 5. Juli, 2 updates 17. Juli, link => französischer Artikel
Banner Petition VölkermordBanner der Petition zur Anerkennung des Genozids an den OvaHerero und Nama

Kapitel per Klick Öffnen/Schließen

Liebe Unterstützer*innen des Appells “Völkermord ist Völkermord!” Brief Aktionsbündnis – LESEN
,
habt vielen Dank für Eure Unterzeichnung des Appells zur Anerkennung des Genozids an den OvaHerero und Nama!

Dank Eurer Unterstützung haben wir in den vergangenen drei Wochen bereits mehr als 1.600 Unterzeichner*innen sammeln können, die wir am Mo, 6.7.2015 um 10 Uhr dem Bundespräsidenten (Spreeweg 1 in 10557 Berlin) übergeben werden.

Mir dabei wird zu unserer großen Freude und Überraschung eine hochrangige OvaHerero- und Namadelegation sein, darunter OvaHerero Chief Adv. Vekuii Rukoro – Nachfolger von Paramount Chief Kuaima Riruako – und die Parlamentsabgeordnete und Namavertreterin Ida Hoffmann.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am 17.6. in Namibia haben die Nama- und OvaHerero-Chiefs Fredericks und Rukoro unsere gemeinsame Initiative von ganzem Herzen begrüßt und dabei betont: “To us, the people who are currently signing the Petition referred to above, added a new dimension to it, in that they have no hidden agenda other than just expressing their belated but welcome and sincere concern for the noble cause of fellow human beings who had suffered, and still continue to suffer, the legacy of the German Colonial “Mis-Rule” of their country.”

Am Di 7.7. um 17 Uhr werden wir gemeinsam mit den namibischen Gästen am so genannten Namibia-Stein auf dem Garnisonsfriedhof Columbiadamm 122 der Opfer des deutschen Kolonialismus und speziell des Genozids 1904-08 in Namibia gedenken. Um 19 Uhr werden sie in der Werkstatt der Kulturen, Wissmannstraße 32 in Berlin Neukölln, vom Genozid 1904-08 und von ihrem anhaltenden Kampf um “restorative justice” berichten.

Bitte streut den Appell noch einmal unter allen potentiellen Unterstützer*innen, verlinkt auf Euren Websites, postet auf facebook und vor allem: Seid am 6. und 7.7.2015 bei der Begrüßung der OvaHerero und Nama in Berlin – der Partnerstadt Windhoeks – mit dabei!

Initaitiven, Organisationen und Institutionen können mit einer Mail unterzeichnen: buero[at]berlin-postkolonial.de

Den Appell und alle Infos dazu findet Ihr unter: http://genocide-namibia.net/appellpetition/

Oder auf Facebook: http://www.facebook.com/NoAmnestyOnGenocide
 

Wir bedanken uns für Eure Solidarität und halten Euch auf dem Laufenden.

Bündnis “Völkermord verjährt nicht | No Amnesty on Genocide”

Christian Kopp
Fachreferent Dekolonisierung im Berliner Promotorenprogramm
Berlin Postkolonial e.V.
Projektbüro Kameruner Str. 1
13351 Berlin
Fon: 030 400 590 48
Mobil: 01799 100 976
Fax: 030 417 23583
www.berlin-postkolonial.de

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Namibia: Opposition pocht auf Anerkennung von Völkermord in Namibia 2 Artikel Deutsche Welle + HintergrundLinks – LESEN
NEU DAZU vom 09.07.2015 2. Massaker in Namibia: Gegen das Vergessen
Trotz der Äußerung des Bundestagspräsidenten, das Massaker an den Herero und Nama vor mehr als 100 Jahren als Völkermord einzuordnen, steht die offizielle Anerkennung noch aus. Aktivisten fordern zum Handeln auf. => HIER LESEN => bei Deutsche Welle

1. Namibia: Opposition pocht auf Anerkennung von Völkermord in Namibia
03.07.2015 Deutsche Welle, http://www.dw.com/en/namibia/t-18105083
Was in Deutsch-Südwestafrika geschah, nennen Historiker den “ersten Völkermord” des 20. Jahrhunderts. Aber die Bundesregierung nicht. Jetzt gibt es neue Forderungen, die Schuld komplett anzuerkennen.
Hundert Jahre nach dem Ende der deutschen Kolonialherrschaft im heutigen Namibia drängen Menschenrechtler, Opferverbände und die Opposition die Bundesregierung, die damaligen Massaker endlich als Völkermord anzuerkennen. Der Vorsitzende der Linksfraktion, Gregor Gysi, und Grünen-Parteichef Cem Ödzemir forderten eine offizielle deutsche Entschuldigung. Gysi sagte der Deutschen Presse-Agentur: “Es geht nicht, dass die Bundesregierung sich bei diesem Thema immer noch wegduckt.” Özdemir sagte ebenfalls der dpa: “Dieses Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte darf nicht unbearbeitet bleiben. Als Rechtsnachfolger trägt die Bundesrepublik hier Verantwortung.”
Zwischen 1904 und 1908 hatten kaiserliche Truppen im damaligen Deutsch-Südwestafrika mindestens 85.000 Angehörige der aufständischen Volksgruppen Herero, Nama Damara und San ermordet. Nachkommen von Überlebenden fordern seit Jahrzehnten von Deutschland, die blutigen Massaker als Völkermord anzuerkennen und Entschädigungen zu zahlen.
Petition zum Jahrestag
Am 9. Juli 1915, während des Ersten Weltkriegs, endete nach 31 Jahren die deutsche Kolonialherrschaft in Namibia. Anlass für eine Unterschriftenaktion, in der die Bundesregierung aufgerufen wird, den Genozid offiziell anzuerkennen. Am kommenden Montag (6. Juli) soll die Petition an Bundespräsident Joachim Gauck übergeben werden. Auch eine namibische Delegation wird dazu anreisen, wie das Bündnis “Völkermord verjährt nicht!” in Berlin mitteilte. Weitere Forderungen sind den Angaben zufolge eine offizielle Entschuldigung, die Rückgabe der damals nach Deutschland gebrachten menschlichen Überreste und ein Mitwirken an Versöhnungsprojekten. In deutschen Museen lagern noch heute zahlreiche Knochen von Herero-Nachfahren, die damals zu “rassenanatomischen Untersuchungen” nach Deutschland gebracht wurden.
Ex-Entwicklungsministerin macht sich für Namibia stark
Zu den Unterzeichnern gehören mehrere Bundestagsabgeordnete sowie die frühere Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), die 2004 bei einem Besuch in Namibia gesagt hatte: “Die damaligen Gräueltaten waren das, was man heute als Völkermord bezeichnen würde.” So weit gingen die verschiedenen Bundesregierungen seither nie wieder. Wieczorek-Zeul forderte Regierung, Bundestag und Bundespräsident auf, sich zur deutschen Schuld zu bekennen. Mit Blick auf eine Parlamentsdebatte im April sagte sie der Deutschen Presseagentur: “Der Völkermord an den Armeniern wurde im Bundestag vor wenigen Wochen klar benannt und die Türkei aufgefordert, sich zu ihrer Verantwortung zu bekennen. Wir dürfen nicht nur andere auffordern, Position zu beziehen, sondern müssen das auch selber tun.”

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Zwischen Deutschland und Namibia laufen derzeit Regierungsgespräche, in denen es neben der Anerkennung des Völkermordes auch um finanzielle Entschädigung geht. Die Verhandlungen kommen nach Angaben des Auswärtigen Amts “gut voran”, sind aber noch nicht abgeschlossen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat dazu den Afrika-Beauftragten des Auswärtigen Amts, Georg Schmidt, seit Beginn des Jahres zwei Mal nach Windhuk geschickt.
Von 1884 bis 1915 war Namibia deutsche Kolonie. Von 1920 an verwaltete Südafrika das Nachbarland mit einem Mandat des Völkerbundes und dehnte später seine Apartheidpolitik auf das Territorium aus. Das führte zum Konflikt mit den Vereinten Nationen, die Südafrika das Mandat 1966 entzogen und dem früheren “Deutsch-Südwestafrika” den Namen Namibia gaben. 1990 wurde Namibia unabhängig.
qu/sp (dpa, kna)
Die Deutsche Welle-Redaktion empfiehlt
Genozid in Namibia: “Es ist an der Zeit, Farbe zu bekennen”
Deutschland hat den Völkermord an den Armeniern offiziell anerkannt. Zum Völkermord an den Herero will sich die Bundesregierung aber nicht bekennen – dabei sei die Zeit überreif, sagen Politiker und Vertreter der Opfer. (01.06.2015)
Der Vernichtungskrieg gegen die Herero
25 Jahre unabhängiges Namibia

Bundesregierung nennt Namibia-Massaker “Völkermord” UPDATE 17/07 – LESEN plus Audios und Videos
10.07.2015 Deutsche Welle http://www.dw.com/en/namibia/t-18105083
Zwischen 1904 und 1908 ermordeten deutsche Kolonialtruppen im damaligen Deutsch-Südwestafrika 85.000 Herero und Damara. Das war Völkermord, sagt jetzt auch die Bundesregierung.
Es hat Jahrzehnte gedauert, doch in Zukunft gilt für die Bundesregierung folgende politische Leitlinie: “Der Vernichtungskrieg in Namibia von 1904 bis 1908 war ein Kriegsverbrechen und Völkermord.” Das sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer. In absehbarer Zeit soll es dazu auch eine gemeinsame Erklärung mit Namibia geben. Die Bundesregierung bekenne sich ausdrücklich zur “besonderen historischen Verantwortung Deutschlands gegenüber Namibia und seinen Bürgern”.
Seit über einem Jahr führt die Bundesregierung Gespräche und Verhandlungen über die deutsche Kolonialgeschichte in Deutsch-Südwestafrika und ihre jetzt noch spürbaren Folgen. Dabei geht es in erster Linie um die “Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft mit Namibia”, wie Schäfer betont. Gleichzeitig müsse aber eine “würdige Kultur des Gedenkens und Erinnerns an die damaligen Gräuel und ein gemeinsames Verständnis über die Vergangenheit” gefunden werden.
Erster Völkermord des 20. Jahrhunderts
Zum Stand der Verhandlungen sagte Schäfer, die Gespräche würden sehr konstruktiv verlaufen und seien gut vorangekommen, aber noch nicht abgeschlossen. Nicht klar ist, ob es seine offizielle deutsche Entschuldigung und eine finanzielle Entschädigung geben wird. Zudem gibt es auf namibischer Seite Streit darüber, wer mit Berlin verhandeln darf. Die Nama und Herero – heute etwa 300.000 – misstrauen der Zentralregierung in Windhuk.
Deutschland zählte das heutige Namibia von 1884 bis 1915 unter dem Namen Deutsch-Südwestafrika zu seinen Kolonien. Als die Herero 1904 einen Aufstand begannen und mehr als hundert Deutsche getötet wurden, ordnete der deutsche General Lothar von Trotha die Vernichtung des Stammes an. “Innerhalb der Deutschen Grenze wird jeder Herero mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen”, lautete der am 2. Oktober 1904 erlassene Befehl. Die Herero-Bevölkerung wurde vor dem Massaker auf 50.000 bis 80.000 geschätzt, es überlebten nur rund 15.000 Menschen.
Zähes Ringen ….
Alle Bundesregierungen weigerten sich jahrzehntelang, die Gräueltaten der Truppen von Kaiser Wilhelm II. als Völkermord anzuerkennen. Die Begründung: Der Tatbestand des Völkermords sei erst 1948 von den Vereinten Nationen eingeführt worden und von daher nicht auf die Ereignisse im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika anwendbar. Allein die SPD-Politikerin und damalige Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul sprach 2004 als erste Vertreterin einer deutschen Regierung von Völkermord.
In einer Gedenkveranstaltung zum 100. Jahrestag des Massakers in Namibia sagte sie vor Nachfahren der Herero, Nama und Damara: “Wir Deutsche bekennen uns zu unserer historisch-politischen, moralisch-ethischen Verantwortung und zu der Schuld, die Deutsche damals auf sich geladen haben. Die damaligen Gräueltaten waren das, was heute als Völkermord bezeichnet würde und für den ein General von Trotha heutzutage vor Gericht gebracht und verurteilt würde.” Die offizielle Haltung der damaligen rot-grünen Regierung war das allerdings nicht.
…. und späte Einsicht
Das änderte sich erst, als die SPD wieder in der Opposition war. 2012 stellte der damalige SPD-Fraktionsvorsitzende und heutige Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier gemeinsam mit den Grünen einen Antrag im Bundestag. Darin hieß es unter anderem: “Der Deutsche Bundestag erkennt die schwere Schuld an, die deutsche Kolonialtruppen mit den Verbrechen an den Herero, Nama, Damara und San auf sich geladen haben und betont, wie Historiker seit langem belegt haben, dass der Vernichtungskrieg in Namibia von 1904 bis 1908 ein Kriegsverbrechen und Völkermord war.”
Der Antrag wurde jedoch mit der Stimmenmehrheit der schwarz-gelben Bundesregierung abgelehnt. 2013 ging die SPD mit der Union erneut eine Regierungskoalition ein und Steinmeier wurde Außenminister. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit habe er das Gespräch mit seiner namibischen Amtskollegin gesucht, sagte Steinmeiers Sprecher Martin Schäfer.
Auch Lammert spricht von Völkermord
Als erster CDU-Politiker hat auch Bundestagspräsident Norbert Lammert die historischen Ereignisse kürzlich als Völkermord bezeichnet. “An den heutigen Maßstäben des Völkerrechts gemessen war die Niederschlagung des Herero-Aufstands ein Völkermord”, schrieb er in einem Beitrag für die Wochenzeitung “Die Zeit”. Der Krieg der Deutschen gegen die Herero sei ein “Rassekrieg” gewesen. “Nicht nur den Kampfhandlungen, sondern auch Krankheiten und dem gezielten Morden durch Verdursten- und Verhungernlassen fielen Zehntausende Herero und Nama zum Opfer, andere starben in Konzentrationslagern oder bei der Zwangsarbeit.”
Audio und Video zum Thema
Völkermord muss Völkermord genannt werden (09.07.2015)  
Herero-Nachfahre Israel Kaunatjike zu den Verbrechen (09.07.2015)  
Massaker an den Herero (09.07.2015)  
Datum 10.07.2015
Autorin: Sabine Kinkartz, Berlin
Meinung: “Die deutsche Kolonialgeschichte muss neu geschrieben werden” UPDATE 17/07 – LESEN
10.07.2015 Deutsche Welle http://www.dw.com/en/namibia/t-18105083
Im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika wurden zehntausende Hereros ermordet, ihre Schädel zu medizinischen Zwecken ins Kaiserreich gebracht. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz will diese Exponate jetzt zurückgegeben.
Allein die Begriffe sind schon für sich ein Politikum: Ob man von “Ermordung und Vertreibung” oder gar von einem “Genozid” an dem Volk der Hereros sprechen sollte, ist bis heute nicht offiziell als historisches Faktum klar gestellt worden. Seit Jahrzehnten wird um eine Definition gerungen, ähnlich wie im Fall des Völkermordes an den Armeniern im Osmanischen Reich. Israel Kaunatjike vom Berliner NGO-Bündnis “Völkermord verjährt nicht” sieht darin ein längst überfälliges Kapitel deutscher Kolonialgeschichte, das neu geschrieben werden müsste: “Der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts hat in Namibia stattgefunden. Und wir sind sehr aufmerksam, was die deutsche Politik dazu sagt”, erklärt er im DW-Interview.
Er selbst wurde 1947 als Nachfahre überlebender Hereros in Deutsch-Südwestafrika geboren – seit 1970 lebt er als politisch anerkannter Flüchtling in Deutschland. Seine eigene Familiengeschichte ist eng mit der deutschen Kolonialgeschichte verknüpft: “Meine Großmutter war damals als Angestellte bei einer deutschen Familie, bei Familie Otto Möller. Und dort ist meine Mutter geboren. Ich habe das sehr viel später erfahren.”
Wissenschaftliche Aufklärung gefordert – 100 Jahre danach
Am 9. Juli 1915 endete die deutsche Kolonialherrschaft in Deutsch-Südwestafrika – 100 Jahre später rückt dieses eher vergessene Kapitel deutscher Geschichte jetzt wieder verstärkt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Auch der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Herman Parzinger, hat sich aktuell dazu geäußert – allerdings in einem sehr speziellen Zusammenhang: Es geht um eine umfangreiche Schädelsammlung, die die Stiftung kürzlich von der Berliner Charité übernommen hat. Die genaue Herkunft der Exponate ist bislang nicht eindeutig festgestellt worden, auch nicht der Weg, auf dem sie in die Sammlung der medizinischen Hochschule gelangt sind.
Für Parzinger kann hier nur eine intensive Provenienzforschung Klarheit bringen: “Insbesondere geht es darum, Gebeine aus prähistorischen Gräberfeldern in Deutschland von solchen zu trennen, die aus deutschen Kolonialgebieten stammen und im 19. und im frühen 20. Jahrhundert möglicherweise unrechtmäßig nach Berlin verbracht wurden”, sagte er im Interview mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Parzinger sieht die wissenschaftliche Aufklärung als ersten wichtigen Schritt zur Rückgabe der Gebeine an. “Allerdings muss klar sein, wer der rechtmäßige Empfänger ist”, betonte er. Für den Afrikaner Israel Kaunatjike hat die Frage der Rückgabe einen völlig anderen Stellenwert: “Für uns ist sehr wichtig, diese Gebeine wieder nach Hause zurückzubringen. Wir schätzen, dass ungefähr 3000 von Hereros und Namas aus Namibia hier in Deutschland sind. Diese Menschen sind getötet worden, in die Wüste getrieben oder sie waren in Lagern untergebracht: Frauen, Kinder, Männer.
“Schädel abkratzen, abwaschen und auskochen”
Die sichergestellten Schädel aus der Berliner Charité sind vermutlich für medizinische Forschungen verwendet worden. Geklärt ist das noch nicht genau. Die historischen Umstände dieser zu “Rasseforschungen” ins Kaiserreich transportierten Gebeine kann Israel Kaunatjike jedoch ziemlich präzise wiedergeben: “Die Hererofrauen mussten die Schädel der Ermordeten damals mit Glasscherben abkratzen, abwaschen und auskochen. Und dann wurden sie hierher gebracht – wie Straußeneier. Das ist menschenunwürdig. Und man weiß nicht, ob diese Menschen damals geköpft wurden.”
Für Kaunatjike – er spricht stellvertretend für die Hereros, die inzwischen in Deutschland leben – ist die wissenschaftliche Klärung der Schädel-Herkunft nur nebensächlich: “Diese Gebeine gehören nicht in die Archive deutscher Universitäten und anderer medizinischer Institute. Es wird heute noch immer damit geforscht. Das ist nicht zu Ende.”
“Das Wissen ist verschüttet”
Helmut Parzinger spricht sich aktuell dafür aus, die deutsche Kolonialgeschichte – und die dabei begangenen Verbrechen – bei der Präsentation historischer Ausstellungstücke auch zu thematisieren: “In der deutschen Öffentlichkeit ist das Wissen über diese Vorkommnisse durch das Jahrhundertverbrechen des Holocaust und durch den Zweiten Weltkrieg verschüttet worden.” Im Humboldt-Forum, das als Teil des neugebauten Berliner Stadtschlosses entstehen soll, werde das in Zukunft bewusst mit aufgenommen. “Das muss sich auch ändern, wenn wir den Dialog mit Anderen wirklich ernsthaft und auf Augenhöhe führen wollen”, betont Parzinger.
Für Nachfahren der Hereros, wie Israel Kaunatjike, ist der entscheidende Punkt allerdings ein anderer: Die längst überfällige offizielle Entschuldigung von deutscher Seite, für die während der Kolonialzeit begangenen Verbrechen. “Deshalb bin ich auch sehr froh, dass der deutsche Bundestagspräsident Norbert Lammert gesagt hat, dass es höchste Zeit ist, dass man das anerkennt – als Teil der deutschen Geschichte.”

=> Siehe auch 52.03.2015 hier im Blog: Aktion/Namibia: Deutschland soll Herero und Nama für kolonialen Genozid und Landraub entschädigen

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=> DE+FR Rubrik NAMIBIA in Afrikanews Archiv No1 2010-2014, ~ 25 posts

Kaiserliche Truppen rüsten sich gegen Herero-Aufstand im damaligen Deutsch-Südwestafrika (Archivbild
Kaiserliche Truppen rüsten sich gegen Herero-Aufstand im damaligen Deutsch-Südwestafrika (Archivbild)

Völkermord Ruanda: Schwaches Urteil in Frankfurt aufgehoben – Génocide rwandais: tribunal allemand encaisse jugement trop faible

Bundesgerichtshof zu Ruanda-Völkermord: Wer Mörder aufstachelt, ist Mittäter
http://www.taz.de/Politik/Afrika/!p4621/ 21.05.2015
Der Bundesgerichtshof kippt das erste Ruanda-Völkermordurteil eines deutschen Gerichts. Er kritisiert es als ungenügend und fehlerhaft.
AUF DEUTSCH WEITERLESEN UNTER DEM FRZ. ARTIKEL

Un Rwandais, condamné en Allemagne pour le génocide de 1994, sera rejugé
21.05.2015 à 18:30 – AFP
La Cour fédérale allemande a ordonné jeudi qu’un ancien maire rwandais, condamné l’an dernier à 14 ans de prison pour “complicité” dans le génocide des Tutsis en 1994, soit rejugé en raison de son rôle actif dans le massacre. “Il y a (maintenant) la possibilité d’une condamnation pour participation (au génocide) avec pour conséquence une peine de réclusion à perpétuité”, a souligné le président de la Cour de Karlsruhe (sud-ouest), Jörg-Peter Becker.

Onesphore Rwabukombe le 18 février 2014 au tribunal à FrancfortOnesphore Rwabukombe le 18 février 2014 au tribunal à Francfort
afp.com – Frank Rumpenhorst

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Revolutionäre ägyptische Straßenkunst – Ausstellung in Völklingen, Deutschland / EXPO en Allemagne: fresques murales et graffitis de la révolution égyptienne

Graffiti: der Spleen der ägyptischen Revolution, auf der Ausstellung UrbanArt in Deutschland
2015.06.04 um 14:30 Uhr – Von Etienne Balmer – AFP
Ihre Wandmalereien und Graffiti waren um die ganze Welt gegangen, zur Blütezeit der ägyptischen Revolution. Was bleibt? In Völklingen (Bundesrepublik Deutschland), bietet die Biennale Urban Art einen Überblick über die Ernüchterung ägyptischer Künstler seit der Machtübernahme von Abdel Fattah al-Sissi. Unter dem Porträt des neuen starken Mannes in Ägypten in Militäruniform, in den gleichen Farben wie das berühmte Plakat von Barack Obama während seiner Präsidentschaftswahlkampf 2008, ersetzt das Wort “Joke” (Farce) das “Hope” (Hoffnung) vom amerikanischen Original.
AUF DEUTSCH (VON MIR VERBESSERTE GOOGLE-ÜBERSETZUNG) WEITERLESEN UNTER DEM UNTEREN BILD UNTER DEM FRZ. ORIGINAL

=> => SIEHE AUCH – VOIR AUSSI
UrbanArt Biennale 2015 im Weltkulturerbe Völklinger Hütte
http://urbanshit.de/kalender/urbanart-biennale-2015-im-weltkulturerbe-voelklinger-huette/

ÄGYPTEN: REVOLUTIONÄRE ERINNERN MIT STRASSENKUNST AN DEMOKRATIEFORDERUNGEN – Campaign No Walls – Keine Mauern – Pas de murs – Egypte: des graffitis pour faire disparaître les barricades
http://afri-russ-archiv.blog.de/2012/04/26/aegypten-revolutionaere-erinnern-mit-strassenkunst-an-demokratieforderungen-campaign-no-walls-keine-mauern-pas-de-murs-egypte-des-graffitis-pour–13395006/

Le spleen de la révolution égyptienne, dans une biennale d’art urbain en Allemagne
06.04.2015 à 14:30 – Par Etienne BALMER – AFP
Leurs fresques murales et graffitis avaient fait le tour du monde aux grandes heures de la révolution égyptienne. Qu’en reste-t-il ? A Völklingen (ouest de l’Allemagne), une biennale d’art urbain donne un aperçu du désenchantement des artistes égyptiens sous la présidence d’Abdel Fattah al-Sissi.

L'Egyptienne Hanaa el Degham, le 30 mars 2015
Die ägyptische Künstlerin Hanaa el Degham vor ihrem Werk “Die Rückkehr des ägyptischen Geistes … Noch nicht realisiert!”, auf der Biennale UrbanArt Völklingen
L’Egyptienne Hanaa el Degham, le 30 mars 2015 devant son oeuvre “The return to the Egyptian spirit… Not yet realised !” (Le retour à l’esprit égyptien… Pas encore réalisé!), à la Biennale d’art urbain de Völklingen, dans l’ouest de l’Allemagne
afp.com – JEAN-CHRISTOPHE VERHAEGEN

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Aktion/Namibia: Deutschland soll Herero und Nama für kolonialen Genozid und Landraub entschädigen

Pressemitteilung des NGO-Bündnisses “Völkermord verjährt nicht!” – 25.03.2015
Deutschland soll Herero und Nama für kolonialen Genozid und Landraub entschädigen
Übergabe einer Herero-Petition an das Auswärtige Amt und an deutsche Botschaften weltweit. Launch der deutsch-namibischen Website www.genocide-namibia.net zum Völkermord 1904-08

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